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Keeper Robert Enke (r.) umarmt seinen alten Hannover-Kollegen Per Mertesacker © getty

Der Keeper sammelt im Vierkampf ums Tor Pluspunkte. Sport1.de gibt einen Überblick über das Gerangel um die Stammplätze für 2010.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Cardiff - Die deutsche Nationalmannschaft hat das ausgegebene Ziel der WM-Qualifikationswoche erreicht.

Zwei Siege ohne Gegentor, den Vorsprung von vier Punkten auf Verfolger Russland in der Gruppe 4 verteidigt.

Joachim Löw sah mit Ausnahme des Disputs zwischen Lukas Podolski und Michael Ballack daher nach dem 2:0 in Cardiff gegen Wales (Spielbericht) keinen Anlass zu tiefer gehender Kritik.

"Wir haben jetzt 16 von 18 Punkten, das ist fast die Optimalausbeute", sagte der Bundestrainer. In Sachen Personal dürfte Löw zudem wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen haben 87934(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Sport1.de gibt einen Überblick über den Kampf um die Stammplätze für 2010.

Tor:

Durch die verletzungsbedingte Abreise von Rene Adler wurden die Karten vor dem Liechtenstein-Spiel (4:0) neu gemischt. Löw stellte Tim Wiese mit einer öffentlichen Lobrede still und Robert Enke zurück ins Tor.

Gegen den Zwergstaat wurde der Hannoveraner nicht gefordert. In Cardiff rettete er zweimal prächtig gegen Robert Earnshaw. Einen Anspruch auf den Stammplatz zwischen den Pfosten wollte er daraus noch nicht ableiten.

"Ich war auf einem guten Weg vor meiner Verletzung", sagte Enke: "Jetzt bin ich natürlich zufrieden, dass ich diesen Weg weiterführen konnte. Aber er ist noch nicht zuende." Als Gewinner der Woche im Torwart-Dreikampf geht er aber allemal durch.

Abwehr:

Rechtsverteidiger Andreas Beck und Serdar Tasci in der Abwehrmitte machten nach guten Ansätzen gegen Liechtenstein gegen Wales oft einen fahrigen, unkonzentrierten Eindruck.

Überraschend, dass gerade Tasci, dessen Stärken im Aufbauspiel liegen, eine Reihe von Abspielfehlern produzierte.

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Dazu durfte er sich glücklich schätzen, nach der Kombination von Hand- und Foulspiel gegen Joe Ledley im eigenen Strafraum nicht mit der roten Karte bedacht worden zu sein.

"Ich denke, wir sind auf einem guten Weg", meinte Nebenmann Per Mertesacker dessen ungeachtet.

"Wir können sehr zufrieden damit sein, wie die beiden Spiele gelaufen sind. Wir fühlen uns beide sehr wohl, es hat insgesamt gut funktioniert. Da muss uns nicht angst und bange sein."

Um neben Mertesacker und Lahm zu festen Größen zu werden, müssen Tasci und auch Beck dennoch zulegen.

Mittelfeld:

"Ich hatte das Gefühl, noch an einem Schräubchen drehen zu müssen", begründete Löw die Umstellung von dem gewohnten 4-4-2 auf das 4-2-3-1 gegen Wales. "Dauerhaft ist das keine Lösung, aber es kann immer wieder eine Variante sein."

Thomas Hitzlsperger kam in beiden Spielen im defensiven Mittelfeld zum Einsatz und hat sein Blatt im Kampf um einen Stammplatz deutlich verbessert.

Marcell Jansen hatte sich gegen Liechtenstein nach halbjähriger Abstinenz zurückgemeldet. Seine Grippeerkrankung brachte die Chance für Simon Rolfes.

"Es hat sich erwiesen, dass Wales auf unser 4-2-3-1 nicht eingestellt war", meinte der Leverkusener zu Sport1.de. "Dadurch hatten wir sehr viele Räume im Mittelfeld, um das Spiel zu kontrollieren."

Michael Ballack sah es etwas kritischer: "Wir waren trotz der beiden defensiven Mittelfeldspieler vor der Abwehr nicht immer so kompakt, wie es hätte sein sollen. Bei der EM haben wir das besser gespielt."

Da zudem das Spiel in die Spitze krankte, dürfte Löw gerne wieder zum 4-4-2 mit den offensivstärkeren Varianten Jansen oder Piotr Trochowski neben Bastian Schweinsteiger, Ballack und wohl Hitzlsperger zurückkehren.

Angriff:

"Wer arbeitet, wird belohnt", meinte Mario Gomez in Anspielung auf das Eigentor von Ashley Williams zum 2:0, das er mit robustem Zweikampfverhalten gegen James Collins erzwungen hatte.

Ein eigener Treffer wollte ihm trotz dreier guter Chancen allerdings erneut nicht gelingen.

"Es ist schon seltsam, dass die Bälle, die nicht aufs Tor gehen, im Netz landen - und die, die aufs Tor sollen, vorbeigehen", grübelte der Stuttgarter, der nun 733 Minuten im DFB-Dress auf ein Erfolgserlebnis wartet.

In Cardiff wurde er nur selten mit brauchbaren Vorlagen aus dem Mittelfeld versehen. Das lag auch an dem schwachen Auftritt von Lukas Podolski auf dem linken Flügel.

Seine Undiszipliniertheit (Löw stutzt "hauenden Lukas" zurecht) wird ihren Teil dazu beigetragen haben, dass das Tor gegen Liechtenstein ihm im Vergleich mit dem mannschaftsdienlichen Gomez keinen wirklichen Bonus eingebracht hat.

Patrick Helmes blieb bei seinen Kurzeinsätzen blass. Der verletzte Miroslav Klose durfte somit am Fernseher verfolgen, wie seine Unverzichtbarkeit dokumentiert wurde.

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