Die Verletzung des Dortmunders trifft das deutsche Team auf den ersten Blick hart. Doch Joachim Löw hat starke Alternativen.

Das WM-Aus von Marco Reus trifft die deutsche Mannschaft hart. Der 25-Jährige gehörte in den vergangenen zwei Jahren zum Stamm des DFB-Teams und war ein wichtiger Eckpfeiler in den Planungen von Bundestrainer Joachim Löw für die WM.

Die schwere Verletzung ist bitter für Reus. Der Dortmunder hätte seine erste WM gespielt und das Potenzial gehabt, einer der Stars des Turniers zu werden. Bitter für die deutsche Mannschaft. Sie verliert einen ihrer besten Spieler, der eigentlich nicht eins zu eins zu ersetzen ist.

Trotz aller Enttäuschung: Reus' Verletzung ist zugleich eine Chance und vielleicht besser wegzustecken als man im ersten Moment denkt. In keinem anderen Mannschaftsteil hat der Bundestrainer eine derart hohe Qualität zur Verfügung wie im offensiven Mittelfeld (SHOP: Jetzt Fanartikel des DFB-Teams kaufen).

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Lukas Podolski und Andre Schürrle, seit zwei Jahren zumeist nur Joker hinter Reus für die linke Seite, sind absolut in WM-Form. Beide trafen beim 6:1 gegen Armenien, Podolski bereitete drei weitere Tore vor.

Das 1:0 gegen Armenien war eine Kooperation der beiden England-Legionäre, genau wie das zwischenzeitliche 2:1 beim 2:2 gegen Kamerun. Beiden ist anzumerken, dass ihnen die Premier League guttut.

Beide gehen mit breiter Brust in die WM, auch wenn sie keine verbalen Kampfansagen machen. Schürrle ist zudem eine Option für die Position in der Sturmspitze, wie auch Thomas Müller und Mario Götze, der gegen Armenien als Joker zweimal traf.

Mit der Nachnominierung von Abwehrspieler Shkodran Mustafi hat Löw für große Verwunderung gesorgt. Damit zeigt der Bundestrainer aber auch, dass er an die Stärke seiner Offensivabteilung glaubt.

Oft sorgt auch der Ausfall eines wichtigen Spielers für ein gestärktes Wir-Gefühl, die Mannschaft rückt enger zusammen und zeigt eine Trotzreaktion. So geschehen bei der WM in Südafrika vor vier Jahren, als Michael Ballack verletzungsbedingt fehlte und Sami Khedira in die Bresche sprang.

Zwei Sorgenkinder hat der Bundestrainer jedoch in seiner Offensive: Mesut Özil war zuletzt weit von seiner WM-Form des Jahres 2010 entfernt, Julian Draxler präsentierte sich in der Bundesliga und im Trainingslager nicht in bester Verfassung.

Wenn der Bundestrainer es schafft, die beiden schwächelnden Asse wieder aufzurichten und einen guten Ersatz für die Ausführung der Standardsituationen findet, ist Reus' Ausfall zu kompensieren.

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