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Auf Marko Marin, Serdar Tasci und Patrick Helmes (v.l.) baut Bundestrainer Löw in der Zukunft © getty

Mit dem 2:0 gegen Belgien startete die DFB-Auswahl laut Bundestrainer Löw in eine "neue Periode". Sport1.de macht die Bestandsaufnahme.

Von der DFB-Elf berichtet Martin van de Flierdt

Nürnberg - Bastian Schweinsteiger findet es gut, richtig gut.

"Ein neues Abenteuer beginnt", sagte der Münchner nach dem soliden 2:0-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft im einzigen Testspiel vor Beginn der WM-Qualifikation am Mittwoch gegen Belgien erwartungsfroh. "Jeder Spieler muss sich einen Platz erkämpfen." Auch die gestandenen Spieler müssten "Leistung bringen", um das zu tun.

Die "neue Periode", die Bundestrainer Joachim Löw 52 Tage nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien (0:1) ausgerufen hat, betrachtet der 24-Jährige ganz offensichtlich als Herausforderung, der er sich gewachsen sieht. Und auf die er sich freut.

"Es gibt nur wenige Mannschaften auf der Welt, die einen so jungen Kader besitzen. Das Potenzial ist sehr groß", behauptete Schweinsteiger, der in der zweiten Halbzeit seines 57. Länderspiels erstmals die Kapitänsbinde trug und beim Elfmeter zum 1:0 (59.) Verantwortung übernahm.

Löw selbst hatte in dem Test für den Ernstfall, der 6. September mit der Partie in Liechtenstein beginnt, gesehen, was er sehen wollte: "Einige Spieler müssen darauf drängen, jetzt in die Mannschaft zu kommen. Alle diese Spieler, die zuvor weniger gespielt hatten, haben sehr engagiert und motiviert agiert."

Sport1.de fasst den Status quo zusammen:

Tor:

Robert Enke strahlte in seinem zweiten Länderspiel Ruhe aus, wurde von den Belgiern allerdings kaum geprüft. "Für mich steht viel auf dem Spiel. Deshalb freue ich mich, dass wir zu null gespielt haben", sagte der Hannoveraner. "Aber ich war über weite Teile der Partie beschäftigungslos. Manchmal hat man eben mehr Möglichkeiten, den Bundestrainer zu überzeugen, manchmal weniger."

Dessen ungeachtet stellte ihm Löw für die WM-Qualifikationsspiele in Liechtenstein und Finnland (10. September) zwei weitere Einsätze in Aussicht - nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Enkes ärgste Konkurrenten Rene Adler (Schulteroperation) und Manuel Neuer (Mittelfußbruch) bis dahin nicht fit sein werden. Tim Wiese darf in der Zwischenzeit seine Loyalität als Ersatzmann unter Beweis stellen.

Abwehr:

Dass Enke wenig zu tun bekam, hatte wesentlich mit der neuformierten Innenverteidigung aus Debütant Serdar Tasci und Heiko Westermann zu tun.

"Die beiden haben mir sehr viel Arbeit abgenommen", lobte der Torwart. Tasci, ein Sohn türkischer Gastarbeiter, war zum vierten Mal nominiert gewesen. Nach einem Bankdrückerdasein beim 2:1 in England im August 2007 und zwei verletzungsbedingten Absagen feierte der Stuttgarter eine überzeugende Premiere.

"Er hat all das umgesetzt, was wir von ihm erwartet haben", meinte Löw. "Er ist taktisch gut ausgebildet und hat eine hervorragende Spielauflösung." Partner Westermann, bei der EM ohne Einsatz, empfahl sich ebenfalls.

"Die Innenverteidigung war bei der EM nicht so stark und präsent wie bei der EM", kritisierte der Bundestrainer die bisherigen Stammkräfte Per Mertesacker und Christoph Metzelder. Letzterer blieb gegen Belgien nicht ohne Grund auf der Bank.

Auf der Position des Innenverteidigers beginne "das intelligente Spiel", hat Löw unlängst geäußert. Das DFB-Team brauche dort Alternativen. Tasci und Westermann haben sich als solche entpuppt.

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