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Bei der WM 2010 gehörte Stefan Kießling (r.) zum deutschen Kader von Bundestrainer Joachim Löw © getty

Die Diskussionen um Kießling flammen nach den Verletzungen von Gomez und Klose wieder auf. Löw kündigt ein Gespräch an.

München - Die Hängepartie um Bayer Leverkusens Torjäger Stefan Kießling geht in die nächste Runde.

Joachim Löw hat in der unendlichen Geschichte zwar erstmals ein Gespräch mit dem 29-Jährigen angekündigt, eine Nominierung Kießlings trotz des akuten Notstands im Angriff der deutschen Nationalmannschaft aber weiter offen gelassen.

"Stefan Kießling ist ein Spieler, der in der Bundesliga über die Jahre hinweg sehr gute Spiele gezeigt und viele Tore erzielt hat", lobte Löw den Leverkusener.

"Er hat sehr gute Qualitäten"

"Wir haben ein paar Dinge auch noch intern zu bereden, dann wird man sehen. Ich werde ihn nie abschreiben, er hat sehr gute Qualitäten", sagte der Bundestrainer in der "ARD-Sportschau".

Er werde "demnächst" mit Kießling reden, aber auch Kontakt zu Bayer-Sportdirektor Rudi Völler halten. Das Problem: Der Bundesliga-Torschützenkönig hat das Türchen, welches Löw einen Spalt öffnet, eigentlich längst zugeschlagen:

"Den Nationalspieler Kießling wird es unter Löw nicht mehr geben", hatte er im August der "Bild"-Zeitung gesagt.

Kaderbekanntgabe am Freitag

Am Freitag benennt Löw sein Aufgebot für die beiden entscheidenden WM-Qualifikationsspiele in Köln gegen Irland am 11. Oktober und vier Tage später in Schweden.

Obwohl die gesetzten Miroslav Klose und Mario Gomez verletzt ausfallen, gab es erneut kein Bekenntnis zu Kießling, der letztmals vor drei Jahren bei der WM 2010 in Südafrika beim Spiel um Platz drei gegen Uruguay (3:2) das DFB-Trikot getragen hatte.

Mit seinem Trainerstab wird sich Löw am Dienstag und Mittwoch zu einer Klausurtagung zurückziehen, um unter anderem das leidige Thema zu besprechen.

"Hoher Besuch" bei Bayer

Am Mittwochabend will der Bundestrainer dann in der BayArena den kantigen Stürmer, der insgesamt sechs Länderspiele (kein Tor) absolviert hat, in der Champions-League-Partie gegen Real Sociedad San Sebastian noch einmal unter die Lupe nehmen.

Der Werksklub kündigte deshalb via Twitter "hohen Besuch" an.

Ob Löw dann über seinen Schatten springt, erscheint zumindest fraglich. Zumal er am Sonntag den jungen Hoffenheimer Kevin Volland und den Gladbacher Max Kruse, der zuletzt schon zum DFB-Kader gehört hatte, als Alternativen nannte:

Volland und Kruse als Alternativen

"Ich habe immer gesagt, dass Miroslav Klose und Mario Gomez die ersten Optionen sind. Wir haben dahinter auch noch ein paar junge Spieler: Volland oder Kruse, die sich in den Vordergrund gespielt haben."

Von einer Notlage wollte Löw deshalb nichts wissen: "Wir haben generell in allen WM-Qualifikationsspielen viele Tore geschossen. Wenn dann immer von einem Sturmproblem die Rede ist, kann ich das nicht nachvollziehen."

Wenig Hoffnung hat der Bundestrainer, der auch auf den Dortmunder Linksverteidiger Marcel Schmelzer (Muskelfaserriss) verzichten muss, indes bei Rekord-Torjäger Klose.

Kaum Hoffnung bei Klose

"Man geht davon aus, dass er 14 Tage pausiert. Manchmal verläuft der Heilungsprozess besser. Wir haben uns verständigt, dass wir im Laufe der Woche telefonieren. Aber wir müssen möglicherweise davon ausgehen, dass er für beide Spiele ausfällt", sagte Löw.

Als Alternative zu einem "echten" Stürmer hat der Bundestrainer in den vergangenen Monaten einige Male auch das System mit einer "falschen Neun" getestet.

Erster Kandidat hierfür wäre Jungstar Mario Götze, der aber wegen diverser Verletzungen seit Monaten wenig Spielpraxis hat. Götze hat erst vor gut einer Woche beim FC Bayern das Training wieder aufgenommen.

Neben Götze hatte Löw zuletzt aber auch Mesut Özil, Thomas Müller und Marco Reus genannt, die diese Rolle im Sturm der DFB-Auswahl ausfüllen könnten.

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