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Andre Schürrle, Lukas Podolski und Miroslav Klose (v.l.n.r.) wollen sich nachdrücklich empfehlen © getty

Die Generalprobe gegen Armenien wird zum Startelf-Check für den WM-Auftakt gegen Portugal. Lahm und Schweinsteiger sind dabei.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Frankfurt/Mainz - Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Abend gegen Armenien (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) antritt, hat Bundestrainer Joachim Löw vor allem eines im Kopf: den WM-Auftakt und welche Mannschaft am 16. Juni auflaufen wird.

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"Alles ist ausgerichtet auf unser Spiel gegen Portugal", sagte Löw auf der Pressekonferenz vor dem Benefiz-Länderspiel. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Gegen das Team um Dortmunds Henrikh Mkhitaryan wird am Tag vor dem Abflug nach Brasilien noch einmal der Ernstfall geprobt.

"Armenien ist, ähnlich wie Portugal, sehr gut im Konterspiel", sagte Löw und verwies auf das 2:2 der Armenier in Italien in der WM-Qualifikation im vergangenen Oktober.

Lahm und Schweinsteiger sollen auflaufen

Für den Bundestrainer ist die Partie die Chance, seine Spieler noch einmal im Wettkampf-Modus zu sehen und an der Zusammensetzung seiner Startelf gegen Portugal zu feilen.

Auch die zuletzt angeschlagenen Bayern-Profis Philipp Lahm (Kapselverletzung im Sprunggelenk) und Bastian Schweinsteiger (Patellasehnen-Entzündung) sollen auflaufen.

"Sie werden zu Einsatzzeiten kommen, denn natürlich brauchen sie Wettkampfrhythmus", sagte Löw.

Weidenfeller im Tor, Neuer trainiert

Auf Manuel Neuer wird Löw weiter verzichten. Der Torwart ist nach seiner Schulterverletzung noch nicht einsatzfähig, trainierte aber am Donnerstagabend wie auch Lahm und Schweinsteiger mit der Mannschaft - und fing sogar einmal einen Ball. (BERICHT: Comeback vor Augen)

Er wolle kein Risiko eingehen, erklärte Löw, der aber davon überzeugt ist, dass seine Nummer eins rechtzeitig zum ersten WM-Spiel vollkommen fit sein wird.

Wie beim 2:2 gegen Kamerun am vergangenen Sonntag wird Roman Weidenfeller im Tor stehen.

Kloses Einsatz bleibt offen

Die große Frage ist, wer Tore erzielen soll.

Ob Miroslav Klose Werbung für sich betreiben darf, ließ der Bundestrainer offen.

Gegen Kamerun saß der einzig verbliebene Stürmer im 23-köpfigen WM-Kader auf der Bank, Mario Götze und später Thomas Müller agierten im Angriffszentrum. (888136DIASHOW: Der WM-Kader)

Löw von Sturmdebatte genervt

Von der Debatte um die vermeintliche Unterbesetzung im Angriff und die falsche Neuen zeigte sich Löw genervt.

"Ich nehme diese Diskussion nicht mit ins Gepäck nach Brasilien, sonst müsste ich für Übergepäck zahlen", erklärte er.

[kaltura id="0_kdjcs9ft" class="full_size" title="Beckenbauer sorgt sich um Neuer"]

"Wir haben Stürmer in unseren Reihen. Marco Reus, Lukas Podolski, Thomas Müller, Andre Schürrle und natürlich Miroslav Klose sind alles Stürmer. Wir haben also genug Möglichkeiten", ergänzte Löw.

Gegen Kamerun sorgte Müller per Kopf für das zwischenzeitliche 1:1, das zweite deutsche Tor erzielte Schürrle nach Vorarbeit von Podolski. SHOP: Jetzt DFB-Fanartikel kaufen

Podolski und Schürrle in starker Form

Die beiden England-Profis hinterließen nicht nur wegen ihrer Tor-Kooperation einen starken Eindruck.

Bei der WM brauche man frische Leute, die frischen Schwung ins Spiel bringen, erklärte Löw und lobte: Das hätten Podolski und Schürrle gegen Kamerun getan.

Doch einen Platz in der Startelf gegen Portugal bekommt, wenn überhaupt, höchstens einer von beiden.

Und das auch nur dann, wenn Löw sich entschließen sollte, den seit Monaten formschwachen Mesut Özil doch einmal auf die Bank zu setzen und Marco Reus von der linken Seite ins zentrale offensive Mittelfeld zu ziehen.

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Kramer als Option für die Hitze

Im defensiven Mittelfeld sind Schweinsteiger und Sami Khedira die Wunschformation des Bundestrainers. Wie weit der Münchner nach seinen Problemen an der Patellasehne ist, soll das Spiel gegen Armenien zeigen.

Khedira stand bei Real Madrids Champions-League-Sieg und gegen Kamerun in der Startelf, muss bis zur WM aber noch die restlichen Prozente an Fitness draufpacken.

"Ich glaube, dass er am Anfang des Turniers bereit sein wird", sagte Löw nach dem Trainingslager in Südtirol. Alternativen auf der Doppel-Sechs sind Toni Kroos und Lahm.

Christoph Kramer zeigte in seinen bislang zwei Länderspielen gute Ansätze. Der laufstarke Gladbacher wäre eine Option, wenn anderen in der brasilianischen Hitze die Luft ausgehen sollte.

Mertesacker in der Abwehr gesetzt

In der Abwehr dürfte Per Mertesacker gesetzt sein. Mats Hummels drängt sich mit starken Leistungen auf, Jerome Boateng musste gegen Kamerun auf der von ihm ungeliebten Position des Rechtsverteidigers spielen. Gegen Armenien könnte Lahm dorthin zurückkehren.

Auf der linken Seite hat Erik Durm beste Chancen. Der junge Dortmunder überzeugte gegen Kamerun und kann sich Hoffnungen machen, beim WM-Auftakt in der Startelf zu stehen. Dennoch könnte es sein, dass Löw auch Kevin Großkreutz oder Benedikt Höwedes auf der linken Seite noch einmal sehen will.

Der letzte Test vor der WM soll den Ernstfall simulieren. Wenn alles nach Löws Plan läuft, wird gegen Ronaldo und Co. dann auch Manuel Neuer wieder zwischen den Pfosten stehen.

Die voraussichtliche Aufstellung: Weidenfeller; Lahm, Mertesacker, Hummels, Durm; Khedira, Schweinsteiger; Müller, Özil, Reus, Klose

Stellen Sie Ihre Start11 auf!

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