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Theo Zwanziger (r.) stieß 2011 mit Joachim Löw auf dessen Vertragsverlängerung an © getty

Der frühere DFB-Chef Theo Zwanziger traut Deutschland bei SPORT1 den Titel zu - und glaubt, dass Löw dem Reus-Aus trotzen wird.

Von Mathias Frohnapfel und Martin Hoffmann

München - In wenigen Stunden wird es auch für die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien ernst.

Und wenn der Anpfiff des Auftaktspiels gegen Portugal (ab 17.30 im LIVE-TICKER) erfolgt ist, dürfte endlich auch für den DFB der Fußball im Vordergrund stehen.

Seit Tagen beschäftigt den Verband der Kleinkrieg mit seinem früheren Präsidenten Theo Zwanziger (BERICHT).

Nun soll aber Schluss sein, das Sportliche wieder in den Vordergrund rücken (BERICHT: "WM hat für uns begonnen").

Zwanziger glaubt an WM-Titel

Vor vier Jahren fieberte Zwanziger bei der WM in Südafrika noch als Verantwortlicher sowie als Vorgesetzer von Bundestrainer Joachim Löw mit. Am Ende erreichte das DFB-Team Platz 3 (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Diesmal traut Zwanziger, deutsches Mitglied im Exekutiv-Komitee der FIFA, der Mannschaft den ganz großen Wurf zu - setzt sie aber damit auch unter Druck.

"Mehr ist möglich", sagt der 2012 aus dem DFB-Präsidentenamt ausgeschiedene Zwanziger im Gespräch mit SPORT1.

"Natürlich auch der WM-Titel, den ich gerade diesen tollen Spielern und ihrem Trainerstab sehr wünschen und gönnen würde".

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Mindestens so weit wie 2006 und 2010

Zwanziger weiß allerdings auch, dass Löws Team eine gewisse Erwartungshaltung erfüllen muss:

"Das Halbfinale ist Pflicht. Das haben wir 2006 und danach bei EM und WM immer erreicht."

Einem erfolgreichen Abschneiden steht aus Sicht von Zwanziger nichts im Wege - auch nicht der kurzfristige Ausfall von Marco Reus.

"Löw ist ein Toptrainer, er weiß um diese Dinge und kann damit umgehen", sagt Zwanziger:

"Natürlich ist der Ausfall von Marco Reus sehr bedauerlich, von ihm war viel zu erwarten. Aber auch andere Mannschaften müssen Verletzungen verkraften und das DFB-Team hat breite Qualität."

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Plädoyer für die Technik

Zwanziger ist nicht nur auf das deutsche Abschneiden bei der WM gespannt.

Als Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees stehen auch zwei Regel-Neuheiten im Mittelpunkt seines Interesses.

Die Torlinientechnik kommt in Brasilien ebenso erstmals zum Einsatz wie das Freistoß-Spray, mit dem Schiedsrichter den Mindestabstand zwischen Schütze und Mauer sicherstellen können.

"Ich finde alle technischen Hilfsmittel, die dem Schiedsrichter seine schwere Aufgabe erleichtern und seine Entscheidungsfindung unterstützen sehr gut", hält der 69-Jährige fest:

"Sonst bleibt er immer der Sündenbock."

Die teilweise krassen Fehlentscheidungen der ersten WM-Tage dürften ihn in dieser Meinung nur bestärkt haben (BERICHT: Kroatien wittert Verschwörung).

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