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Rene Adler stand bislang viermal für die deutsche Elf im Tor © getty

Die Verletzung des Bayer-Keepers ist schlimmer als gedacht. Dazu sorgt der Fitness-Test für Unmut bei Werder-Coach Schaaf.

Leipzig - Zwei weitere drohende Ausfälle, neue Spannungen im Verhältnis zu den Bundesligisten: Bundestrainer Joachim Löw hat vor den ersten Pflichtspielen des Jahres Sorgenfalten.

Keeper Rene Adler und Mittelfeldspieler Piotr Trochowski sind am Montag angeschlagen zum Treffpunkt in Leipzig angereist.

Löw drohen also nach den Absagen der Stützen Miroslav Klose, Torsten Frings und Arne Friedrich (Friedrich-Ausfall verschärft Löws Probleme) für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein am Samstag (20 Uhr LIVE) und vier Tage später in Wales (20.45 Uhr LIVE) weitere personelle Rückschläge.

Vor allem der Bluterguss im linken Ellbogen des Leverkusener Schlussmanns Adler beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag scheint schwerwiegender zu sein, als zunächst gedacht.

"Über Nacht schlimmer geworden"

"Die Sache ist über Nacht etwas schlimmer geworden. Ich nehme die Bilder mit nach Leipzig, dann wird entschieden", erklärte der 24-Jährige.

Auch hinter dem Einsatz von Mittelfeldspieler Trochowski im ersten Spiel gegen Fußball-Zwerg Liechtenstein am Samstag steht noch ein dickes Fragezeichen.

Zwar reiste auch Trochowski am Montag zum Treffpunkt der DFB-Auswahl, doch die Innenbanddehnung des Hamburgers hatte zumindest einen Einsatz am Sonntag beim 2:1 bei Schalke 04 noch unmöglich gemacht.

"Ich hoffe, dass er in den nächsten Tagen ins Training einsteigen kann. Adler hat einen Bluterguss und eine Schwellung, ich bin aber zuversichtlich, dass er noch in dieser Woche trainieren kann", zeigte sich Löw nach außen zuversichtlich.

Nachnominierung unwahrscheinlich

Trochowski und Adler werden nun noch einmal eindringlich von Nationalmannschafts-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth untersucht.

Sollte sich abzeichnen, dass Trochowski im zweiten Spiel gegen Wales eingesetzt werden kann, wird Bundestrainer Löw wohl auf eine Nachnominierung verzichten (Alles zum DFB-Team).

Ungeachtet der Ausfälle fordert Löw unmissverständlich sechs Punkte aus den beiden Partien: "Wir werden ein anderes Gesicht als zuletzt zeigen. Das große Ziel ist es, als Tabellenführer im Herbst nach Russland zu reisen. Daher wollen wir die beiden anstehenden Spiele gewinnen."

Schaaf über Fitness-Test verstimmt

Für Verstimmung sorgt indes der Zeitpunkt des ersten Fitness-Tests der Nationalmannschaft seit September 2007 am Dienstag.

Abzulesen ist es an der gereizten Reaktion von Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf in einem "kicker"-Interview.

"Fragen Sie die, die in der Nationalmannschaft etwas zu sagen haben. Die äußern sich ja auch zu Dingen, die die Bundesliga betreffen", beantwortete er die Frage, ob der intensive Test für seine Spieler aufgrund der nun anstehenden vier englischen Wochen nicht unzumutbar sei.

"Wollen eigene Daten"

Nicht nur Schaaf fehlt das Verständnis dafür, dass vor dem Saison-Endspurt die körperliche Belastung der Profis noch einmal gesteigert wird.

Im Gegensatz zum letzten Fitnesstest vor 18 Monaten stehen bei der Nationalmannschaft am Dienstag neben Sprint- und Sprungkraftübungen auch ein Ausdauertest auf dem Programm.

"Wir wollen mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika einfach auch mal wieder eigene Daten haben", sagte Löw.

"Können auf die Bundesliga zählen"

Der Bundestrainer, der sich am Montag bei einer Tagung mit den Bundesliga-Trainern austauschte, sieht sich trotz der neuen Misstöne auf einer Linie mit seinen Kollegen.

"Wir können auf die Unterstützung der Bundesliga zählen", erklärte er: "Wir sind uns darin einig, dass wir versuchen wollen, den deutschen Fußball immer wieder voranzubringen."

Leverkusens Coach Bruno Labbadia pflichtete ihm bei: "Wir haben alle das Ziel, dass unsere Nationalmannschaft tolle Ergebnisse erzielt."

Er hatte bei der Tagung auch "nie das Gefühl, dass da Besserwisser sind. Es sind immer nur Anregungen gewesen."

Auch Klinsmann auf Löws Seite

Auch bei Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann kam die jüngste Hinweise seines früheren DFB-Assistenten in Richtung der Bundesliga-Trainer nicht so an.

"Jogi hat niemandem gesagt, was er machen muss", erklärte Klinsmann im "kicker"-Interview: "Er hat eine Bestandsaufnahme gemacht und ist zu dem völlig richtigen Ergebnis gekommen: Wenn wir ins Champions-League-Finale wollen, wenn wir bei Europa- oder Weltmeisterschaften was erreichen möchten, dann müssen wir in der Lage sein, das Tempo der ganz Großen mitzugehen."

Das sei "keine Kritik, das ist ein berechtigter Hinweis".

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