vergrößernverkleinern
Manuel Neuer spielt seit 2009 für die Nationalmannschaft © getty

Manuel Neuer fehlt auch beim Test gegen Armenien, doch im Training gelingt ihm ein guter Fang. Franz Beckenbauer zweifelt.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Frankfurt/Mainz - Es war nur ein kleiner Augenblick, ein kurzer Moment, aber Manuel Neuer konnte nicht anders.

Während des Abschlusstrainings am Donnerstagabend in Mainz pflückte der Torwart der deutschen Nationalmannschaft einen verunglückten Pass mit beiden Händen aus der Luft herunter.

Neuer grinste dabei, als wolle er allen sagen: "Schaut her, es geht doch!"

Nicht gegen Armenien im Tor

Die Frage, wie gut Manuel Neuer seinen rechten Arm inzwischen wieder frei bewegen kann, bewegt derzeit die gesamte Fußballnation.

Am Donnerstagnachmittag verkündete Joachim Löw in der DFB-Zentrale in Frankfurt, dass der Schlussmann des FC Bayern nicht bei der WM-Generalprobe am Freitag gegen Armenien (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) im Tor stehen wird.

"Wir wollen alles vermeiden, was ein Risiko bedeuten konnte", erklärte Löw auf der Pressekonferenz, gab sich aber zugleich davon überzeugt, dass die deutsche Nummer eins rechtzeitig zum WM-Auftakt gegen Portugal am 16. Juni fit sein wird.

Löw verbreitet Optimismus

"Manuel Neuer wird beim ersten Spiel bereit sein, es wird keine Probleme geben", betonte der Bundestrainer: "Sobald wir in Brasilien sind, wird Manuel komplett ins Training einsteigen können. Das haben uns die Ärzte mitgeteilt." (895607DIASHOW: Das DFB-Team in Südtirol)

[tweet url="//twitter.com/DFB_Team"]

Löw verbreitet trotz aller Widrigkeiten in der heißen Phase der Vorbereitung weiter Optimismus. Immerhin konnten Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm in Mainz wieder mit dem Rest des Teams trainieren.

Beckenbauer zweifelt

Ganz so unproblematisch, wie der Bundestrainer die Personalie beurteilt, ist die Situation von Neuer aber womöglich nicht.

[image id="363ce48a-63aa-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Seit seiner Schulterverletzung im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund am 17. Mai hat er weder gespielt noch zusammen mit der Mannschaft trainiert.

Franz Beckenbauer hat erhebliche Zweifel am WM-Einsatz des Münchner Keepers.

"Er konnte noch kein gezieltes Torwarttraining machen. Ich weiß nicht, ob er es schafft", sagte Beckenbauer als "Sky"-Experte und fügte hinzu: "Ich hatte selber mal eine Schulterverletzung. Die Schulter ist das schwierigste Gelenk, das der liebe Gott uns gegeben hat."

[kaltura id="0_kdjcs9ft" class="full_size" title="Beckenbauer sorgt sich um Neuer"]

Neuers Posts wieder gelöscht

Neuer selbst gab sich am Donnerstagvormittag zuversichtlich. Auf Facebook und Twitter postete er ein Bild, auf dem er seinen verletzten rechten Arm hebt und die Hand zur Faust ballt.

Darüber stand der Satz: "Läuft alles nach Plan!" Allerdings war dieses Bild nur wenige Stunden später wieder kommentarlos gelöscht. Wer dies veranlasste, blieb unklar.

"Was im Netz verbreitet worden ist, darüber habe ich keine Kenntnis", meinte Löw. "Wir stellen uns aber darauf ein, dass Manuel Neuer nächste Woche wieder das spezifische Training machen kann. Wir gehen davon aus, dass er bei der WM dabei sein wird."

"Manuel ist wacher als alle anderen"

Dass er bis zum Start gegen Cristiano Ronaldo und Portugal keine Wettkampfpraxis haben wird, sieht Neuer nicht als Problem. Mit drei, vier Tagen Vorbereitung könne er spielen, hatte er jüngst erklärt.

Für Beckenbauer wäre ein Ausfall von Neuer eine erhebliche Schwächung für die deutsche Elf.

"Manuel Neuer ist ein perfekter Torwart. Der kann mitspielen und ist wacher als alle anderen, die mitfahren", sagte der Weltmeister von 1974.

Weidenfeller steht bereit

Gegen Armenien wird Roman Weidenfeller zwischen den Pfosten stehen, das kündigte Löw bereits an. Der Dortmunder zeigte am Sonntag beim 2:2 gegen Kamerun eine fehlerfreie Leistung und drängt sich als Alternative auf.

Für die WM stellt sich Weidenfeller auf die Rolle des Reservisten ein. "Ich gehe stark davon aus, dass Manuel wieder zurückkommt", hatte er schon im Trainingslager in Südtirol im Gespräch mit SPORT1 gesagt: Wenn aber etwas passieren sollte, "stehe ich natürlich bereit."

Weidenfeller glänzt nicht nur auf dem Platz, sondern überzeugt auch mit seiner tadellosen Einstellung als Teamplayer.

Am Freitag wird Weidenfeller noch einmal anstelle von Neuer im deutschen Tor stehen. Neuers kleine Fang-Einlage vom Donnerstag stärkt aber den Eindruck, dass sein WM-Einsatz gegen Portugal tatsächlich zum Greifen nahe ist.

[kaltura id="0_rh37tumq" class="full_size" title="Rangnicks WM Wunschelf"]

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel