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Horst Hrubesch begann seine Trainerkarriere 1986 bei Rot-Weiss Essen © getty

Der U-21-Nationaltrainer will im letzten Spiel vor der EM gegen Weißrussland eine Antwort auf das 0:4-Debakel gegen die Niederlande.

Paderborn - Kampf um die Plätze im EM-Kader, Kampf um Wiedergutmachung, Kampf gegen zweieinhalb Monate Frust bis zum EM-Start.

Auch wenn es nur ein Testspiel ist, steht für die deutschen U-21-Fußballer bei der EM-Generalprobe am Dienstag (19 Uhr LIVE im DSF) gegen Weißrussland einiges auf dem Spiel.

In der möglicherweise ausverkauften Paderborner Arena will der von 14 Ausfällen geplagte Nachwuchs zeigen, dass die höchste Niederlage ihrer Geschichte am vergangenen Freitag gegen das B-Team der Niederlande (0:4) nur ein Ausrutscher war. (Alles andere wäre charakterlos)

"Wir werden unsere Beurteilungen nicht nur von einem Spiel abhängig machen", sagt Trainer Horst Hrubesch.

Heilsame Niederlage?

"Manchmal ist eine solche Niederlage heilsamer als tausend Worte. Nach Dienstag werden wir wissen, wo wir wirklich stehen. Ich erwarte aber eine Reaktion von der Mannschaft, denn es ist wichtig, mit einem positiven Erlebnis in die Pause zu gehen."

Aufgrund des Saison-Endspurts ist vor der EM in Schweden (15. bis 29. Juni) kein weiteres Testspiel mehr möglich.

Nachdruck verlieh der Coach deshalb der von ihm und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer immer wieder gestellten Forderung nach Führungspersönlichkeiten.

Hrubesch bemängelt "fehlende Aggressivät"

"Die fehlende Aggressivität war gegen Holland der entscheidende Punkt", meint Hrubesch: "Wenn man einem Boxer andauernd ins Gesicht schlägt, muss er sich auch mal wehren und darf sich nicht ergeben."

Nahezu alle Jung-Profis ergaben sich gegen die Niederlande jedoch wehrlos in ihr Schicksal. (Vernichtendes Urteil für Hrubesch-Elf)

Höwedes fällt aus

Jetzt muss das Team bei der EM-Generalprobe auf Kapitän Benedikt Höwedes verzichten. Der Innenverteidiger von Schalke 04 fällt wegen muskulärer Probleme aus. Für ihn wird wohl der Bochumer Mergim Mavraj zum Einsatz kommen.

Von "Baumi" muss mehr kommen

Besonders auf dem Prüfstand steht auch Alexander Baumjohann. Das von Borussia Mönchengladbach zu Bayern München wechselnde Offensiv-Talent enttäuschte beim Comeback im DFB-Junioren-Bereich und der Premiere in der U 21 auf ganzer Linie.

"Ich habe mit ihm gesprochen. Er wird spielen und er weiß, was er tun muss", sagte Hrubesch: "Ich bin sicher, dass wir am Dienstag einen ganz anderen Baumi sehen werden."

Auflaufen wird der 22-Jährige wieder auf der etwas ungewohnten Position als hängende Spitze.

Hrubesch will genau hinschauen

"Uns fehlen einfach die Variationsmöglichkeiten", sagt der Coach. "Deshalb wollten wir bei diesem Termin bei einigen noch mal ganz genau hinschauen, ob es reicht für eine EM-Teilnahme", meint Hrubesch. Er verspricht aber, dass sich bei der peinlichen Darbietung gegen die Holländer niemand endgültig aus dem Kader gespielt hat.

Im Gegenteil: Zwar wurden dem etatmäßigen Ersatztorhüter Florian Fromlowitz schon im Vorfeld eine Bewährungschance und dem Dortmunder Marcel Schmelzer - wohl als Einwechselspieler - das Debüt versprochen.

Dennoch werden die "Versager von Ahlen" größtenteils selbst die Scharte auswetzen dürfen - und müssen, wie nicht nur Höwedes weiß.

"Ich hoffe, dass wir eine Trotzreaktion zeigen werden. Alles andere wäre in meinen Augen charakterlos."

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Fromlowitz (Hannover 96) - Schwaab (SC Freiburg), Mavraj (VfL Bochum), Jerome Boateng (Hamburger SV), Aogo (Hamburger SV) - Özbek (Galatasaray Istanbul), Kruska (FC Brügge) - Rosenthal (Hannover 96), Ben-Hatira (MSV Duisburg) - Baumjohann (Borussia Mönchengladbach) - Wagner (MSV Duisburg)

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