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Mario Gomez (l.) und Sport1.de-Redakteur Martin Volkmar in Leipzig © getty

Mario Gomez spricht bei Sport1.de über seinen Status in der DFB-Auswahl und die Folgen der für ihn verkorksten EM 2008.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Leipzig - Mario Gomez zeigt den deutschen Fußball-Fans seit geraumer Zeit zwei völlig unterschiedliche Seiten.

In der Bundesliga ist der Stuttgarter Stürmer mit 14 Toren treffsicherster Deutscher hinter Leverkusens Patrick Helmes (DATENCENTER: Torjägerliste).

In der Nationalmannschaft dagegen hat er den Ball seit März vergangenen Jahres nicht mehr über die Linie gebracht.

"Ich hoffe, dass der Knoten bald platzt", sagt der 23-Jährige vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein (Sa., 19.30 Uhr LIVE) im Interview mit Sport1.de.

Zudem spricht Gomez über seinen Status in der DFB-Auswahl, die Folgen der für ihn verkorksten EM 2008 und den Druck durch Medien und Fans.

Sport1.de: Herr Gomez, Sie sind seit einigen Jahren der erfolgreichste deutsche Stürmer. Fordern Sie einen Stammplatz in der DFB-Auswahl?

Mario Gomez: Das kann ich nicht. Denn in der Nationalmannschaft habe ich seit Monaten nicht das gezeigt, was ich im Verein geleistet habe und vor allem nicht getroffen. Im DFB-Team muss ich mir meinen Stellenwert erst wieder erarbeiten.

Sport1.de: Fühlen Sie sich im Trikot des VfB Stuttgart im Moment wohler als in dem der Nationalmannschaft?

Gomez: Nein, ich fühle mich auch bei der Nationalmannschaft wohl. Das Problem ist nur, dass ich seit dem 4:0 gegen die Schweiz kein Tor mehr erzielt habe. Bis dahin hatte ich sechsmal in zehn Länderspielen getroffen. Da hätten Sie mir die Frage wohl nicht gestellt.

Sport1.de: Aber dann haben Sie fast genau seit zwölf Monaten nicht mehr getroffen.

Gomez: Das sind die Fakten, die kann ich nicht wegdiskutieren - und das will ich auch gar nicht. Ich bin seitdem den Erwartungen des Trainers, der Mannschaft und der Öffentlichkeit nicht gerecht geworden. Natürlich ist es sehr, sehr bitter, dass ich gerade bei der EM diesen negativen Lauf bekommen habe.

Sport1.de: Als Sie gegen Polen und Österreich beste Torchancen vergaben?

Gomez: Ich behaupte trotzdem felsenfest, dass diese Szenen nicht mehr in meinem Kopf sind. Wichtig ist es jetzt einfach, Joachim Löw und die Fans wieder zu überzeugen. Das geht am Besten mit Toren. Daher hoffe ich, dass der Knoten bald platzt.

Sport1.de: Spüren Sie Vorbehalte bei den Fans?

Gomez: Es ist doch klar, dass die Leute wollen, dass ich nicht nur im Verein treffe. Das ist ja auch mein größtes Interesse. Im Moment spüre ich bei einigen ein gewisses Misstrauen, da werde ich als Chancentod und was weiß ich bezeichnet. Aber ich mache mich nicht verrückt. Durch Tore kann ich die Fans schnell wieder auf meine Seite ziehen.

Sport1.de: Woran liegt es, dass Sie die Durststrecke in der Nationalmannschaft auch nach der EM nicht beenden können?

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Gomez: Teilweise war es Unvermögen, teilweise Pech, teilweise hatte ich nur wenig Einsatzzeiten. Und dann ist es irgendwann nicht mehr Qualitäts-, sondern Kopfsache.

Sport1.de: Sind Sie in einer Krise?

Gomez: In der Nationalmannschaft habe ich zwölf Spiele nicht getroffen. Aber es beruhigt mich, dass ich in diesem Zeitraum im Verein fast 30 Pflichtspieltore gemacht habe. Hier geht es weiter zum zweiten Teil >>

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