vergrößernverkleinern
Klaus Fischer spielte von 1977 bis 1982 in der Nationalmannschaft © getty

Stürmer-Legende Klaus Fischer geht bei Sport1.de hart mit dem Stuttgarter ins Gericht. Auch von Podolski hat er keine hohe Meinung.

Von Martin van de Flierdt

München - 45 Länderspiele hat Klaus Fischer für die deutsche Nationalmannschaft bestritten, dabei hat er 32 Tore erzielt.

Seit Samstag teilt er sich den zwölften Platz in der ewigen DFB-Torjägerliste mit Lukas Podolski (SPIELBERICHT: Pflichtsieg ohne viel Glanz).

"Er ist im Verein kein Stammspieler, der hätte bei uns nie gespielt", hat Fischer keine allzu hohe Meinung von Podolski.

Vor der deutschen Begegnung mit den Walisern am Mittwoch (ab 20.15 Uhr LIVE), gegen die er in drei Spielen zwischen 1977 und 1979 vier Tore markierte, sprach Sport1.de mit dem Vize-Weltmeister von 1982 über seine Nachfolger im Angriff der Nationalmannschaft.

Sport1.de: Herr Fischer, Lukas Podolski hat am Samstag sein 32. Länderspieltor erzielt und in der ewigen DFB-Torjägerliste mit Ihnen gleichgezogen. Was fällt Ihnen dazu ein?

Klaus Fischer: Die spielen in der heutigen Zeit ja auch gegen die Stadtauswahl von Zwiesel. Die Städte Zwiesel und Regen, wo ich her komme, die haben auch jeweils 35.000 Einwohner. Gegen solche Gegner spielen die heute. Zählen Sie mal nach, wie viele Tore Podolski gegen gute Gegner gemacht hat. Er trifft gegen Liechtenstein, fünf Mal gegen San Marino - dann kommen Sie schnell auf 20 Tore gegen die Kleinen. Das registriere ich, aber ich lege auf diese ewige Torjägerliste keinen Wert mehr, weil meine Zeit vorbei ist.

Sport1.de: Dennoch ist es doch bemerkenswert, dass Podolski in seinem jungen Alter schon so häufig getroffen hat, oder?

Fischer: Er hat ja mit 23 Jahren schon 61 Länderspiele. Rechnet man das hoch, können so Leute wie Podolski heutzutage ja auf 200 Länderspiele kommen. Er ist im Verein kein Stammspieler, der hätte bei uns nie gespielt. Er wäre nie in die Nationalmannschaft gekommen, weil er im Verein vorher nicht Leistung gebracht hat. Aber es ist eben eine andere Zeit heute.

Sport1.de: Gegen Liechtenstein hat Podolskis Partner Mario Gomez verpasst, seine Torblockade in der Nationalelf zu lösen.(EINZELKRITIK: Gomez wie ein Fremdkörper)

Fischer: Er hat jetzt ein Jahr lang kein Tor mehr gemacht. Noch nicht einmal gegen Liechtenstein oder Vorwärts Indien. Der hätte früher nie wieder gespielt. Heute darf ja jeder, der geradeaus laufen kann, in der Nationalmannschaft spielen.

Sport1.de: Sie waren selbst Stürmer. Woran liegt es, dass einer, der im Klub ein Torgarant ist, in der DFB-Auswahl so durchhängt?

Fischer: Er ist total verunsichert. Das Unbedingt-treffen-müssen hemmt ihn so, dass er nicht mal gegen diese Joker-Truppe aus Liechtenstein etwas gelingt. Er denkt über die vergebenen Chancen nach und wird von der Presse pausenlos daran erinnert. Dann gehen die einfachsten Dinger nicht rein. Aber im Gegensatz zu Podolski hat der Gomez Qualität, ich würde ihn dem Podolski immer vorziehen.

Sport1.de: Sie würden Gomez am Mittwoch also auch erneut den Vorzug vor Patrick Helmes geben?

Fischer: Helmes hat auch im Moment einen gewissen Hänger mit Leverkusen. Aber das ist ein Knipser. Der haut die Dinger schon rein. Gegen Wales würde ich dennoch eher Gomez bringen, weil er kopfballstärker ist. Wenn es in der ersten Halbzeit wieder nicht läuft, kann man immer noch reagieren.

Sport1.de: Erwarten Sie für die deutsche Mannschaft Probleme in Wales?

Fischer: Wales ist ja nicht die allerbeste Mannschaft. Die Waliser haben nicht die Klasse, das hat man gerade erst wieder gegen Finnland gesehen. Wenn unsere Jungs ein bisschen Gas geben, gewinnen sie auch dort.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel