Ein Tor mit Folgen: Klose schießt sich nicht nur in die Rekordbücher, sondern ebnet Löw Co. auch den Weg in die Zukunft.

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Vom DFB-Team berichten Tom Vaagt und Martin Volkmar

München - Kein Tabak, kein Alkohol, keine artistischen Einlagen. So viel zu den Voraussetzungen.

Dafür ein Rekord und wahrscheinlich neue Verträge für die sportliche Führung des DFB. So viel zu den Folgen.

Mit seinem 68. Länderspieltor setzte Miroslav Klose nicht nur die Reiseplanungen der deutschen Nationalmannschaft für die WM 2014 in Brasilien noch ein wenig mehr in Gang, sondern sorgt für eine regelrechte Kettenreaktion.

Klar, da waren die persönlichen Meriten.

Durch den Führungstreffer beim 3:0 (1:0) gegen Österreich (Bericht) zog der inzwischen 35 Jahre alte Stürmer in der ewigen Bestenliste des DFB mit Gerd Müller gleich. (773303DIASHOW: Bilder des Spiels)

Doch da war mehr. Vielleicht sogar viel mehr.

Mit Löw Co. bis 2016?

Ähnlich kontinuierlich wie Klose in den vergangenen zwölf Jahren mit dem Adler auf der Brust traf, soll es auch über die WM-Endrunde hinaus an der Seitenlinie zugehen.

Nach Informationen der "Bild" hat sich der DFB mit Bundestrainer Joachim Löw, Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Torwarttrainer Andreas Köpke auf Vertragsverlängerungen bis 2016 geeinigt.

Auch Löws Assistent Hansi Flick soll bleiben und die derzeit vakante Stelle des Sportdirektors übernehmen.

Verkündet werden soll das Ganze, wenn die Qualifikation für die WM endgültig unter Dach und Fach gebracht worden ist.

Also vielleicht schon am kommenden Dienstag. Sollten die Deutschen auf den Färöer Inseln gewinnen und Schweden in Kasachstan nicht gewinnen, wäre also so manches perfekt:

Das WM-Ticket und die Zukunftsplanungen des Verbandes.

Defensive endlich stabil

Apropos perfekt: Gegen Österreich war nicht alles makellos. Aber schon sehr vieles, sehr viel besser als beim ernüchternden 3:3 im vergangenen Monat gegen Paraguay. (Kommentar)

Die Defensive gab sich dieses Mal keine Blöße und blieb zum ersten Mal seit rund einem halben Jahr ohne Gegentreffer.

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"Die Defensivarbeit ist ein ständiger Prozess", sagte Löw, der sich wegen der Abwehrschwächen zuletzt heftiger Kritik ausgesetzt sah:

"Manchmal spielen wir drei oder vier Monate nicht zusammen. Wenn wir uns ein paar Tage damit beschäftigen, klappen die Dinge besser."

Jerome Boateng hatte in der Abwehrzentrale den Part neben Per Mertesacker übernommen und einen weitaus sichereren Eindruck hinterlassen als zuletzt Mats Hummels. Ein Fingerzeig für die kommenden Aufgaben?

Fingerzeig in Richtung Hummels?

Er sei "weiterhin ein Fan" von Hummels beschied Löw dem Dortmunder: "Er ist ein sehr, sehr guter Innenverteidiger. Aber vielleicht fehlt ihm noch die Sicherheit des Vorjahres."

Gesetzt scheint somit derzeit nur Mertesacker, der nach dem überzeugenden Erfolg gegen den Nachbarn nicht mit Lob für seine Nebenleute sparte.

"Wir hatten heute viele Lösungen parat", sagte der Arsenal-Kapitän: "So ein Sieg hat uns einfach mal gut getan. Es war zu spüren, dass jeder dem anderen Sicherheit geben wollte."

Torhüter Manuel Neuer, zuletzt der Leidtragende des Tohuwabohus vor seinem Kasten, ergänzte:

"Wir haben gezeigt, dass wir trotz der ganzen Debatte zu Null spielen können. Das war ein gute Defensivleistung und ein souveräner Sieg."

Jubilar Lahm trifft Ballack

Zumal es auch offensiv manch Ansehnliches zu bewundern gab. Toni Kroos (51.) und Thomas Müller (88.) stellten nach Kloses Führung (33.) den Endstand her.

Bei besserer Chancenverwertung wäre wohl sogar der ein oder andere Treffer mehr drin gewesen.

"Wir haben 3:0 gewonnen, ich habe mein 100. Länderspiel vor der eigenen Haustür gemacht - wenn wir da nicht zufrieden wären, würden wir etwas falsch machen", befand Kapitän und Jubilar Phillip Lahm:

"Es war ein perfekter Abend."

Ein Abend, an dem es für den Außenverteidiger sogar zu einem Schulterklopfer eines Rivalen reichte. Michael Ballack war vor der Partie vom DFB offiziell verabschiedet worden.

Ein paar nette Worte hier, ein Lob dort. Die geballte Faust in der Tasche? Man weiß es nicht.

"Habe immer für Fußball gelebt"

Protagonist des Spiels war so oder so eindeutig Klose.

"Sein Geheimnis ist seine Professionalität und sein Willen, auf diesem hohen Niveau zu bleiben", lobte Löw seinen Torjäger.

Dieser antwortete wie auf Bestellung.

"Ich habe immer für den Fußball gelebt, habe nie geraucht und nicht getrunken. Das kommt mir jetzt zu Gute", sagte der Routinier und erklärte auch seine Karriere als Salto-Klose für endgültig beendet.

"Sie wissen, wie alt ich bin. Es ist schon länger her, dass ich einen Salto gemacht habe", meinte Klose, der am Abend des Abends dann doch noch ergänzte:

"Nachtrag: Früher kein Alkohol. Jetzt, sage ich mal, weniger."

Dann Prost: Auf den Sieg, das so gut wie sichere WM-Ticket, den Rekord und neue Verträge.

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