Miroslav Klose feiert seinen 36. Geburtstag. Bei der WM könnte er einen Rekord aufstellen, doch der Routinier denkt nur ans Team.

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Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Porto Seguro/Santo Andre - Wenn Miroslav Klose jeden Tag vom Campo Bahia über den Strand zum Training laufen müsste, hätte er sicher schwere Beine.

Doch Klose hat Glück: Die deutschen Spieler werden in der drückenden Hitze in wohl klimatisierten Bussen zum Übungsplatz gefahren.

Klose weiß derartige Annehmlichkeiten in seinem Alter zu schätzen, am Montag feiert er seinen 36. Geburtstag.

Seine Mitspieler werden ihm im DFB-Teamquartier ein Ständchen bringen.

Fulminantes Debüt vor 13 Jahren

Als Klose sein erstes Länderspiel absolvierte, gingen einige von ihnen noch in die Grundschule.

Es war am 24. März 2001, als ein 22 Jahre altes Sturmtalent im WM-Qualifikationsspiel gegen Albanien in der 73. Minute eingewechselt wurde.

Für den 1. FC Kaiserlautern hatte er in der Bundesliga schon mit seinen Toren für Furore gesorgt, nun schlug seine große Stunde in der deutschen Nationalmannschaft. (Aktuelle Nachrichten aus dem DFB-Quartier 18.30 Uhr im TV in WM Aktuell)

Miro Klose kam für Oliver Neuville ins Spiel. Es stand 1:1, dem großen Favoriten drohte eine Blamage.

Doch dann traf Klose zwei Minuten vor dem Ende und riss die Zuschauer in Leverkusen mit seinem Kopfball von ihren Sitzen.

Der letzte Mohikaner

Von seinen damaligen Mitspielern ist heute niemand mehr aktiv. Oliver Kahn ist bei der WM als TV-Experte im Einsatz, genauso wie Mehmet Scholl.

Oliver Bierhoff ist heute quasi Kloses Chef. Respekt vor dem DFB-Teammanager hatte der junge Klose schon vor 13 Jahren. (DFB-PK mit Bierhoff und Flick ab 16.30 Uhr im LIVESTREAM bei SPORT1 und im LIVE-TICKER)

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Im Training vor der Partie sprach er den damaligen Stürmerstar mit "Herr Bierhoff" an.

Der Umgangston ist heute lockerer, Klose hat Bierhoff in Sachen Popularität und Toren längst überholt.

Löw lobt den Rekordtorjäger

Am Freitag erzielte er beim 6:1 in der WM-Generalprobe gegen Armenien sein 69. Länderspieltor und ist nun alleiniger Rekordtorjäger des DFB vor Gerd Müller. 283716(DIASHOW: Die deutschen Rekordtorjäger)

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"Diese Marke ist sensationell. Das ist eine tolle Sache, das hat er ganz einfach verdient", sagte Bundestrainer Joachim Löw zur Bestmarke seines Oldies.

Bei Weltmeisterschaften liegt Klose mit bisher 14 Treffern gleichauf mit Müller. Mit einem weiteren Tor würde er mit Ronaldo gleichziehen, mit zwei Treffern wäre er WM-Rekordtorschütze.

Podolski gratuliert Klose:

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Jokerrolle wäre kein Problem

Trotz seiner Bestmarken bleibt der Angreifer aber bescheiden.

"Nicht nur der Rekord treibt mich an", sagt Klose: "Das Allerwichtigste ist für mich die Mannschaft."

Klose stellt seine Person hintenan, auch die Jokerrolle wäre für den Routinier kein Problem (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

"Ich bin auf alles eingestellt und kann der Mannschaft helfen - in welcher Form auch immer. Ob ich von Anfang an spiele oder reinkomme, das entscheidet der Trainer."

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Vierte WM die letzte für Klose

Seine vierte Weltmeisterschaft wird für den WM-Torschützenkönig von 2006 die letzte sein.

Im Sommer 2015 wird er seine Fußballschuhe wohl für immer an den Nagel hängen.

Mit der DFB-Auswahl wurde er in Japan und Südkorea Vizeweltmeister, 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika WM-Dritter.

In Brasilien im Spätherbst seiner Karriere den großen Coup zu schaffen, wäre für Klose ein Traum.

"Wer schon mal eine WM gespielt hat, der weiß, dass auch viel Glück dazu gehört", erzählte der Angreifer von Lazio Rom im Trainingslager in Südtirol.

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Nach Verletzungen zurückgekämpft

"Wenn wir verletzungsfrei bleiben, können wir ans Limit gehen. Aber die Südamerikaner sind klar im Vorteil. Das Spielen ist in Brasilien ganz anders als man es sich hier vorstellt", erklärte er (901671DIASHOW: Anreise des DFB-Teams).

"Wir müssen erst einmal abwarten, wie wir mit der Hitze zurechtkommen."

In der abgelaufenen Saison hatte der ehemalige Werder- und Bayern-Profi in Italien viel mit Verletzungen zu kämpfen. Rechtzeitig zur heißen Phase der WM-Vorbereitung greift er aber wieder an.

Im Spiel gegen Kamerun saß er noch auf der Bank, gegen Armenien wurde er eingewechselt und machte sich zum Rekordtorjäger.

"Ich musste wegen Knieproblemen zwei, drei Tage etwas kürzer treten", erzählte er. "Aber ich habe viel für die Beine gemacht. Ich brauche meine Fitness. Ich brauche meine Beine."

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