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Gegen Portugal womöglich nur in der Jokerrolle: Bastian Schweinsteiger (l.) und Mesut Özil © getty

Mit welcher Elf wird Deutschland gegen Portugal in Brasilien ins WM-Turnier starten? Es könnte zwei prominente Zuschauer geben.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Porto Seguro/Santo Andre - Hansi Flick stellte eine gewagte These auf.

"Wir haben 23 Spieler im Kader, elf davon werden gegen Portugal auflaufen", sagt der Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft.

Auf Fragen zur Aufstellung beim WM-Auftakt lässt sich der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw allerdings nichts entlocken (Aktuelle Nachrichten aus dem DFB-Quartier täglich ab 18.30 Uhr im TV in WM Aktuell).

"Wir haben ein Gerüst", sagte Flick. Mehr wollte er nicht verraten.

Am vergangenen Freitag spielte Philipp Lahm gegen Armenien an der Seite von Sami Khedira im defensiven Mittelfeld, Bastian Schweinsteiger saß zu Beginn auf der Bank.

Und es könnte sein, dass der Vizekapitän sich auch beim WM-Auftakt am 16. Juni gegen Portugal zunächst mit der Rolle des Ersatzmanns begnügen muss (904179DIASHOW: Das DFB-Team im Campo Bahia).

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Lahm sieht sich im Mittelfeld

Eigentlich war der Münchner zusammen mit Khedira bei Löw in der defensiven Schaltachse gesetzt, doch Schweinsteiger hat seit seiner Patellasehnenverletzung am 10. Mai kein Spiel mehr von Anfang an bestritten (DFB-PK mit Schürrle und Lahm, ab 16.30 Uhr im LIVESTREAM und im LIVE-TICKER).

Lahm war nach seiner Sprunggelenksverletzung im DFB-Pokalfinale am 17. Mai gegen Armenien in die Startelf zurückgekehrt, hatte neben Khedira überzeugt und anschließend seinen Anspruch auf einem Platz im Mittelfeld angemeldet.

"Wenn man im letzten Spiel vor einer WM auf einer Position spielt, geht man auch davon aus, dass man auf der Position eingesetzt wird", hatte der Kapitän nach dem 6:1-Sieg bei der WM-Generalprobe erklärt (SHOP: Jetzt DFB-Fanartikel kaufen).

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Defensives Dreieck als Option

Khedira hatte sich hingegen nach seinem Kreuzbandriss im November 2013 zurückgekämpft, stand bei Real Madrids Champions-League-Sieg Ende Mai gegen Atletico wie auch beim 2:2 gegen Kamerun und gegen Armenien in der Anfangsformation (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Sollte Löw, wie in den beiden letzten Testspielen, Khedira und auch Toni Kroos wieder eine Chance von Beginn an geben, bliebe Schweinsteiger zunächst außen vor.

Wenn der Bundestrainer aber gegen Cristiano Ronaldo und Co. eine defensivere Aufstellung wählt, könnte Schweinsteiger mit Lahm und Khedira ein Mittelfeld-Dreieck bilden. Diese Variante ließ er in der ersten Hälfte gegen Armenien spielen. Allerdings mit Khedira, Lahm und Kroos.

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Mertesacker, Hummels und Boateng gesetzt

Mehr Klarheit gibt es in der Abwehr. Innen sind Per Mertesacker und Mats Hummels momentan erste Wahl, Jerome Boateng ist allem Anschein nach von Löw die Rolle des Rechtsverteidigers zugedacht.

Links hat Erik Durm einen leichten Vorsprung vor der Konkurrenz. Der Dortmunder überzeugte bei seinem Debüt gegen Kamerun. Benedikt Höwedes ist im Normalfall nur die Backuplösung auf der für ihn ungewohnten linken Seite.

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Müller Favorit auf die Rolle ganz vorn

In der Offensive ist Thomas Müller gesetzt. Der Bayer wird wahrscheinlich wieder in der Spitze oder auf dem rechten Flügel eingesetzt.

Gegen Armenien brillierte Lukas Podolski auf dem linken Flügel als Ersatz für den verletzten Marco Reus. Der Arsenal-Profi harmonierte hervorragend mit Andre Schürrle und legte ihm, wie schon gegen Kamerun, einen Treffer vor.

Obwohl Schürrle auch über die rechte Seite kommen kann, spricht jedoch einiges dafür, dass er oder Podolski gegen Portugal zunächst auf der Bank sitzen wird. Diese Rolle droht auch Miroslav Klose.

Klose ohne Probleme mit der Jokerrolle

Der einzige echte Stürmer im Kader überflügelte mit seinem Treffer gegen Armenien Gerd Müller als ewigen Rekordschützen des DFB, doch er ist noch nicht hundertprozentig fit und hat nach eigener Aussage kein Problem mit der Rolle des Jokers (901671DIASHOW: Anreise des DFB-Teams).

"Ich bin auf alles eingestellt und kann der Mannschaft helfen - in welcher Form auch immer", sagte Klose nach dem Armenien-Spiel: "Ob ich von Anfang an spiele oder reinkomme, das entscheidet der Trainer."

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Özil noch nicht in WM-Form

Bleibt noch die Frage, für wen sich auf der zentralen Rolle hinter Müller entscheiden wird. Kroos oder Mesut Özil. Der Arsenal-Star steckt in der Formkrise und saß gegen Armenien zunächst auf der Bank.

Kroos konnte allerdings zuletzt auch nicht dem Spiel seinen Stempel aufdrücken.

Die Variante, Özil ganz nach vorn zu versetzen, erscheint eher unwahrscheinlich. Bei seinen als falsche Neun konnte er bisher noch nie überzeugen. Gleiches gilt für Mario Götze, der eher als Option für links denkbar wäre.

Neuer auf dem Weg zurück ins Tor

Die Frage, wer gegen Portugal im Tor stehen wird, ist zwar noch nicht abschließend geklärt, doch sie hängt nur noch von Manuel Neuer ab.

Nach seiner Schulterverletzung Mitte Mai ist er mit großen Schritten auf dem Weg zurück in die Startelf. Am Sonntag und Montag absolviert der Bayern-Keeper wieder torwartspezifische Übungen.

"Wann er mit der Mannschaft trainiert, müssen wir abwarten und von Tag zu Tag entscheiden", erklärte Flick. Roman Weidenfeller, der Neuer gegen Kamerun und Armenien ersetzte, sei zwar "auf einem ähnlichem Niveau", meinte Löws Assistent, "aber Manuel ist noch einmal einen Tick besser."

Fazit: Beim WM-Auftakt gegen Portugal könnte es prominente Bankdrücker geben. Gut möglich, dass es Schweinsteiger trifft.

Was natürlich nicht heißt, dass er bei der WM nicht trotzdem noch gebraucht wird.

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