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Löw (l.) bekommt wohl einen neuen Vertrag, Flick wird befördert © getty

Das WM-Ticket ist so gut wie sicher, nun gehen die Vertragsgespräche zwischen DFB und Führungszirkel der Nationalelf richtig los.

München - Joachim Löw wird nach der WM 2014 in Brasilien aller Voraussicht nach Bundestrainer bleiben, sich aber wohl einen neuen Assistenten suchen müssen.

Die Vertragsverlängerung zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Löw soll nach Informationen der "Bild" bereits nach dem Spiel am Dienstag auf den Färöer Inseln verkündet werden.

Zudem gilt als sicher, dass sein bisheriger Co-Trainer Hansi Flick nach der WM auf den Posten des Sportdirektors rücken wird.

Löw dementierte die erfolgte Einigung, bestätigte aber eine entscheidende Annäherung.

Für Löw zählt nur die WM-Quali

"Ich habe noch keine Gespräche mit dem DFB geführt, aber mein Berater (Harun Arslan, Anm. d. Red.) hat mit Generalsekretär Helmut Sandrock gesprochen und dabei zwei bis drei Eckdaten festgelegt", sagte der 53-Jährige dem "kicker".

Er versicherte, dass es keine Entscheidung vor Ende der Qualifikation geben werde.

Aber: "Es wird schon vor der WM sein." Dem "Kölner Express" erläuterte Löw, dass es in dem Gespräch "um ein paar grundsätzliche Dinge" gegangen sei: "Ich selbst aber will im Moment davon gar nichts hören, für mich zählt einzig und allein die WM-Quali".

"Flick ist eine Alternative"

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagte derweil über Flick als möglichen Nachfolger des im Mai zu Werder Bremen abgewanderten Robin Dutt in der "ARD-Sportschau":

"Es ist eine Alternative. Das ist doch auch naheliegend. Er ist ein Mann von hoher Kompetenz, der die ganzen Strukturen kennt, der die Leute kennt. Er bräuchte keine Einarbeitung für diesen Job mit allem was dranhängt. Aber lasst uns noch die Zeit."

Allerdings wird Flick die Freigabe für den Jobwechsel wohl erst nach der WM erhalten. Nach den Vorstellungen Niersbachs soll der 48-Jährige in Brasilien noch unmittelbar an Löws Seite arbeiten.

Erst Ticket, dann Tacheles

"Unsere klare Zielsetzung ist die, dass wir dieses Team vor der WM in Brasilien nicht auseinanderreißen wollen", sagte Niersbach: "Die Vier, die die Quali wieder souverän bewältigt haben werden (Löw, Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke und Teammanager Oliver Bierhoff, Anm. d. Red.) sollen auch Verantwortung für WM 2014 haben."

Für Brasilien könne man nach dem 3:0 gegen Österreich (Bericht) "langsam konkret planen", sagte der DFB-Präsident.

Allerdings betonte er in Bezug auf die Vertragsverlängerungen von Löw und Co. wieder, "dass wir erst die Qualifikation abwarten, dann sprechen wir weiter".

Ausstiegsklausel nach WM

Nach kompletter Einigung klang es noch nicht, als Niersbach weiter ausführte: "Das ist immer ein Abwägen, es kommt auf beide Parteien an. Aus Sicht dieses Verbandes habe ich den Wunsch, noch vor der WM zu verlängern."

Er deutete jedoch an, "die Vorstellungen, speziell des Bundestrainers", schon zu kennen. Löw wisse "auch, dass der DFB ein guter Arbeitgeber ist." Mit allen Vieren weiterzuarbeiten sei "naheliegend, aber es kommt auf jeden Einzelnen an, was er so will".

Dies steht nach "Bild"-Informationen aber schon fest:

Flick steigt auf, Löw, Köpke und Bierhoff bleiben bei der Nationalelf. Sandrock und Arslan sollen bei ihrem Gespräch nämlich schon grundsätzlich über eine weitere Zusammenarbeit einig geworden sein. Der Vertrag beinhalte demnach eine beidseitige Ausstiegsklausel nach der WM.

Flick nicht abgeneigt

Flick wird das nicht mehr betreffen. Der Löw-Assistent wollte unter der Woche nichts Konkretes mehr zu seiner Situation sagen.

Bei der vorherigen Zusammenkunft der Nationalelf vor drei Wochen in Mainz hatte der frühere Bayern-Profi, der sich nicht zuletzt durch seine kompetente Aufarbeitung der misslungenen U-21-EM für höhere Weihen empfohlen hat, sein Interesse an der Dutt-Nachfolge aber schon deutlich signalisiert.

"Die Anfrage freut mich sehr, das ist eine sehr interessante Aufgabe", hatte Flick damals gesagt.

Und auch schon angedeutet, dass er zuerst noch seinen "Teil beitragen möchte" zu einer erfolgreichen WM. Löw hatte zuvor erklärt, dass er seinem langjährigen Assistenten die Aufgabe zutraue, er ihn aber ungern als Mitarbeiter verlieren wolle.

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