Die Reaktionen auf den deutsche Pflichtsieg gegen Liechtenstein verdeutlichen das Dilemma, in dem die Nationalmannschaft steckt.

Das 4:0 gegen Liechtenstein hinterlässt zwiespältige Gefühle.

Die deutsche Nationalmannschaft erfüllte ihre Aufgabe ohne zu glänzen und feierte nach den zwei Testspielpleiten gegen England und Norwegen immerhin wieder einen Sieg.

Auf ein Offensiv-Feuerwerk gegen den überforderten Weltranglisten-151. warteten die Fans in der Leipziger WM-Arena und an den Bildschirmen aber vergeblich.

Die Pfiffe nach dem Abpfiff machten den Unmut einiger Besucher deutlich und waren wohl auch nicht nur gegen bemitleidenswerten Mario Gomez gerichtet.

Die WM-Helden von 2006 inklusive Bundestrainer Joachim Löw stecken momentan in einer Zwickmühle.

Die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit an die DFB-Auswahl ist nach den Erfolgen der vergangenen Jahre enorm.

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Doch gegen Rivalen vom Kaliber Norwegen, Liechtenstein und auch Wales kann man nicht viel gewinnen, aber sehr viel verlieren.

In EM-Halbfinalist Russland steht in diesem Jahr nur ein absoluter Top-Gegner auf dem Länderspielprogramm, eine Niederlage im Oktober in Moskau hätte aber gleich verheerende Folgen für die WM-Teilnahme.

Sollte hingegen der Gruppensieg und damit die direkte Qualifikation für Südafrika gelingen, wäre in den Augen der Fans nur das Minimalziel erreicht.

In der Tat wird man erst bei der WM 2010 wissen, ob die Mannschaft tatsächlich ihr erklärtes Ziel erreichen und um den Titel spielen kann.

Unsicherheitsfaktoren gibt es viele: Ein Torwart, der nicht international spielt, bisherige Stammkräfte wie Torsten Frings oder Christoph Metzelder, die langsam in die Jahre kommen oder im Formtief stecken.

Und Stürmer wie Mario Gomez und auch Patrick Helmes, die in der Liga nach Belieben treffen und gleichzeitig im Nationaltrikot harmlos bleiben ? so wie vor ihnen in den vergangenen Monaten schon Miroslav Klose und Lukas Podolski.

Wie das Liechtenstein-Spiel dürfte auch die gesamte WM-Qualifikation mehr Pflicht als Kür werden.

Das in den letzten Jahren verwöhnte Publikum erwartet aber nicht nur Siege, sondern auch Hurra-Fußball.

Auf diesem schmalen Grat müssen Joachim Löw und sein Team in den nächsten Monaten ihren Weg finden ohne in der Gunst der Anhänger abzustürzen.

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