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Miroslav Klose erzielte gegen Österreich sein 68. Länderspieltor © getty

Der Stürmer von Lazio Rom feiert eine ganz besondere Bestmarke. Zudem treffen zwei Bayern. Und: Die Defensive hält.

Vom DFB-Team berichten Tom Vaagt und Martin Volkmar

München - Rekordmann Miroslav Klose hat die deutsche Nationalmannschaft auf WM-Kurs gehalten und die Tür zur Endrunde 2014 in Brasilien weit aufgeschossen.

Der Stürmer leitete durch den Führungstreffer beim 3:0 (1:0) gegen Österreich nicht nur den Sieg ein, sondern zog mit seinem insgesamt 68. Länderspieltor auch in der ewigen Bestenliste des DFB mit Gerd Müller gleich.(773303DIASHOW: Bilder des Spiels)

Nachdem Klose in der 33. Minute das 1:0 für die Deutschen vorgelegt hatte, stellten Toni Kroos (51.) und Thomas Müller (88.) im zweiten Abschnitt den Endstand her. Zudem blieb die zuletzt hart kritisierte Defensive erstmals seit rund einem halben Jahr ohne Gegentreffer.

Nun kann die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw das Ticket für die Weltmeisterschaft mit einem Sieg auf den Färöer-Inseln am kommenden Dienstag schon so gut wie sicher lösen. Die anschließenden Qualifikationsspiele gegen Irland und in Schweden hätten nur noch statistischen Wert.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir wussten wie Österreich spielt und haben ihnen den Zahn gezogen, weil auch unsere Abwehr gut gespielt hat., Die Null freut mich auch, aber letzendlich zählt der Sieg", kommentierte Löw den Erfolg.

Zwei Veränderungen in Startelf

Vor 68.000 Zuschauern in Münchens ausverkaufter Arena benötigten die Deutschen einige Minuten, um ins Spiel zu kommen. Immerhin wirkte die Abwehr, die beim 3:3 im vergangenen Monat gegen Paraguay zuweilen einen desaströsen Eindruck hinterlassen hatte, dieses Mal stabil.

Löw hatte im Vergleich zum Spiel gegen die Südamerikaner zwei Veränderungen in der Startelf vorgenommen. Anstelle von Mats Hummels verteidigte Jerome Boateng in der Zentrale. Zudem ersetzte Kroos den verletzten Ilkay Gündogan auf einer der beiden Sechser-Positionen.

Neben Gündogan standen der DFB-Elf auch die angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Lars Bender für diese Rolle nicht zur Verfügung.

In der Offensive hielt der Bundestrainer hingegen an dem Quartett Klose, Müller, Marco Reus und Mesut Özil fest.

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Österreich mit fünf "Deutschen"

Wirklich Zwingendes brachte die Abteilung Attacke zunächst aber nicht zustande. Der letzte Pass war immer wieder zu ungenau, der Aufbau wirkte phasenweise zu umständlich.

Folgerichtig näherte man sich mit Distanzschüssen von Kroos (5.) und Sami Khedira (10.) nur langsam dem Tor der Gäste. Klose traf zumindest das Außennetz (10.).

Die Österreicher, die neben den nach England und Spanien abgewanderten Marko Arnautovic und Andreas Ivanschitz fünf Deutschland-Legionäre von Beginn an aufboten, mühten sich derweil im Rahmen ihrer Möglichkeit.

Trotz der Unterstützung von rund 10.000 mitgereisten Anhängern verpufften viele ihrer Aktionen jedoch wirkungslos.

Abschied für Ballack

Nach 28 Minuten hatten die Deutschen dann die bis dahin besten Chancen. Zunächst tauchte Reus allein vor Austria-Keeper Robert Almer auf, scheiterte aber am Schlussmann des Zweitligisten Energie Cottbus. Den Abpraller köpfte Klose in Richtung Tor, doch Almer war mit einer starken Parade erneut zur Stelle.

Angesichts der Torflaute dürfte sich manch ein Beobachter vielleicht Michael Ballack zurückgewünscht haben. Der "Capitano", der 2008 im EM-Gruppenspiel gegen Österreich den erlösenden Siegtreffer erzielt hatte, war vom DFB vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet worden.

Doch es ging auch ohne Ballack: Müller flankte nach gut einer halben Stunde scharf in die Mitte und der heranstürmende Klose bugsierte den Ball ins Netz.

Die Österreicher antworteten vor der Pause durch zwei eher ungefährliche Fernschüsse von Bayern-Profi David Alaba (40.) und Aleksander Dragovic (45.)

Jubiläum für Lahm

Nach dem Seitenwechsel wirkte die von DFB-Defensive zunächst ungeordnet. Während Kapitän Philipp die rechte Seite in seinem 100. Länderspiel weiter gut im Griff hatte, wurde es auf links für ein paar Minuten wackelig.

Benedikt Höwedes hatte hier den Abwehrpart für den angeschlagen ausgewechselten Marcel Schmelzer übernommen. Nach einigen Unsicherheiten fing sich der Schalker jedoch schnell.

Überhaupt ging es für die Deutschen nun in erster Linie geradlinig nach vorn. Der Lohn: Das 2:0 von Kroos, der mit einem stramme Schuss aus rund 20 Metern traf.

Kein Aufbäumen bei Österreich

Unmittelbar im Anschluss hätten die Deutschen weiter erhöhen können. Müller (53. und 54.) sowie erneut Kroos (55.) zielten aber zu ungenau,

Obwohl die DFB-Elf die Chancen ungenutzt ließ, wirkte die Partie nach einer Stunde bereits entschieden. Das große Aufbäumen der Österreicher blieb jedenfalls ? auch wenn Martin Harnik noch einmal freistehend vor dem deutschen Keeper Manuel Neuer vergab (70.).

So konnte Löws Mannschaft den ungefährdeten Sieg problemlos über die Ziellinie bringen - auch dank Müllers Treffer zum Endstand.

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