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SHKODRAN MUSTAFI: Einer der beiden Überraschungshits des Länderspieljahres. Aus dem Nichts bei der WM. Nach seiner Verletzung kehrt er sofort wieder zurück in den Kader. Der Wechsel in die Primera Division zum FC Valencia bringt ihn weiter. Beim Test in Spanien als zentraler Abwehrspieler solide.  Für einen, der vor einem Jahr nahezu unbekannt war, nicht so schlecht
Sein Länderspiel-Debüt in der A-Nationalmannschaft feierte Mustafi am 13. Mai 2014 in Hamburg beim 0:0 gegen Polen © getty

Brasilien statt Ibiza: Shkodran Mustafi rückt für Marco Reus in den WM-Kader nach. Löw lobt die Verlässlichkeit des Verteidigers.

Vom DFB-Team berichten Holger Luhmann, Denis de Haas, Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

München - Es war 10 Uhr am Samstagmorgen. Shkodran Mustafi befand sich gerade in der Werkstatt, um sein Auto abzuholen. Da klingelte sein Handy.

Der Bundestrainer war in der Leitung, Joachim Löw. "Er hat mir ganz sachlich erklärt, dass ich dabei bin", schilderte Mustafi bei SPORT1 den Moment, als er von seiner WM-Nachnominierung erfuhr.

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Nach der ursprünglichen Streichung am Montag hatte der 22-Jährige eigentlich einen Ibiza-Urlaub mit Freunden geplant, den aber noch nicht gebucht.

Stattdessen geht es jetzt zur WM. Also packte Mustafi in aller Eile seine Sachen und fuhr die 90 Minuten von Bebra nach Frankfurt. Von dort geht es am Abend mit der deutschen Nationalmannschaft nach Brasilien.

"Da war ich noch nie", sagte Mustafi voller Vorfreude und fügte hinzu: "Es ist etwas Besonderes. Für mich geht ein WM-Traum in Erfüllung."

Mitgefühl für Reus

Im Augenblick des Glücksgefühls dachte der Innenverteidiger aber auch an Marco Reus, dessen schlimme Verletzung das Nachrücken von Mustafi erst ermöglich hat. (902912DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

"Es tut mir sehr, sehr leid für Marco Reus", betonte Mustafi.

Mit welchen persönlichen Zielen er zur WM fliegt, kann er noch nicht beantworten: "Damit habe ich noch nicht genau beschäftigt. Ich muss das erst mal alles realisieren. Wenn ich eine ruhige Minute habe, werde ich über neue Ziele nachdenken."

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Löw: "Wir haben Vertrauen in ihn"

Natürlich ist Mustafi zunächst einmal zweite Wahl im Kader. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Doch die Verlässlichkeit des Italien-Profis hat Löw dazu veranlasst, nicht einen offensiven Spieler, sondern eben für den in Bad Hersfeld geborenen Sohn albanischer Eltern ins Aufgebot nachzuholen.

"Shkodran hat uns im Trainingslager überzeugt, er ist fit, wir haben Vertrauen in ihn. Wir wissen, dass wir uns auf ihn zu 100 Prozent verlassen können", begründete Löw seine Entscheidung.

Ein "Kind des DFB"

Auch wenn bei Mustafi zuhause albanisch gesprochen und gegessen wird, wie er im SPORT1-Interview im Februar (INTERVIEW: "Ein unglaubliches Gefühl") verriet, ist er ein "Kind des DFB".

Er hat alle U-Nationalmannschaften durchlaufen, war 2009 an der Seite von Mario Götze U17-Europameister. SHOP: Jetzt DFB-Fanartikel kaufen

Zudem verfügt er bereits über reichlich internationale Erfahrung. Aus der Jugend des Hamburger SV war mit 17 Jahren nach England zum FC Everton gewechselt. Zu Jahresbeginn 2012 ging Mustafi ablösefrei zum damaligen italienischen Zweitligisten Sampdoria Genua, schaffte mit dem Club den Aufstieg in die Serie A.

Jetzt kann er weitere Erfahrungen auf höchster WM-Ebene im durchlauchten Kreis des A-Teams sammeln.

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