Beckenbauer könnte sich mit einer Dreierkette im DFB-Team anfreunden. Allerdings bereitet ihm eine Position noch Bauchschmerzen.

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Von Denis de Haas und Thorsten Mesch

München ? Franz Beckenbauer machte den Libero in Deutschland einst salonfähig. Mit dem "Kaiser" als zentralen Abwehrspieler gewann die DFB-Auswahl 1974 die WM im eigenen Land.

16 Jahre später setzte Beckenbauer als Teamchef auf den Libero Klaus Augenthaler. Der Bayern-Profi war Garant für den bislang letzten WM-Titel der deutschen Nationalmannschaft.

Vor gut 15 Jahren starb der Libero langsam aus, die Viererkette war im Spitzenfußball fortan en vogue. Zuletzt erlebte der zentrale Abwehrspieler allerdings eine kleine Renaissance.

Vorbild FC Bayern

Im DFB-Pokalfinale zeigte Bayern-Coach Pep Guardiola einen taktischen Schachzug. Mit Javi Martinez als zentrales Glied einer Dreierkette besiegten die Münchner Borussia Dortmund.

Bei der WM könnte Dortmunds Mats Hummels diese Rolle übernehmen (ANALYSE: Hummels als Lösung fürs Taktik-Puzzle).

Per Mertesacker und Jerome Boateng wären seine Nebenleute in einer Dreierkette, die sich bei gegnerischem Ballbesitz in eine Fünferkette verwandeln würde.

Doch wie bewertet der "Kaiser" diese Variante? SPORT1 fragte bei einem Medientermin von Beckenbauers Arbeitgeber "Sky" nach.

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"Mehrere Varianten haben"

Der 68-Jährige hat bei der WM (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014) nichts gegen Experimente in der Defensive.

"Gute Mannschaften müssen mehrere Varianten haben, die sie im Spiel anwenden können. Es kann ja sein, dass mal jemand vom Platz fliegt und dann muss der Trainer eh umstellen", erklärte Beckenbauer.

Das Personal für eine Dreierkette sieht er auch im deutschen Kader vorhanden. "Mats Hummels kann die zentrale Rolle spielen, aber auch Jerome Boateng. Das ist nicht die schwierigste Position auf dem Platz", sagte Beckenbauer.

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Bauchschmerzen hätte er eher bei der Besetzung der Außenpositionen. Nicht auf der rechten Seite, wo ein fitter Kapitän Philipp Lahm über jeden Zweifel erhaben ist. "Der ist gewohnt zu marschieren", sagte Beckenbauer.

Durm fehlt die Erfahrung

Er weiß jedoch nicht so recht, was er vom Dortmunder Shooting-Star Erik Durm auf der linken Seite halten soll (888136DIASHOW: Der WM-Kader). "Die Erfahrung kann er noch gar nicht haben. Und dann wird es schwer gegen die Brasilianer und die anderen Südamerikaner", betonte der Bayern-Ehrenpräsident.

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Beckenbauer hält zudem nichts davon, eine taktische Variante als Allheilmittel zu preisen: "Was ist denn, wenn der Schiedsrichter im Pokalfinale das reguläre Tor für Dortmund gibt. Dann verliert Bayern am Ende das Spiel und alle sagen über Guardiola: Was hat er denn da wieder gemacht?"

Klopp scheiterte mit der Kette

Er hat auch in jüngster Vergangenheit gesehen, wie Experimente mit der Dreierkette scheiterten.

Dortmunds Coach Jürgen Klopp probierte sie aus und ging mit ihr ausgerechnet im Revierderby baden. Die Schalker überrumpelten die BVB-Defensive im Oktober 2012 und feierten einen Auswärtssieg.

Deshalb dürfte sich Löw gut überlegen, ob er einen Griff in die Trickkiste wagt.

"Mertesacker und Boateng können diese Position nicht spielen. Hummels fühlt sich sehr wohl in Innenverteidigung. Deshalb ist das dauerhaft keine Lösung", sagte Löw vor dem Länderspiel gegen Armenien (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) zu SPORT1.

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