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Mario Gomez gab 2007 im Spiel gegen die Schweiz sein Debüt in der Nationalmannschaft © getty

Mario Gomez bekommt trotz seiner "Torflaute" Rückendeckung. Marcell Jansen ist bereits vor dem Spiel gegen Wales abgereist.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Cardiff ? Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Wales sind heute Abend (ab 20.15 Uhr LIVE) alle Augen auf Mario Gomez gerichtet.

Der in der Liga mit 14 Toren so treffsichere Stuttgarter Angreifer ist mit seiner Flaute im Nationaldress inzwischen in die Bereiche vorgestoßen, in denen man ihm die Minuten ohne Torerfolg vorhält.

Auch, oder gerade, weil er gegen Liechtenstein (DFB-Team feiert Pflichtsieg ohne viel Glanz) den Knoten nicht lösen konnte. Gomez befindet sich damit allerdings in bester Gesellschaft.

Klinsmann und Völler noch länger torlos

Jürgen Klinsmann und Rudi Völler, 1990 gemeinsam Weltmeister, haben in der Nationalmannschaft jeweils eine Ladehemmung gehabt, die die bislang 643 Minuten von Gomez noch überbietet.

"Wichtig und richtig ist, dass Jogi Löw zu ihm hält und durch diese Durststrecke führt", sagte Klinsmann, der 853 Spielminuten auf ein Erfolgserlebnis wartete, der "Bild".

"An der Qualität von Gomez gibt es keine Zweifel", sagt Völler, dessen 648-Minuten-Marke der Stuttgarter womöglich in Cardiff hinter sich lässt. "Ich bin mir sicher, dass er schon gegen Wales trifft."

Auch der 23-Jährige selbst gibt sich gelassen und sagt: "Der Trainer kann mir vertrauen."

Löw könnte mit Remis leben

Angesichts der Personalie Gomez geriet fast in Vergessenheit, dass es in Cardiff um drei wichtige Punkte auf dem Weg nach Südafrika geht.

Da Russland in Liechtenstein kaum Federn lassen wird, wäre ein Sieg erforderlich, um den Vier-Punkte-Vorsprung in der Tabelle zu wahren.

"Wenn wir nur ein Unentschieden erreichen, ist das nicht das Ende der WM-Qualifikation für uns", sieht es Bundestrainer Joachim Löw anders.

"Ich gehe davon aus, dass unsere Konkurrenten Russland und Finnland aus den Spielen bis Oktober auch nicht alle Punkte holen."

Verzichten muss er dabei allerdings auf Marcell Jansen, der durch den wiedergenesenen Piotr Trochowski ersetzt wird. Noch ärger trifft es die Waliser.

Sport1.de hat die Fakten zum Spiel zusammengefasst.

Personal / Aufstellung:

Löw kann fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich auf Marcell Jansen muss er verzichten. Der Hamburger fehlt wegen eines grippalen Infekts. Als Vertreter steht der genesene Klubkamerad Trochowski bereit.

John Toshack wird wohl gleich fünf Änderungen im Vergleich zum 0:2 gegen Finnland vornehmen. Sam Ricketts, Ashley Williams, Aaron Ramsey und Robert Earnshaw sollen neu in die Mannschaft kommen. Carl Fletcher, David Edwards und Chris Gunter verlieren ihre Plätze in der Startelf sicher. Simon Davies könnte wegen der Hüftverletzung von Jason Koumas trotz zuletzt schwacher Leistung auflaufen. Stürmer-Star Craig Bellamy wird voraussichtlich wegen einer Knieverletzung nicht spielen können. Seinen Platz dürfte sein Klub-Kollege Chad Evans einnehmen.

Bilanz:

Gegen Wales hat die deutsche Auswahl bislang acht von 16 Spielen gewonnen. Zudem gab es sechs Unentschieden und zwei Niederlagen. Im Hinspiel am 15. Oktober siegte das DFB-Team mit 1:0 durch einen Treffer von Piotr Trochowski.

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In der Qualifikation für die EM 2008 entschied Miroslav Klose die Partie in Cardiff am 8. September 2007 mit einem Doppelpack für Deutschland. Immer, wenn die DFB-Vertretung in einer Qualifikation auf Wales traf, erreichte sie das Finale des folgenden Turniers.

Der Gegner:

Die Waliser haben nach fünf Spielen gerade mal sechs Punkte auf dem Konto. Daher ist das Duell gegen die DFB-Auswahl nach der 0:2-Heimniederlage gegen Finnland am Samstag praktisch die letzte Chancen.

Allerdings muss das Team auf Stürmerstar Craig Bellamy verzichten. Laut eines Berichts von "Sky Sports" fällt der Angreifer von Manchester City wegen einer Knieverletzung aus.

Den Platz des Kapitäns dürfte dessen Klubkollege Ched Evans einnehmen.

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw: Körperliche Präsenz und Laufbereitschaft sind wichtig für den Abnutzungskampf heute. Wenn die Briten im Stolz verletzt sind, sind sie besonders gefährlich und hoch motiviert. Und immer, wenn es gegen Deutschland geht, können andere Mannschaften zehn bis 20 Prozent mehr einbringen.

John Toshack: Wir haben gegen Deutschland nach dem 0:2 gegen Finnland einiges gutzumachen. Wenn es an der aktuellen Lage etwas Gutes gibt, dann den Umstand, dass wir nicht Monate warten müssen, um den schlechten Eindruck zu korrigieren.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Wales: Hennessey - Nyatanga, Ricketts, Williams ? Collins, Ledley, Ramsey, Koumas (Davies), Bale - Evans, Earnshaw

Deutschland: Enke - Beck, Mertesacker, Tasci, Lahm - Schweinsteiger, Ballack, Hitzlsperger, Trochowski - Podolski, Gomez

Schiedsrichter:Terje Hauge (Norwegen)

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