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Stürmer Mario Gomez ist im DFB-Trikot seit 643 Minuten ohne Tor © getty

Jansen muss gegen Wales unter Umständen seinen Platz für einen Klubkameraden räumen. Mario Gomez hingegen genießt Rückendeckung.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Cardiff ? Nein, seine komplette Startelf für das WM-Qualifikationsspiel (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE) gegen Wales wollte Joachim Löw dann doch nicht preisgeben.

"Es besteht die Möglichkeit, dass es die eine oder andere Änderung geben kann", meinte der Bundestrainer am Tag vor der Begegnung im Millennium Stadium von Cardiff.

"Zwei oder drei Überlegungen habe ich im Kopf, ich will aber noch das Abschlusstraining abwarten."

Liechtenstein-Aufstellung wahrscheinlich

Prinzipiell spricht wenig dagegen, dass Löw den gleichen elf Kandidaten das Vertrauen schenkt, die am Samstag die Pflichtübung gegen Liechtenstein ungefährdet, aber auch streckenweise uninspiriert mit 4:0 erledigt haben.ad

Allerdings ist auf der Rechtsverteidigerposition der Einsatz des inselerfahrenen Andreas Hinkel von Celtic Glasgow anstelle von Andreas Beck möglich.

Auch Rückkehrer Marcell Jansen könnte im linken Mittelfeld seinen Platz verlieren. Der Hamburger hat sich eine Erkältung eingefangen und nahm am Dienstagabend auch nicht am Training der Mannschaft teil.

Trochowski steht bereit

"Ich hoffe, dass es keine Grippe wird, gehe aber davon aus, dass er spielen kann", sagte Löw. Fällt Jansen doch aus, stünde als Ersatz sein Vereinskamerad Piotr Trochowski bereit.

Der Schütze des einzigen Tores beim Hinspielerfolg in Mönchengladbach ist dem Bundestrainer zufolge "absolut belastbar". Selbiges denkt Löw offenbar auch von Angreifer Mario Gomez.

Der durch sein unglückliches Auftreten gegen Liechtenstein in den Fokus gerückte Stuttgarter wird gegen die Waliser erneut versuchen dürfen, seine Durststrecke von inzwischen 643 Minuten ohne Treffer in der Nationalmannschaft zu beenden.

Einsatzgarantie für Gomez

"Es ist davon auszugehen, dass er spielt", meinte Löw und schickte die Begründung gleich hinterher. "Ein Stürmer wird bei mir nicht nur an seinen Toren gemessen, sondern daran, dass er vorbereitet und wie er für die anderen arbeitet."

Gomez habe sich das Liechtenstein-Spiel noch einmal angeschaut und darüber mit Löw gesprochen. "Mario macht keineswegs einen niedergeschlagenen, sondern einen gefestigten Eindruck", befand der Bundestrainer.

Er habe darüber hinaus nicht im Geringsten die Absicht, den für Stuttgart so treffsicheren 23-Jährigen überhaupt in Frage zu stellen.

Große Perspektive

"Wir werden ihm den Rücken stärken, weil wir ihn 2010 und danach noch brauchen", sagte der 49-Jährige. "Er ist in unseren Überlegungen ein ganz wichtiger Spieler."

Gegen die Waliser, die am Samstag mit einer 0:2-Niederlage gegen Finnland wohl ihre letzte Chance auf eine WM-Teilnahme in Südafrika verspielt haben, setzt Löw auch auf die physische Robustheit von Gomez.

"Körperliche Präsenz und Laufbereitschaft sind wichtig für den Abnutzungskampf morgen", glaubt der Coach.

Zehn bis 20 Prozent mehr gegen den DFB

"Wenn die Briten im Stolz verletzt sind, sind sie besonders gefährlich und hoch motiviert. Und immer, wenn es gegen Deutschland geht, können andere Mannschaften zehn bis 20 Prozent mehr einbringen."

Der Blick auf die Statistik belege, dass die Begegnungen mit Wales immer sehr knapp gewesen seien.

"Wir wissen um die Gefährlichkeit des Gegners und die Bedeutung des Spiels, werden entsprechend auftreten", kündigte Löw an.

"Aber wenn wir nur ein Unentschieden erreichen würden, ist das auch nicht das Ende der Qualifikation. Denn ich gehe nicht davon aus, dass Russland alle Spiele gewinnt."

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Enke (Hannover 96) ? Beck (TSG 1899 Hoffenheim) / Hinkel (Celtic Glasgow), Mertesacker (SV Werder Bremen), Tasci (VfB Stuttgart), Lahm (FC Bayern München) - Schweinsteiger (FC Bayern München), Ballack (Chelsea London), Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Trochowski (Hamburger SV) / Jansen (Hamburger SV) - Podolski (FC Bayern München), Gomez (VfB Stuttgart)

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