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Serdar Tasci (M.) spielte neben Heiko Westermann in der Innenverteidigung © getty

Hitzlsperger in der Rolle des Spielmachers, Marin erzielt sein erstes Länderspieltor. Die DFB-Elf in der Sport1-Einzelkritik.

Von der DFB-Elf berichtet Martin Volkmar

Nürnberg - Der Start in die Länderspiel-Saison ist gelungen:

Nach anfänglichen Problemen kam die deutsche Nationalmannschaft in ihrer ersten Partie nach der Europameisterschaft zu einem verdienten 2:0 (0:0)-Erfolg über Belgien.

Die Tore für das Team von Bundestrainer Joachim Löw vor 34.117 Zuschauer im nicht ausverkauften Nürnberger Frankenstadion erzielten Bastian Schweinsteiger per Foulelfmeter (59.) und der eingewechselte Marko Marin (77.).

Beste Spieler der DFB-Auswahl waren allerdings Debütant Serdar Tasci, sein Stuttgarter Teamkollege Thomas Hitzlsperger als Spielmacher sowie einmal mehr der unermüdliche Philipp Lahm.

Die deutsche Mannschaft in der Sport1.de-Einzelkritik:

Robert Enke: Überzeugende Vorstellung als neue Nummer eins. Insgesamt zwar selten geprüft, dann aber vor allem bei Distanzschüssen und Flanken auf den Posten. Nach der Pause eine Unsicherheit beim Herauslaufen nach belgischem Konter (59.).

Clemens Fritz: Defensiv kaum geprüft, machte jedoch nach vorne zu wenig.

Heiko Westermann: Aufgrund der geringen belgischen Offensivbemühungen wenig gefordert. Leichte Unsicherheiten, etwa als er bei Sutters Torchance zu spät kam (19.).

Serdar Tasci: Der Deutsch-Türke kam als 19. Debütant unter Löw zu seinem ersten Länderspiel. Gute Vorstellung, hinten sicher und mit vielen gelungenen Aktionen im Aufbauspiel. In dieser Form eine echte Alternative in der Innenverteidigung.

Philipp Lahm: Nutzte die Freiräume nach vorne im Gegensatz zu Fritz wesentlich besser und hatte einige gelungene Offensivaktionen. Defensiv unaufmerksam gegen Witsel, den er vor Sutters Großchance flanken ließ (19.). Pech bei herrlichem Drehschuss, den Stijnen noch aus dem Winkel holte (52.). Glänzende Vorarbeit zu Marins 2:0 (77.).

Bastian Schweinsteiger: Bemüht, aber lange Zeit ohne Durchschlagskraft und mit einigen Fehlpässen. Schoss aus kurzer Distanz übers Tor (22.). In der zweiten Halbzeit als Kapitän für den ausgewechselten Klose besser im Spiel. Erzielte per Foulelfmeter das umjubelte 1:0 (59.), sein 16. Treffer im 57. Länderspiel.

Thomas Hitzlsperger: Gutes Spiel im zentralen Mittelfeld, viele Ballgewinne und gelungene Pässe, die zu Chancen von Podolski (12.) und Klose (16.) führten. Pech bei Distanzschüssen. In der 70. Minute mit Applaus verabschiedet, als Marin für ihn in die Partie kam.

Simon Rolfes: Beschränkte sich größtenteils darauf, Hitzlsperger nach hinten den Rücken frei zu halten, was dem Leverkusener gelang. Offensiv relativ unauffällig.

Piotr Trochowski: Starker Beginn des Hamburgers, der über links für viel Wirbel sorgte. Baute dann aber immer stärker ab. Nach dem Wechsel wieder besser und mit schöner Vorarbeit auf Gomez, der zum Foulelfmeter zum 1:0 führte. Ging nach 79 Minuten für Helmes vom Feld.

Lukas Podolski: Verpasste schon nach vier Minuten knapp die Führung, als er das Außennetz traf. Acht Minuten später nach schönem Pass von Hitzlsperger frei vor Stijnen, doch sein Schuss ging am heraus eilenden Stijnen und am Tor vorbei. Dafür fügte ihm der Gästekeeper mit seinem Kung-Fu-Tritt eine schmerzhafte Schürfwunde und eine Rippenprellung zu, wegen der Podolski zunächst abbaute und dann in der Halbzeit gegen Gomez ausgetauscht werden musste.

Miroslav Klose: Der Bayern-Stürmer steckt offenbar wieder mal oder immer noch in einer Formkrise. Auch die Kapitänsbinde im 82.Länderspiel half wenig. Lediglich eine gute Chance (16.), ansonsten ohne Bindung. Machte zur Pause Platz für Kuranyi.

Mario Gomez: Ersetzte Podolski nach der Halbzeit und brachte spürbar Belebung ins Angriffsspiel. Holte gegen van Buyten den umstrittenen Foulelfmeter heraus, der zum 1:0 durch Schweinsteiger führte. Ansonsten bemüht, aber ohne Durchschlagskraft.

Kevin Kuranyi: Kam für Klose und führte sich mit einigen gelungenen Aktionen gut ein, tauchte dann aber etwas ab und strahlte kaum Torgefahr aus.

Marko Marin: Der Youngster aus Mönchengladbach kam nach 70 Minuten zu seinem zweiten Länderspiel, als er Hitzlsperger ersetzte. Direkt mit Zug zum Tor und nach nur sieben Minuten dem wunderschönen Drehschuss zum 2:0, als er nach Zusammenspiel mit Lahm van Buyten ganz alt aussehen ließ (77.).

Patrick Helmes:

Kam nach 79 Minuten für Trochowski, konnte sich aber nicht mehr in Szene setzen.

Marcell Jansen: Ersetzte nach 82 Minuten seinen Bayern-Teamkollegen Lahm und half, den Sieg über die Zeit zu bringen.

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