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Joachim Löw verzichtet bei den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres auf Experimente © getty

Keine Experimente! Jogi Löw möchte bei den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres mit etablierten Kräften zurück in die Erfolgsspur.

Frankfurt/Main - Bundestrainer Joachim Löw verzichtet in den ersten Pflichtspielen 2009 auf Experimente und setzt nach zuletzt zwei Pleiten der deutschen Nationalmannschaft in Folge wieder auf die Torjäger-Qualitäten von Lukas Podolski.

"Es ist sehr erfreulich, dass Lukas beim FC Bayern wieder eine gute Rolle spielt. Wir haben immer gesagt, dass Lukas, sobald er den richtigen Trainingsrhythmus hat, für uns ein wertvoller Stürmer ist, dem wir großes Vertrauen entgegenbringen", sagte Löw bei der Nominierung seines Kaders für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein in Leipzig am 28. März und gegen Wales in Cardiff am 1. April.

Neben Podolski, der beim 6:0 im Hinspiel in Liechtenstein die ersten beiden Treffer erzielt hatte, nominierte Löw auch die beim 0:1 gegen Norwegen im Februar verletzt fehlenden EM-Teilnehmer Arne Friedrich und Marcell Jansen, der zuletzt im vergangenen August beim 2:0 gegen Belgien in Nürnberg für die DFB-Auswahl im Einsatz war, für das insgesamt 23 Spieler umfassende Aufgebot.

Konkurrenzkampf im deutschen Tor

Löw forciert beim Doppelspieltag mit der Berufung von Rene Adler, Tim Wiese und dem erstmals seit seinem Handbruch im Oktober 2008 wieder eingeladenen Robert Enke zudem den Konkurrenzkampf im deutschen Tor. Marcel Schäfer vom VfL Wolfsburg steht wie Andreas Beck von Herbstmeister 1899 Hoffenheim zum zweiten Mal im Kader der Nationalmannschaft.

"Grundsätzlich ist es so, dass man an Doppelspieltagen den ein oder anderen Spieler mehr nominiert. Gerade für Marcel Schäfer und Andreas Beck, die gleich bei ihrer ersten Berufung ihr Debüt im Trikot der Nationalmannschaft feiern konnten, ist es eine gute Möglichkeit, sich erneut zu empfehlen", sagte Löw und fügte an:

"Außerdem freue ich mich, dass Robert Enke wieder fit ist. Er hat nach seinem dreimonatigen verletzungsbedingten Ausfall in der Bundesliga schnell an die alte Form angeknüpft und sein Können bewiesen."

Özil nicht dabei

Überraschend nicht nominiert wurde der Bremer Mesut Özil, der sich mit einer Einsatzminute im Pflichtspiel gegen Liechtenstein für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) endgültig festgespielt hätte.

So hat Özil, der für die U21 berufen wurde, noch immer die theoretische Möglichkeit, in Zukunft für die Türkei zu spielen.

Erstmals seit seiner Verletzungspause im vergangenen Herbst steht auch der Neu-Hamburger Jansen wieder im DFB-Aufgebot.

Bei Trochowski noch "ein Fragezeichen"

Da laut Löw hinter dem Einsatz von Piotr Trochowski noch "ein Fragezeichen" steht, wurde der gelernte Außenverteidiger Jansen für das Mittelfeld nominiert.

"Wir werden uns sicherlich am Wochenende mit dem HSV in Verbindung setzen, um uns nochmals über seinen Fitness-Zustand auszutauschen. Bei all diesen Überlegungen ist Marcell Jansen eine gute Alternative für uns, zumal er nach der Winterpause für den HSV gute Leistungen geboten hat", sagte der 49-Jährige.

Friedrich in der Innenverteidigung

Große Hoffnungen setzt Löw auch in Friedrich, hinter Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings mit 64 Länderspielen einer der erfahrensten Akteure im DFB-Team.

Der Profi von Tabellenführer Hertha BSC Berlin wird gegen Liechtenstein und Wales voraussichtlich in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen.

"Es ist ein Vorteil, dass wir ihn sowohl auf der rechten Außenverteidigerposition oder in der Innenverteidigung einsetzen können", sagte Löw.

Tagung der Bundesliga-Trainer

Löw wird am Sonntag und Montag in Düsseldorf zunächst die Tagung der Bundesliga-Trainer besuchen, um seine zuletzt geäußerte Kritik am Zustand der deutschen Eliteklasse zu erläutern.

Am Montagabend empfängt Löw dann in Leipzig die Nationalspieler, ehe mit dem ersten Fitness-Test seit über zwei Jahren am Dienstag die konkrete Vorbereitung auf die beiden ersten WM-Qualifikationsspiele des Jahres beginnt.

Das DFB-Aufgebot für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und in Wales:Tor: Rene Adler (Bayer Leverkusen), Robert Enke (Hannover 96), Tim Wiese (Werder Bremen)Abwehr: Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Andreas Hinkel (Celtic Glasgow), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (Schalke 04), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg)Mittelfeld: Michael Ballack (FC Chelsea), Torsten Frings (Werder Bremen), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Marko Marin (Borussia Mönchengladbach), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Marcell Jansen (Hamburger SV), Piotr Trochowski (Hamburger SV)Angriff: Mario Gomez (VfB Stuttgart), Patrick Helmes (Bayer Leverkusen), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Lukas Podolski (Bayern München)

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