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Joachim Löw betreut das DFB-Team gegen Österreich zum 96. Mal © getty

Der Bundestrainer will im Qualispiel gegen Österreich kein Konterspiel aufziehen. Probleme gibt es auf der Sechser-Position.

Vom DFB-Team berichtet Denis de Haas

München - Joachim Löw kam mit zehn Minuten Verspätung zur Pressekonferenz. Der Bundestrainer hatte die Vormittagseinheit mit der deutschen Nationalmannschaft überzogen.

Es ging schließlich darum, Fehler aufzuarbeiten. Fehler in der Defensive, die zu neun Gegentoren in den vergangenen drei Länderspielen führten.

Wertvolle Punkte kosteten die Aussetzer dem DFB-Team nicht. Die Wackel-Auftritte gegen Ecuador (4:2), die USA (3:4) und Paraguay (3:3) legten die Spieler bei freundschaftlichen Vergleichen hin.

Am Freitag wird es nach einem halben Jahr Pflichtspielpause wieder ernst: Dann empfängt Deutschland den Nachbarn aus Österreich zum WM-Qualifikationsspiel (20.15 Uhr bei SPORT1.fm und im LIVE-TICKER).

Kompakt ist Löws Lieblingswort

"Dann dürfen die Mannschaftsteile nicht wieder so weit auseinander sein, wir müssen wieder kompakt stehen", erklärte Löw.

Kompakt. Das ist das Lieblings-Wort das Bundestrainer.

Sechs mal nahm er es in der Pressekonferenz in den Mund. Dabei machte Löw allerdings deutlich, dass kompakt nicht mit passiv zu verwechseln ist.

Nicht auf Konter spielen

"Ich bin nicht bereit, dass wir uns jetzt hinten reinfallen lassen und nur noch auf Konter spielen", erklärte der frühere Bundesliga-Angreifer.

"Die Mannschaft muss nicht nur offensiv stark sein, sondern auch defensiv die richtigen Dinge machen. Aber deshalb muss sie nicht in ihrer gesamten Ausrichtung defensiver werden."

Sami Khedira, den Löw am Mittwoch als Führungsspieler lobte, hatte tags zuvor noch ein Plädoyer für die Rückwärtsbewegung gehalten. "Wir müssen daran denken, dass wir auch ein Tor zu verteidigen haben", erklärte der Spieler von Real Madrid.

Kein guter Start für Khedira

Khedira selber erwischte keinen guten Start in die neue Saison: Gegen Paraguay patzte der 26-Jährige, zuletzt musste er sein Trainigspensum drosseln.

"Ich gehe aber stark davon aus, dass er am Freitag spielen kann", erklärte Joachim Löw.

In Abwesenheit der verletzten Bastian Schweinsteiger und Ilkay Gündogan hat Löw drei Alternativen für die zweite Sechser-Position. "Toni Kroos und die Bender-Zwillinge stehen zur Auswahl", sagte der Bundestrainer.

Doch die Auswahl könnte noch kleiner werden. Lars Bender musste am Mittwoch mit dem Training aussetzen. "Noch ist fraglich, ob wir ihn bis zum Spiel hinbekommen", betonte Löw.

Gute Chancen für Kroos

Da auch Sven Bender eine Trainingseinheit versäumte, hat Bayern-Spieler Toni Kroos gute Chancen vor heimischen Publikum aufzulaufen.

Und auch im Abwehrzentrum steht ein Münchner hoch im Kurs. Bei Jerome Boateng hat der Bundestrainer den Eindruck, dass "er durch die Spiele in der Champions League stabiler geworden ist".

Kein Platz für Hummels?

Der zuletzt in die Kritik geratene Mats Hummels könnte demnach aus der Stammelf fliegen. Löw sprach noch mal einen Fehler des BVB-Verteidigers an, ohne ihn beim Namen zu nennen. "Gegen Paraguay kassieren wir das erste Gegentor, weil ein langer Ball über einen Abwehrspieler geht", sagte der Bundestrainer.

Hummels war es, der beim Länderspiel in Kaiserslautern zu spät kam. Nun wird von den Nationalspieler wieder das richtige Timing erwünscht.

Verspäten darf sich beim DFB nur der Bundestrainer.

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