Vor dem ersten WM-Qualifikationsspiel drängt sich dem Bundestrainer vor allem ein Quartett auf.

Sieht man einmal vom sehenswerten Treffer Marko Marins zum 2:0-Endstand ab, dann war das erste Spiel der von Bundestrainer Joachim Löw ausgerufenen "neuen Periode" gegen Belgien vergleichsweise unspektakulär.

Dennoch dürften Löw und sein Trainerstab durchaus wertvolle Erkenntnisse aus dem Nürnberger Aufgalopp für die WM-Qualifikation gewonnen haben.

Die wesentliche: Die Spieler nehmen den Bundestrainer beim Wort und den neuen Konkurrenzkampf an.

Bei der EM nicht eingesetzte Spieler wie Robert Enke und Heiko Westermann, vor dem Turnier aussortierte Akteure wie Patrick Helmes und Marin oder Neuling Serdar Tasci glauben an ihre Chance, sich einen Platz im Team erkämpfen zu können und legten sich dementsprechend ins Zeug.

Nach "Form und Fitness" will Löw künftig aufstellen, nicht nach Namen. Dass er dies so explizit geäußert hat, legt den Verdacht nahe, dass dies vorher nicht immer so war.

Insofern darf man sehr gespannt darauf sein, ob der Bundestrainer dieses Leistungsprinzip aufrecht erhält, wenn Leitfiguren wie Michael Ballack und Torsten Frings oder feste Größen wie Per Mertesacker und Arne Friedrich zur WM-Qualifikation wieder zurückkehren.

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Es ist kaum anzunehmen, dass Löw die beiden Mittelfeldroutiniers ohne Weiteres aus der Mannschaft nehmen wird.

Vor allem in der Abwehr - das deuteten das ausdrückliche Lob für Tasci und Westermann sowie der gänzliche Verzicht auf einen Einsatz von Christoph Metzelder in Nürnberg an - denkt er da offenbar etwas anders.

Mit Liechtenstein als erstem Gegner der WM-Qualifikation bietet sich dem Bundestrainer die Möglichkeit, den Akteuren aus dem Belgien-Spiel in einem Pflichtspiel eine weitere Bewährungschance zu geben. Wem Löw am 6. September diese Chance gibt, dürfte erneut deutlich interessanter sein als das Spiel selbst.

Der Ernstfall folgt dann am 10. September in Finnland und vor allem im Oktober gegen EM-Halbfinalist Russland.

Erst danach wird man schlauer sein, wie groß Löws Alternativen tatsächlich sind.

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