Wie geht's weiter nach dem Reus-Schock? Welche Baustellen hat Löw noch? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zur WM-Mission.

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Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Mainz - Am Samstagabend startete die deutsche Nationalmannschaft ihre WM-Mission. Um 22 Uhr hob der Flug LH2014 mit der Mannschaft, Betreuern und Journalisten, darunter auch das SPORT1-Team, in Frankfurt ab in Richtung Salvador (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Im Gepäck: eine große Portion Vorfreude auf Brasilien, aber auch viele Sorgen. Die Verletzung von Marco Reus und das daraus resultierende WM-Aus des Dortmunders ist ein weiterer Rückschlag in der heißen Phase der Vorbereitung.

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Joachim Löw nominierte jedoch keinen Offensivspieler nach und sorgte damit erneut für Verwunderung. Der Bundestrainer berief vielmehr Abwehrmann Shkodran Mustafi, obwohl er in der zentralen Defensive eigentlich schon genügend Ersatzleute hat.

Wie geht es weiter nach dem Schock? Welche Baustellen hat Löw sonst noch? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Beginn der WM-Mission der DFB-Auswahl.

Wer ersetzt Marco Reus?

Eins zu eins kann man den zuletzt formstärksten deutschen Spieler nicht ersetzen. Doch kompensieren lässt sich der Ausfall schon. Lukas Podolski und Andre Schürrle präsentierten sich in den Tests gegen Kamerun (2:2) und beim 6:1 gegen Armenien (902912DIASHOW: Die Bilder des Spiels) in WM-Form.

"Andre und Lukas haben auch schon beim Training und in den Trainingsspielen gegen die U 20 einen guten Eindruck gemacht. Sie sind körperlich sehr dynamisch, sehr stark", lobte Löw das Duo: "Man hat das Gefühl, dass sie in England, in dieser körperlich sehr robusten und intensiven Liga, zugelegt haben."

Die England-Legionäre stehen bereit, einer könnte in die Startformation rücken. Podolski wäre die erste Option für die linke Seite, Schürrle ist zudem auch rechts und in der Spitze einsetzbar.

Mit falscher Neun oder echtem Stürmer?

Schürrle, Thomas Müller, Mario Götze und auch Mesut Özil haben bereits als falsche Neun im Angriff agiert - mit wechselhaftem Erfolg. Gegen Armenien wechselten sich Müller und Schürrle ab, der Chelsea-Profi erzielte das 1:0. Beim 5:3 in Schweden im Oktober 2013 hatte Schürrle sogar dreimal getroffen.

Miroslav Klose ist die einzige echte nominelle Spitze. Der Routinier hat eine Saison mit vielen Verletzungen hinter sich, absolvierte zuletzt Zusatzschichten, um rechtzeitig für die WM fit zu werden.

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Gegen Kamerun musste er 90 Minuten zusehen, gegen Armenien wurde er eingewechselt, zeigte ansteigende Form und ist durch seinen Treffer zum 4:1 nun alleiniger Rekordtorschütze des DFB.

Klose hielt nach Abpfiff ein Plädoyer in eigener Sache. "Wir dürfen nicht wie eine Handball-Mannschaft um den Strafraum drumherum spielen", betonte der Angreifer. Löw wird sich wohl beide Optionen offen halten.

Wer soll in der offensiven Zentrale spielen?

Eigentlich ist Mesut Özil auf dieser Position bei Löw gesetzt. Doch gegen Armenien ließ ihn der Bundestrainer zunächst auf der Bank. Ein deutlicher Fingerzeig an den formschwachen Arsenal-Star.

Reus fehlt auch hier als erste Alternative. Auch Toni Kroos konnte zuletzt dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken.

Mario Götze wäre eine dritte Option, doch die Leistungen des Münchners sind schwankend. Er ist noch nicht in WM-Form. Wenn Özil sein Tief überwindet, wird er wohl die erste Wahl sein.

Wo spielt Philipp Lahm?

Der Kapitän gab nach Verletzungspause gegen Armenien sein Comeback auf der Sechs. Und dort sieht sich der Münchner auch für die WM. "Wenn man im letzten Spiel vor der WM auf dieser Position gespielt hat, kann man davon ausgehen, dort auch bei der WM zu spielen", sagte Lahm am Freitag.

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Sami Khedira hat sich mit einer beeindruckenden Energie und Willenskraft nach seinem Kreuzbandriss zurückgekämpft, ist aber noch nicht bei 100 Prozent.

Bastian Schweinsteiger ist nach seinen Knieproblemen noch weit von seiner Bestform entfernt, Toni Kroos ist offensiv besser aufgehoben. Christoph Kramer ist ein Backup für den Notfall. Fazit: Löw hat seine Idealbesetzung noch nicht gefunden.

Wer spielt Außenverteidiger?

Nach Stand der Dinge ist Jerome Boateng für die rechte Seite vorgesehen, auch wenn er lieber zentral spielt. Lahm sieht sich aber im Mittelfeld, Kevin Großkreutz durfte nur kurz gegen Armenien ran.

Links hat Erik Durm gute Chancen, aber Benedikt Höwedes darf sich nach dem Armenien-Spiel wieder etwas mehr Hoffnungen machen. Die Idealbesetzung für ein WM-Turnier sind aber beide nicht.

In der Innenverteidigung haben Per Mertesacker und Mats Hummels die Nase vorn, Boateng ist nicht schlechter, spielt aber rechts. Mustafi, Höwedes und Matthias Ginter werden in der Zentrale nur zum Einsatz kommen, wenn sich einer aus dem Top-Trio verletzt.

Wer steht im Tor?

Gegen Armenien vertrat erneut Roman Weidenfeller den noch angeschlagenen Manuel Neuer. Löw ist aber weiter davon überzeugt, dass Neuer bis zum ersten Spiel gegen Portugal fit sein wird.

Wenn nicht, müsste sich aber auch niemand ernsthafte Sorgen machen. Weidenfeller hat in den vergangenen Monaten und in der Vorbereitung gezeigt, dass im Ernstfall auf ihn Verlass wäre.

Fazit

Zwischen den Pfosten, in der Innenverteidigung und in der Offensive ist das DFB-Team fit für die WM. Aber: Es bleiben auch noch viele Fragezeichen. Vor allem die Außenverteidigerpositionen und die von Verletzungen gebeutelten potenziellen Mittelfeld-Leader Khedira und Schweinsteiger bereiten Sorgen.

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