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Mario Gomez (r.) erzielte bislang in seinen bisherigen 22 Länderspielen sechs Tore © imago

Nach dem glanzlosen Sieg gegen Liechtenstein kommt beim DFB-Team keine Euphorie auf. Zudem erregen die Pfiffe gegen Gomez Unmut.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Leipzig - Die Stimmung war gedämpft, als die deutschen Nationalspieler nach dem Pflichtsieg gegen Liechtenstein aus der Kabine kamen.

Bei einigen war Erleichterung zu spüren, dass nach den beiden Testspielpleiten gegen Norwegen und England wieder ein Sieg gelungen war. (SPIELBERICHT: Pflichtsieg ohne viel Glanz)

"Wir haben den ersten Schritt gemacht, gegen Wales soll der zweite folgen", verwies Lukas Podolski auf die wesentlich härtere Aufgabe am Mittwoch in Cardiff (ab 20.15 Uhr LIVE).

Ganz zufrieden war "Poldi" aber trotz des 4:0 und seines 32. Länderspieltreffers nicht.

Das zeigte sich deutlich in seinem Gesicht, als er nach seinen ersten Statements alle anderen Journalisten kommentarlos stehen ließ.

Von Unzufriedenheit der Fans genervt

Den Stürmer und einige Teamkollegen nervte die spürbare Unzufriedenheit des Leipziger Publikums, weil gegen den Fußball-Zwerg nicht der durchaus mögliche Kantersieg herausgeschossen wurde.

"Natürlich erwarten die Leute viele Tore von uns, aber wir können nicht immer alles erfüllen, was die Fans von uns erwarten", meinte Thomas Hitzlsperger.

Abgesehen von der Druckphase zu Beginn beider Halbzeiten, als Michael Ballack (4.), Marcell Jansen (8.), Bastian Schweinsteiger (48.) und Podolski (50.) trafen, blieb erneut vieles im Offensivspiel Stückwerk.

Wenig Ideen, wenig über außen

Aus dem Mittelfeld kamen zu selten Ideen, um die Liechtensteiner Neun-Mann-Defensive zu knacken. Und über außen lief wie schon in den vergangenen Partien erneut zu wenig.

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"Insgesamt hätten wir aber über die gesamte Spieldauer konsequenter spielen müssen. Und sicherlich hätten wir das eine oder andere Tor mehr schießen können", gab Bundestrainer Joachim Löw zu.

Ähnlich sah es Michael Ballack. "Wir haben gut begonnen, aber nicht nachgelegt. Dann plätscherte die Partie so dahin", sagte der Kapitän. "Wir hätten das eine oder andere Tor mehr machen können, vielleicht sogar müssen."

Gomez' Negativ-Lauf hält an

Dass das nicht gelang, lag auch an Mario Gomez. Der Stuttgarter vergab schon nach wenigen Sekunden per Kopf die große Chance zum 1:0, danach gelang ihm immer weniger. (EINZELKRITIK: Gomez wie ein Fremdkörper)

Schließlich wurde der 22-Jährige, der seit nunmehr über einem Jahr in 13 Länderspielen nicht mehr getroffen hat, von den gereizten Anhängern ausgepfiffen.

"Es ist unerklärlich für mich. Ich mache nichts anderes als davor. Aber so bald ich auf den Platz gehe, ist es wie verhext", erklärte der frustrierte Gomez. "Die Pfiffe haben sehr weh getan." (Mario Gomez im Interview)

Löw: "Knoten platzt bald bei Mario"

Löw kritisierte die lautstarken Unmutsbekundungen. "Ich finde es unglücklich, dass ein Nationalspieler von den eigenen Fans ausgepfiffen anstatt unterstützt wird", sagte er und stellte sich hinter seinen Stürmer:

"Mario ist ein guter junger Spieler, der im Moment ein Tief durchläuft. Wir werden ihn wieder stark machen. Ich habe das Gefühl, dass der Knoten bald bei ihm platzt."

Am Besten bereits am Mittwoch in Wales, wo der deutschen Mannschaft der erste echte Härtetest in diesem Jahr bevorsteht.

"Das wird aber eine schwere Aufgabe, denn gegen Deutschland gibt jeder Gegner mehr als er normalerweise gibt", sagte Podolski.

Wales mit dem Rücken zur Wand

Zumal die Waliser nach der 0:2-Heimniederlage gegen Finnland mit dem Rücken zur Wand stehen. "Sie müssen gegen uns gewinnen, wenn sie noch eine theoretische Chance haben wollen, deshalb müssen sie offensiver spielen als gewohnt", meinte Löw. (DATENCENTER: Die WM-Qualifikationsgruppe 4)

"Ich hoffe, dass wir dadurch mehr Räume haben und diese auch nutzen. Unser Ziel sind drei Punkte, damit wir als souveräner Tabellenführer in die Sommerpause gehen. Aber das wird natürlich ein anderes Kaliber als Liechtenstein."

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