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Thomas Hitzlsperger spielt seit Oktober 2004 im Trikot der deutschen Nationalmannschaft © getty

Thomas Hitzlsperger steht gegen Wales erneut in der Startelf und spricht bei Sport1.de über den Konkurrenzkampf im Mittelfeld.

Vom DFB-Team berichten Martin van de Flierdt und Martin Volkmar

Cardiff - Zugegeben, Gewinner waren nach den beiden Testspielniederlagen gegen England (1:2) und Norwegen (0:1) (Kein Mumm, keine Ideen - K.o. gegen Sparringspartner) im deutschen Lager rar gesät.

Doch Thomas Hitzlsperger ist einer davon. Und zwar im Wesentlichen, weil er an den Pleiten keinerlei Mitschuld trug.

Gegen die Briten standen Simon Rolfes und Jermaine Jones in der Mittelfeldzentrale auf dem Platz, gegen Norwegen durfte sich Routinier Torsten Frings neben Kapitän Michael Ballack versuchen.

Rückkehr in die Startelf

Erst am Samstag beim 4:0 gegen Liechtenstein (DFB-Team feiert Pflichtsieg ohne viel Glanz) kehrte Hitzlsperger in die Startformation zurück.

"Dort haben wir vieles besser gemacht, auch wenn der Gegner nicht ganz so stark war", meinte er danach im Gespräch mit Sport1.de.

Vor allem die Grundordnung in der Spielfeldmitte stimmte wieder.

"Ich bin froh, dass ich wieder die Chance bekommen habe und denke, ich habe einen guten Job gemacht", sagt der 26-Jährige. "So soll es weitergehen."

Lob vom Bundestrainer

Bundestrainer Joachim Löw ist vor dem WM-Qualifikationsauftritt in Cardiff gegen Wales (ab 20.15 Uhr LIVE) offenbar der gleichen Ansicht.

"Thomas setzt unsere Philosophie um, ist besonders aufnahmefähig und will immer dazulernen", lobte er den VfB-Kapitän und strich auch dessen Fähigkeiten zum Pass in die Tiefe und zum Zusammenspiel mit Ballack heraus.

Keine Frage: Hitzlsperger hat im Wetteifern um den Platz an der Seite Ballacks, aus dem sich Jones fürs Erste verabschiedet hat, wieder bessere Karten als Rolfes und Frings.

Keine Schwäche zeigen

"Es ist ein harter Konkurrenzkampf und dem stelle ich mich", meint der Mann mit dem mächtigen Linksschuss.

"Man darf sich keine Schwäche leisten, denn der Nächste steht schon bereit. Wenn ich mich nicht weiter verbessere, sitze ich schnell wieder auf der Bank."

Im Millennium Stadium wird er mit dem sperrigen Sitzmöbel vorerst nicht in Kontakt kommen.

Walisischer Wiedergutmachungswille

Auf dem Rasen erwartet er stattdessen einen "sehr aggressiven" Gegner.

"Die Waliser sind am Samstag nach dem 0:2 gegen Finnland vom Platz gebuht worden. Das war schlimm für sie", glaubt er. "Darum wird die Mannschaft Wiedergutmachung betreiben wollen."

Insgesamt sieht er den Rivalen dennoch verbessert gegenüber dem letzten Duell in Cardiff im Herbst 2007, das die DFB-Elf 2:0 gewann. "Das war ein sehr souveräner Auftritt damals, an den wir natürlich anknüpfen wollen", erklärt Hitzlsperger.

"Diesmal wird uns aber eine andere Mannschaft erwarten, das haben wir schon im Hinspiel gespürt."

Erst ein später Treffer von Piotr Trochowski rettete dem Vize-Europameister im September die drei Punkte, daher brennen die Waliser nun gleich doppelt auf Rehabilitierung.

Zumal Hitzlsperger aus seinen fünf Jahren beim Premier-League-Klub Aston Villa um den Stolz der Briten weiß:

"In den Länderspielen versuchen die Profis aus Schottland, Irland und Wales, sich abzugrenzen und zu profilieren. Das kann extrem unangenehm werden."

Keine Zeit für Sentimentalitäten

Zeit für Sentimentalitäten wird er bei seiner kurzen Rückkehr auf die Insel also nicht haben.

"Ich hatte eine wunderbare Zeit bei Aston Villa. Aber jetzt bin ich nur kurz da und will drei Punkte mit zurück nach Deutschland nehmen", sagt "The Hammer", der davor warnt, den Gegner zu unterschätzen:

"Die Waliser werden unverändert lange Bälle spielen, um mit ihren schnellen Stürmern hinterher zu gehen und auf den zweiten Ball zu spekulieren. Da müssen wir aufpassen."

Liechtenstein sei ein ordentlicher Anfang gewesen. "Aber gegen Wales müssen wir noch eine Schippe drauflegen."

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