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Michael Ballack (l.) traf mit einem sehenswerten Weitschuss zum 0:1 © getty

Mit dem Erfolg in Wales macht die Nationalmannschaft einen weiteren Schritt in Richtung WM-Endrunde. Ballack gelint ein Traumtor.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Cardiff - Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr WM-Qualifikationsspiel gegen Wales mit 2:0 (1:0) gewonnen und ihren Vier-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Russland in der Qualifikationsgruppe 4 verteidigt.

In Cardiff brachte Michael Ballack die deutsche Auswahl in Führung (11.). Der Waliser Ashley Williams traf ins eigene Netz (48.)

Vor 26.000 Zuschauern im spärlich gefüllten Millennium Stadium hatte Bundestrainer Joachim Löw mit einer Ausnahme die gleichen Namen aufgeboten, die am Samstag Liechtenstein mit 4:0 bezwungen hatten.

Rolfes für Jansen

Anstelle des grippekranken Marcell Jansen rückte Simon Rolfes in die Startelf. Der Leverkusener bildete mit Thomas Hitzlsperger eine Doppelsechs.

Kapitän Ballack rückte in eine Dreierreihe im offensiven Mittelfeld vor, von wo er gemeinsam mit Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger die einzige Spitze Mario Gomez mit Vorlagen versehen sollte.

Fünf Änderungen bei Wales

John Toshack hatte seine walisische Auswahl im Vergleich zur 0:2-Pleite gegen Finnland gleich auf fünf Posten umbesetzt.

Williams, Sam Ricketts, Sam Vokes, Robert Earnshaw und - bei seiner Premiere von Beginn an - der 18-Jährige Aaron Ramsey waren neu im Team. Kapitän Craig Bellamy hatte wegen Knieproblemen passen müssen.

Der deutschen Elf bot sich schon nach zwei Minuten die Möglichkeit zur Führung. Gomez verpasste eine Hereingabe von Podolski nur um Haaresbreite.

Klassetor von Ballack

In einer ansonsten unruhigen Anfangsphase mit einigen Fehlabspielen setzte Ballack das erste Ausrufezeichen. Aus 29 Metern drosch der Kapitän den Ball sehenswert zum 0:1 ins linke obere Eck des walisischen Tores (11.).

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Der Treffer verlieh dem DFB-Team jedoch keine Sicherheit. Eine bemerkenswerte Quote an ungenauen Zuspielen brachte die Gastgeber ins Spiel.

Robert Enke verhinderte gegen den frei vor ihm auftauchenden Robert Earnshaw das mögliche 1:1 (21.).

Dusel für Tasci

Kurz darauf hatte Serdar Tasci großes Glück, dass Schiedsrichter Terje Hauge aus Norwegen ihn nicht des Feldes verwies und auf Elfmeter für die Platzherren entschied.

Der Stuttgarter war im eigenen Strafraum ins Straucheln geraten, hatte Joe Ledley zu Fall gebracht und den Ball wohl auch noch mit der Hand berührt (27.).

In der Folge wurde die deutsche Elf stärker. Doch Torwart Wayne Hennessey entschärfte einen scharf geschossenen Freistoß von Hitzlsperger (30.).

Hennessey klärt gegen Podolski

Nachdem Gomez mit einem 20-Meter-Schuss das Gehäuse knapp verfehlt hatte (32.), war Hennessey auch bei einem Außenristabschluss Podolskis zur Stelle (33.).

Auf der Gegenseite setzte James Collins einen Kopfball aus acht Metern nur hauchdünn über das linke Kreuzeck (36.).

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit stellte die deutsche Mannschaft mit großzügiger Unterstützung der Gastgeber die Weichen auf Sieg.

Assist für Gomez

Gomez behauptete an der Torauslinie gegen Collins geschickt den Ball und passte scharf in die Mitte. Dort hielt Williams den Fuß hin und überwand Hennessey unfreiwillig zum 0:2 (48.).

Enke war es zu verdanken, dass die Waliser nicht bald den Anschluss herstellten. Der Torwart von Hannover 96 parierte einen Flachschuss Earnshaws glänzend (57.).

Die DFB-Elf begnügte sich anschließend damit, den Vorsprung zu verwalten. Lediglich Schweinsteiger (61./66.) verschaffte Hennessey Arbeit, Gomez setzte einen Abschluss über das Tor (88.).

Ballack und Podolski im Clinch

Für Aufregung sorgte aber noch eine Konfrontation zwischen Kapitän Ballack und Podolski in der 67. Minute.

Ballack, der Podolski nach eigenen Angaben etwas Taktisches zu sagen hatte, lieferte sich mit dem Angreifer ein hitziges Wortgefecht, das dann in eine Handgreiflichkeit ausartete.

Podolski erwischte Ballack mit der flachen Hand im Gesicht, ehe Philipp Lahm und Per Mertesacker schlichtend eingriffen.

Ein Vorfall, der für Diskussionsstoff sorgen wird - den Löw aber hinterher herunterspielte: "Das passiert halt auf dem Platz. Das klären wir intern. Für mich ist das abgehakt."

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