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Mayer-Vorfelder (l.) und Zwanziger bildeten zwei Jahre lang die DFB-Doppelspitze © getty

Am Mittwoch will Theo Zwanziger das UEFA-Amt von Gerhard Mayer-Vorfelder übernehmen. Sogar der "Kaiser" verspricht Unterstützung.

Kopenhagen - Von Gerhard Mayer-Vorfelder zu Theo Zwanziger - am Mittwoch soll in der UEFA der Staffelstab unter den deutschen Spitzenfunktionären weitergegeben werden.

Auf dem XXXIII. Ordentlichen Kongress der UEFA im Bella-Congress-Center Kopenhagen bewirbt sich der DFB-Chef Theo Zwanziger als einer von zwölf Kandidaten für neun frei werdende Plätze im Exekutivkomitee.

Der 13 Jahre ältere "MV", zurzeit einer von fünf UEFA-Vize-Präsidenten, scheidet nach neunjähriger Zugehörigkeit aus. ad

Zwanziger will sich für die Einheit des Fußballs stark machen und zog in seinen Bewerbungsschreiben an alle Mitgliedsverbände Parallelen zwischen dem Exko und dem DFB: "In beiden Vereinigungen gilt es, die unterschiedlichen Interessen von Profis und Amateuren, von großen und kleinen Mitgliedsverbänden zusammenzufügen und zusammenzuhalten."

"MV" scheiterte bereits ein Mal

Dass die Wahl in ein Exekutivkomitee nicht unbedingt ein Selbstläufer für einen deutschen Bewerber sein muss, hat allerdings schon Mayer-Vorfelder schmerzlich erfahren müssen.

"MV" war einst beim Votum der Mitgliedsverbände des Weltverbandes FIFA überraschend am Malteser Joseph Mifsud gescheitert.

Erst später rückte der gebürtige Mannheimer wieder ins FIFA-Exko. Seit 2000 gehörte jedoch der langjährige Präsident des VfB Stuttgart ununterbrochen dem UEFA-Exko an, trat seinen Posten in der FIFA 2007 an Franz Beckenbauer ab.

Beckenbauer unterstützt DFB-Boss

Deutschlands Fußball-Kaiser kündigte an, er werde die Zwanziger-Kandidatur in der UEFA "rückhaltlos unterstützen".

Mit seinem juristischen Sachverstand und seiner Fähigkeit, "gerade in schwierigen Diskussionen und Situationen die richtigen Wege und Argumente zu finden, bringe der DFB-Boss alle Voraussetzungen mit, "um die Entwicklung des Fußballs in Europa stark zu beeinflussen", so Beckenbauer.

Hohe Erwartungshaltung

Deutschland will seine Rolle als verlässlicher Partner für die 52 anderen UEFA-Mitgliedsverbände auch in Zukunft ausüben.

Von 1988 bis 2000 (durch Egidius Braun) und danach durch Mayer-Vorfelder ist der DFB bereits über zwei Jahrzehnten im Exko der UEFA vertreten.

"Ich erwarte von den neuen Mitgliedern, dass sie Schwung in die Diskussion bringen, dass sie Ideen und Anregungen einbringen, und dass sie uns geeignete Lösungen für die Probleme suchen, mit denen der europäische Fußball konfrontiert ist", sagte UEFA-Boss Michel Platini, dem stets eine sehr große Nähe zu Mayer-Vorfelder nachgesagt wurde.

Zwanziger und Platini versöhnt

Frankreichs einstige Nummer 10 weiß allerdings inzwischen auch die Fähigkeiten des aktuellen DFB-Chefs zu schätzen.

Die Dissonanzen, die zwischen Platini und Zwanziger nach der Wahl der französischen Fußball-Ikone zum UEFA-Boss aufgetreten waren, wurden längst ausgeräumt.

Der DFB hatte beim Votum am 26. Januar 2007 in Düsseldorf den 17 Jahre amtierenden UEFA-Boss und langjährigen deutschen Verbündeten Lennart Johansson aus Schweden unterstützt.

Deutschland stark vertreten

Der deutsche Fußball könnte jedenfalls, sofern Zwanziger am Mittwoch gewählt wird und Einzug in die UEFA-Regierung hält, auf Jahre hinaus in internationalen Gremien gut aufgestellt sein.

Denn neben Zwanziger und Beckenbauer hat auch Bayern Münchens Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge als Präsident der European Club Association ECA einen wichtigen Posten inne.

Für den ehemaligen Liga-Präsidenten Wolfgang Holzhäuser könnte Zwanziger darüber hinaus im Exko als Weichensteller fungieren, um sich für weitere deutsche Vertreter in wichtigen UEFA-Kommissionen stark zu machen.

Elf weitere Kandidaten

Neben Zwanziger stellen sich Allan Hansen (Dänemark), Giancarlo Abete (Italien), Marios N. Lefkaritis (Zypern), Peter Rees (Wales), Michael van Praag (Niederlande), Frantisek Laurinec (Slowakei), Liutauras Varanavicius (Litauen), Tomas Gea (Andorra), Geoffrey Thompson (England), Nodar Akhalkatsi (Georgien) und Abraham Luzon (Israel) in Kopenhagen für das UEFA-Exko zur Wahl.

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