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Michael Ballack erzielte in 90 Länderspielen bislang 39 Tore © getty

Kapitän Michael Ballack steht vor dem Quali-Spiel gegen Liechtenstein überall im Fokus. Er will auf dem Platz Zeichen setzen.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Leipzig - Michael Ballack kommt gerne nach Leipzig.

Er war WM-Botschafter der sächsischen Stadt, ist unweit entfernt in Chemnitz aufgewachsen und führte die Nationalmannschaft in Leipzig mit einem phänomenalen Freistoßtor gegen Mexiko zum dritten Platz beim Confed Cup 2005.

"Natürlich ist es schön, wenn man zurück in die Nähe seiner alten Heimat kommt", gab der DFB-Kapitän zu, der die Freizeit vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein (Sa., 19.30 Uhr LIVE) zu Treffen mit Freunden und Familie nutzt.

Doch auch sonst steht Ballack in Leipzig im Blickpunkt - und in der Pflicht.

Zurück in die Erfolgsspur

Denn der 90-fache Nationalspieler soll die deutsche Mannschaft nach den jüngsten Pleiten gegen England und Norwegen wieder zurück in die Erfolgsspur führen. (Enke Nummer eins - Wiese der "weinende Dritte")

"Ich fordere, dass der Kapitän vorneweg geht und die anderen mitreißt", macht DFB-Präsident Theo Zwanziger seine Erwartungen deutlich.

Und Ballack stellt sich der Verantwortung. Er wolle "vorangehen und Zeichen setzen", erklärte der Mittelfeldspieler des FC Chelsea die Marschroute gegen Liechtenstein und am Mittwoch in Wales.

"Wir sind heiß auf Wiedergutmachung"

"Wir sind heiß auf Wiedergutmachung. Es ist wichtig, dass wir nach den beiden Niederlagen gegen England und Norwegen jetzt eine Reaktion zeigen. Und die wird auch kommen. Schließlich haben wir noch nicht so oft zwei Spiele in Folge verloren."

Das muss auch so bleiben wenn die DFB-Auswahl im Fernduell mit EM-Halbfinalist Russland um den Gruppensieg weiter die Nase vorn haben wird.

"Wir können in diesen beiden Spielen nicht viel gewinnen, aber die Ergebnisse sind wichtig. Wir müssen siegen, um auf Kurs zu bleiben und im Herbst als Tabellenführer nach Russland fahren zu können", sagte Ballack dem "kicker".

Löw lobt seinen Leader

Dabei wird viel vom 32-Jährigen abhängen, der trotz des Streits mit Bundestrainer Joachim Löw im vergangenen Herbst wieder der unumstrittene Leader im Team ist. Das liege auch an seinem geänderten Verhalten den Mitspielern gegenüber, war zuletzt berichtet worden.

Ballack trete nicht mehr wie bei EM-Endrunde herrisch und besserwisserisch, sondern kollegial und kommunikativ auf. "Sein Auftreten ist absolut vorbildlich. Er weiß, was wir von ihm erwarten, und das setzt er um", lobte Löw.

Dass das mit der letztjährigen Aussprache mit dem Bundestrainer zu tun hat, wie Aussagen von Philipp Lahm und Miroslav Klose zuletzt suggerierten, sieht Ballack aber nicht.

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"Ich bin der Typ, der ich immer war und habe meinen Stil nicht verändert. Ich bin einer, der offen ist. Aber man kann es auch nicht jedem Recht machen", erklärte er.

"Es muss auch mal Reibung da sein"

Vielmehr betonte der England-Legionär, dass es in einer Mannschaft auch mal Spannungen geben müsse, "und die darf man auch nicht einfach nur wegwischen oder glätten. Es ist nicht immer nur eitel Sonnenschein, sondern es muss auch mal Reibung da sein".

Und so redete der Kapitän seinen Teamkollegen auch eindringlich ins Gewissen, wieder mit voller Konzentration ans Werk zu gehen. Schließlich will er bei der Endrunde in Südafrika endlich einen internationalen Titel gewinnen.

"Wir werden uns für die WM qualifizieren. Wir werden bei der WM die Vorrunde wieder überstehen, auch wenn es eng werden kann", sagte er.

Jetzt den Hebel umlegen

"Aber dann kommen die Spiele gegen die großen Mannschaften. Da muss man eben auch höher gehandelte, bessere Mannschaften schlagen, wie es uns im EM-Finale gegen Spanien nicht gelungen ist. Diese Weitsicht muss jetzt schon jeder haben, das ist wichtig."

Deshalb müsse schon gegen Liechtenstein und Wales der Hebel umgelegt werden: "Weil jetzt der Grundstein dafür gelegt wird, dass wir dann bei der WM die Spiele, die im übertragenen Sinne über Leben und Tod entscheiden, erfolgreich gestalten können."

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