vergrößernverkleinern
Joachim Löw ist seit 2006 Bundestrainer. ZUM DURCHKLICKEN: DER DEUTSCHE WM-KADER © getty

Vor der WM-Generalprobe gegen Armenien nimmt Bundestrainer Löw Stellung zur Lage beim DFB-Team und Manuel Neuers Verletzung.

München - Es ist der letzte Test vor der Abreise nach Brasilien, eine Standortbestimmung.

Bei der WM-Generalprobe gegen Armenien bietet sich Bundestrainer Joachim Löw letztmals vor Turnierbeginn (12. Juni bis 13. Juli) die Möglichkeit, seine Mannschaft unter Wettkampfbedingungen auf Herz und Nieren zu prüfen (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Der an der Schulter verletzte Manuel Neuer wird allerdings nicht zum Einsatz kommen. Seine Teilnahme an der WM soll aber laut Löw nicht gefährdert sein - auch wenn Experten wie Franz Beckenbauer Zweifel äußern (NEWS: Beckenbauer zweifelt an Neuer-Genesung).

Bis zum ersten Gruppenspiel am 16. Juni in Salvador gegen Portugal soll der Torwart des FC Bayern fit sein, kündigte der Bundestrainer auf der Pressekonferenz vor dem Härtetest gegen Armenien am Freitag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) an.

Die Pressekonferenz mit Joachim Löw zum Nachlesen (888136DIASHOW: Der WM-Kader):

+++ Armenien wie Portugal +++

Zum Schluss geht es noch um den morgigen Gegner.

Man habe Armenien bewusst ausgesucht, weil sie ähnlich wie Gruppengegner Portugal spielen.

"Sie sind sehr gut im Konterspiel", warnt Löw.

+++ Früh aufstehen, früh schlafen gehen +++

Natürlich muss es auch noch einmal um die (klimatischen) Bedingungen in Brasilien gehen.

Löw erklärt, dass man den Tagesrhythmus etwas anpassen müsse, also beispielsweise Mahlzeiten anders plane.

Und: "Die Spieler müssen früher aufstehen, das heiß natürlich auch, dass sie früher schlafen gehen. Wir können nicht den normalen Rhythmus von hier mitnehmen."

+++ Schwierigste Vorbereitung? +++

War es eine besonders schwierige Vorbereitung, wird Löw gefragt?

Nein, sagt er. "Mit Verletzungen muss ich als Trainer immer leben. Das geht anderen Trainern aber auch so. Man kann nicht davon ausgehen, dass man immer alle Wunschspieler beisammen hat."

+++ Keine Sorge um Müller +++

Löw macht sich keine Sorgen, dass die Wechsel-Gerüchte um Thomas Müller den Bayern-Profi ablenken könnten.

Müller sei "in solchen Dingen sehr, sehr cool", meint Löw.

Der Bayern-Profi habe im Trainingslager "überragend trainiert und gespielt".

Außerdem glaube er, dass die Bayern Müller "auf Teufel komm raus halten wollen", meint Löw. Und Müller habe ihm "schon oft gesagt, dass er gerne bei den Bayern spielt".

SHOP: Jetzt DFB-Fanartikel kaufen

+++ Özil-Kritik überrascht Löw +++

Für Neuer spielt Roman Weidenfeller gegen Armenien, kündigt Löw an.

Zudem zeigt sich der Bundestrainer überrascht über die Kritik am seit Monaten formschwachen Mesut Özil.

Özil habe zwar zuletzt nicht so gut gespielt. Er sei aber überzeugt, dass er den Arsenal-Profi durch "Gespräche und Vertrauen" in den nächsten Tagen dahin bringe, dass er "seine überragenden Fähigkeiten einsetzen kann", so Löw:

"Ich bin mir sicher, weil ich ihn kenne, dass er für die WM und die Mannschaft alles gibt, dass er unglaublich heiß auf die WM ist."

Özil werde zum Turnierbeginn in einer besseren Verfassung als aktuell sein.

+++ Keine Trainer-Diskussion +++

Löw wird nach seiner Zukunft befragt.

"Jeder weiß, dass ein Bundestrainer immer am Abschneiden bei einem Turnier bewertet wird. Wenn man in der Vorrunde auscheidet, wird es wahrscheinlich notwendig sein, dass es eine Veränderung gibt", sagt er: "Aber sich auszudenken, was wäre wenn, ist völllig fehl am Platz."

Er sei überzeugt, dass man ein gutes Turnier spiele, "wir haben eine konkurrenzfähige Mannschaft. Was mit meiner Person ist, ist völlig unwichtig und interessiert die Spieler nicht."

Es kommt die Nachfrage, ob Löw bleibt, wenn Deutschland Weltmeister wird?

"Ja, es wäre sicherlich schön, als Weltmeister weiterzuarbeiten", lautet seine Antwort.

+++ Stimmung beschäftig Löw nicht +++

Löw nimmt die teilweise aufgeregten Diskussionen um die WM-Chancen der deutschen Mannschaft locker.

"Ich mache mich frei von diesen Dingen. Das ist eine Randerscheinung", sagt er.

Die Erwartungen der Fans seien hoch. Aber: "Ich beschäftige mich damit nicht. Wir haben selber hohe Erwartungen an uns."

+++ Stürmer-Diskussion nervt Löw +++

Löw ist die Diskussion um die Stürmer offenbar leid.

"Ich nehme diese Diskussion nicht mit ins Gepäck nach Brasilien. Falsche Neun, richtige Neun - ich glaube, wir haben in unserem Kader genug Stürmer. Wir wissen, was wir wollen."

+++ Rätselraten um CR7 +++

Ob Portugal im ersten Gruppenspiel gegen Deutschland auf den angeschlagenen Superstar Cristiano Ronaldo setzen kann, weiß auch Löw nicht:

"Ich weiß es nicht, aber Portugal ist stark, ist auf Augenhöhe. Wenn er spielt, müssen wir schauen, dass wir ihn in den Griff bekommen. Wir kennen ihn gut. Wir haben Mittel und Wege, ihn zu stoppen."

+++ Lahm und Schweinsteiger sollen spielen

Die beiden FCB-Stars sollen gegen Armenien zum Einsatz kommen, wohl aber nicht über 90 Minuten.

"Sie werden zu Einsatzzeiten kommen", sagt Löw: "Wie lange, werde ich noch entscheiden."

+++ Neuer für WM fit +++

Löw berichtet, dass man mit Neuer und den Teamärzten gesprochen habe. Die Auskunft: "Es ist für das erste Spiel gegen Portugal überhaupt kein Problem."

Gegen Armenien werde Neuer aber nicht spielen, da man kein Risiko eingehen wolle.

Neuer werde ins Mannschaftstraining einsteigen, "sobald wir in Brasilien sind".

Der Torwart glaube, dass er nach drei, vier Trainingseinheiten wieder fit sei.

+++ Rückenwind holen +++

Löw erzählt, dass kurz vor dem Abfug nach Brasilien am Samstag nun das Kribbeln und die Vorfeude zunehme.

"Mit dem Spiel gegen Armenien wollen wir uns mit einem Sieg, einem Sieg und einem Lächeln von den Fans verabschieden", sagt er.

Mit einem guten Spiel wollle man sich Rückenwind holen

+++ WM-Turbo zünden +++

Der Bundestrainer ist zufrieden mit der bisherigen Vorbereitung.

"Wir haben sehr gut gearbeitet. Einige Spieler brauchen aber noch einige Trainingseinheiten. Wenn es losgeht, werden wir den WM-Turbo zünden."

+++ Vorfreude ja, Angst nein +++

Löw ist heiß auf die WM. "Ich blicke der Sache entspannt entgegen", sagt der Bundestrainer.

+++ WM-Quartier "intakt" +++

Bierhoff betont, dass das deutsche WM-Quartier fertig sei:

"Es steht alles. Es ist intakt."

+++ Bierhoff im "WM-Tunnel" +++

Die Anspannung kurz vor dem Beginn der WM in Brasilien steigt.

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff konnte in den letzten beiden freien Tagen nicht wirklich entspannen.

"Man ist im WM-Tunnel. Man versucht abzuschalten, das gelingt nicht ganz", sagt der Ex-Nationalspieler.

+++ Niersbach geht von Final-Einzug aus +++

Vor der PK mit Bundestrainer Joachim Löw informiert der DFB über einige soziale Projekte.

Zum Schluss der Fragerunde wird Teresa Enke, Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, zu den WM-Chancen der deutschen Nationalmannschaft befragt. Die Witwe des verstorbenen ehemaligen Nationaltorwarts geht von einem Einzug ins Finale aus.

"Ich schließe mich Teresa an", meint DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lächelnd.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel