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Mario Gomez (l.) erzielte im März 2008 gegen die Schweiz sein letztes Länderspieltor © getty

Mario Gomez hat auch gegen Liechtenstein nicht getroffen. Im Interview spricht er über die Pfiffe der Fans und vergebene Chancen.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Leipzig - Für die deutsche Nationalmannschaft war der Pflichtsieg gegen Liechtenstein ein kleiner Schritt nach vorne.

Doch Mario Gomez konnte sich über das 4:0 in der WM-Qualifikation nicht freuen. (SPIELBERICHT: Pflichtsieg ohne viel Glanz)

Minutenlang starrte der Stuttgarter nach dem Abpfiff ins Leere, nachdem er zuvor erneut ohne Länderspieltor geblieben war.

Nicht nur wegen der Pfiffe der Leipziger Zuschauer gegen ihn war die Partie gegen den Fußball-Zwerg ein erneuter Tiefpunkt in Gomez' DFB-Karriere. (EINZELKRITIK: Gomez wie ein Fremdkörper)

Seit über einem Jahr ohne Treffer

Der 22-Jährige hat seit seinem Tor beim 3:0 am 26. März 2008 gegen die Schweiz in seinen letzten zwölf Länderspielen nicht mehr getroffen.

Seitdem Gomez bei der EM-Endrunde gegen Österreich aus kurzer Distanz vergab, läuft es nicht mehr für ihn in der Nationalelf.

14 Bundesligatreffer für Stuttgart

Dabei läuft es beim VfB Stuttgart hervorragend, mit 14 Bundesligatreffern ist er aktuell der zweitbeste deutsche Torjäger.

Doch in der DFB-Auswahl platzte der Knoten auch gegen Liechtenstein nicht, so dass der Deutsch-Spanier entsprechend frustriert die Katakomben der Leipziger WM-Arena verließ.

Dennoch stellte sich Gomez aufrecht allen Nachfragen.

Frage: Sie haben Ihre Negativserie in der Nationalmannschaft fortgesetzt. Woran lag es?

Mario Gomez: Es ist sehr, sehr bitter. Ich hatte mir viel vorgenommen, hatte auch viele Chancen und habe nicht getroffen. Ich weiß auch nicht, warum das so ist.

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Frage: Sie haben keine Erklärung?

Gomez: Es ist unerklärlich für mich. Ich mache nichts anderes als davor. Aber sobald ich auf den Platz gehe, ist es wie verhext.

Frage: Viele Zuschauer in Leipzig haben Sie am Ende ausgepfiffen. Wie gehen Sie damit um?

Gomez: Die Pfiffe haben sehr weh getan. Es ist klar, dass das nicht gut tut. Es sind schließlich unsere Fans. Man muss sie aber auch verstehen. Ich treffe Woche für Woche in der Bundesliga und hier dann nicht.

Frage: Haben Sie nach Ihrer vergebenen Chance in der ersten Minute an das EM-Spiel gegen Österreich gedacht?

Gomez: Nein, das ist lange her. Ich dachte, ich bin jetzt im Spiel. Es kamen auch noch ein paar Gelegenheiten, aber der Ball war nie drin.

Frage: Sie standen nach dem Abpfiff relativ lang alleine auf dem Rasen. Was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?

Gomez: Da war nur Leere. Es sollte wieder nicht sein. Das hat jetzt seinen Lauf genommen. Für mich ist es im Moment schwierig. Ich treffe einfach nicht.

Frage: Kommen da Zweifel am eignen Können auf?

Gomez: Ich weiß, dass ich es kann. Ich bin relativ ruhig, so lange ich noch Chancen habe im Spiel. Es wird so kommen, dass der Ball wieder ins Tor geht.

Frage: Wie gehen Ihre Teamkollegen damit um?

Gomez: Das ist eine Situation, die die wenigsten glücklich macht. Es ist schön, dass ich die Unterstützung des Teams habe. Daran liegt es nicht.

Frage: Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Gomez: Ich werde nicht davonlaufen. Ich war immer ein Kämpfer und werde auch jetzt kämpfen. Der Bundestrainer hat gesagt, gegen Wales mache ich mein Tor.

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