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Oliver Bierhoff arbeitet seit 2004 beim DFB als Teammanager © getty

Der DFB-Teammanager sieht kein Lagerdenken im Nationalteam. BVB-Spieler Hummels beklagte sich zuvor über mangelndes Standing.

Von Denis de Haas

München/Dortmund - Lagerdenken bei der Nationalelf?

Nein, sagt DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und kontert damit die Kritik von Dortmunds Abwehrspieler Mats Hummels: "Wir behandeln alle Spieler gleich, da spielt es überhaupt keine Rolle, aus welchen Vereinen sie kommen", erklärte Bierhoff bei SPORT1.

Bierhoff spricht mit Zorc

Darüber habe er auch schon mit BVB-Sportdirektor Michael Zorc gesprochen. "Ein Lagerdenken gibt es nicht bei der Nationalmannschaft, da sitzen Spieler von Dortmund, Schalke und Bayern beim Abendessen oder Kartenspielen am gleichen Tisch", sagte Bierhoff weiter.

"Ich glaube schon, dass ich mir mein Standing härter erarbeiten musste als andere", hatte Hummels zuvor im "Kicker" gemutmaßt.

Sein fehlendes Standing führte er dabei auf seinen Hang zum Klartext zurück.

"Beim DFB hört man Kritik nicht gerne", sagte der 24-Jährige: "Ich finde es nicht schlimm, wenn man mich kritisiert. Im Gegenzug melde ich mich zu Wort, wenn ich einmal etwas nicht perfekt finde."

Hummels als Sündenbock

Zuletzt fanden viele Dortmunder Joachim Löws Verhalten nicht perfekt. Den Borussen stieß es bitter auf, dass der Bundestrainer Hummels öffentlich an den Pranger stellte.

Löw kritisierte den Dortmunder nach zwei Stellungsfehlern beim 3:3 im Testspiel gegen Paraguay. In den WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich und auf den Färöer sah Hummels die 3:0-Siege von der Bank aus.

Hans-Joachim Watzke kündigte danach an, Löws Umgang mit den Dortmunder Spielern mit Argusaugen beobachten zu wollen. "Wir werden in den nächsten Wochen unsere Antennen ausrichten und unsere Sinne dafür schärfen", sagte der BVB-Geschäftsführer.

Aufruhr nach Schmelzer-Kritik

Schon vor einem Jahr gab es einen ähnlichen Aufruhr bei den Westfalen. Da hatte Löw über BVB-Außenverteidiger Marcel Schmelzer gesagt, er müsse mit ihm mangels Alternativen "die nächsten zwei, drei, vier, fünf Monate weiterarbeiten".

Diese Aussage relativerte der DFB-Coach zwar später "als sehr unglücklich". Doch die Dortmunder können kritische Löw-Zitate nur schwer vergessen.

"Wenn Fehler Namen kriegen, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es ein Borussia-Dortmund-Spieler ist", erklärte Trainer Jürgen Klopp zuletzt bei "Sky": "Ich habe mich damals bei Marcel Schmelzer ein wenig gewundert und jetzt bei Mats (Hummels, Anm.d.Red.)."

Weidenfeller wartet auf Debüt

An Roman Weidenfeller konnte Löw derweil noch keine Kritik üben. Der BVB-Torhüter wartet weiter auf seinen ersten Einsatz im Nationalteam.

Dass Löw den Dortmunder bei Nominierungen regelmäßig übergeht, ruft Unverständnis hervor. "Es kann keine sportlichen Gründe haben. Also müssen es andere sein. Und die kenne ich nicht", sagte BVB-Manager Michael Zorc der "Bild".

Der Torhüter wird wohl auch die kommenden Länderspiele vor dem Fernseher verfolgen. Hummels rechnet mit einem zumindest etwas komfortableren Zuschauerplatz.

Mertesacker und Boateng im Vorteil

Der Dortmunder geht davon aus, bei den Partien gegen Irland am 11. Oktober und vier Tage später in Schweden erneut auf der Bank zu sitzen. "Es wäre keine große Überraschung für mich, wenn der Bundestrainer die Abwehr so wie zuletzt aufstellt", sagte Hummels.

In den vergangenen beiden Spielen bildeten Per Mertesacker (Arsenal London) und Jerome Boateng (Bayern München) das Innenverteidiger-Duo.

Doch Hummels kennt diese Ausgangslage.

Schon vor der EM 2012 räumte ihm kaum jemand eine Chance ein, dann stand er gemeinsam mit Münchens Holger Badstuber stets in der Startelf.

Auch beim nächsten Turnier will Hummels bei Löw wieder erste Wahl sein. "Bei der WM soll es für ihn keine andere Option als mich geben", erklärte der Dortmunder.

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