vergrößernverkleinern
Jerome Boateng (l.) und Mats Hummels wollen Ronaldo stoppen © getty

Cristiano Ronaldo ist von einem Spieler allein kaum zu stoppen. Arne Friedrich nennt bei SPORT1 den Schlüssel zum Erfolg.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Santo Andre - Er hat noch nie gegen Deutschland ein Tor erzielt, und doch dreht sich wieder einmal alles um ihn.

Wer soll Cristiano Ronaldo stoppen? Das ist die am häufigsten gestellte Frage vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal am Montag (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Drei Mal stand Ronaldo in Partien gegen die DFB-Auswahl auf dem Platz: Im Spiel um Platz drei bei der WM 2006, im Viertelfinale der Europameisterschaft 2008 und im Gruppenspiel der EM 2012.

Drei Mal ging er leer aus, jedes Mal verlor Portugal.

"Man kann ihn nie gänzlich ausschalten"

Doch Statistiken sind dazu da, gebrochen zu werden und der Respekt vor dem Superstar ist groß. Auch wenn der zuletzt angeschlagen war (SERVICE: Der WM-Ticker).

"Man kann ihn nie gänzlich ausschalten", sagt Joachim Löw: "Er macht mit die besten Laufwege, die es gibt. Er geht in den Rücken der Gegenspieler in den toten Winkel. Man darf ihn im wahrsten Sinne des Wortes nicht aus den Augen lassen."

(SHOP: Jetzt DFB-Fanartikel kaufen)

Für Ronaldos Gegenspieler gelte, immer darauf zu achten: "Was macht Ronaldo? Wo ist Ronaldo?"

Sonderaufgabe für Boateng

Besonders Jerome Boateng soll seinen Blick nicht von Portugals Flügelstürmer lassen.

Schon bei der EM vor zwei Jahren war es ihm beim 1:0 in der Vorrunde gelungen, den aktuellen Weltfußballer weitgehend zu kontrollieren (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Doch Boateng braucht Unterstützung gegen die Tormaschine von Real Madrid.

[image id="fc45fd76-63a8-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Alleine ausschalten kann ich Ronaldo über 90 Minuten sowieso nicht. Das kann kein Verteidiger. Das kann eine Mannschaft nur im Verbund", erklärt der Bayern-Profi in der "Bild".

Boateng hat mit den Münchnern und dem DFB-Team schon einige Duelle mit Ronaldo ausgefochten, genau wie Philipp Lahm.

"Jerome hat es schon gemacht, Philipp hat es auch schon sehr, sehr gut geschafft, ihn im Griff zu haben", sagt Löw.

Friedrich erklärt die Taktik

Auch Arne Friedrich weiß, wie man Ronaldo beikommen kann. Der ehemalige Nationalspieler traf mit dem DFB-Team im Viertelfinale der EM 2008 als Rechtsverteidiger auf den Superstar.

"Es gibt zwei Dinge, die sehr wichtig sind. Zum einen, dass man versucht, Ronaldo zu doppeln, ihn von zwei Seiten zumacht", sagt Friedrich zu SPORT1.

"Das andere ist, dass man schon bei ihm ist, wenn er den Ball bekommt. Wenn er mit Tempo auf einen zukommt, wird es unheimlich schwer. Er muss direkt bei der Ballannahme gestört werden", erklärt der zweimalige WM-Dritte, der in Brasilien als Kolumnist für einen chinesischen TV-Sender arbeitet.

Die SPORT1-Start11: Stellen Sie Ihr Team für Portugal auf!

[image id="fc58da45-63a8-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Räume eng machen, schon die Zuspiele verhindern, so fasst Boateng die Marschroute für die deutschen Abwehrspieler zusammen.

Mehr als nur Ronaldo

Portugals Spiel steht und fällt mit Ronaldo.

Doch die Mannschaft nur auf ihn zu reduzieren, könnte fatale Folgen haben. Es gibt noch andere Spieler, die jeder Abwehr gefährlich werden können.

[tweet url="//twitter.com/VivaRonaldo"]

"Ronaldo oder Moutinho stellen sich irgendwo ins Niemandsland und werden dann sofort angespielt. Sie kommen in kürzester Zeit zum Abschluss", sagt Löw: "Die Mannschaft versteht es wie keine andere zu verteidigen und dann ihren eigenen Angriff schon vorzubereiten."

Anfällig in der Defensive

Das blitzschnelle Umschalten ist einer der größten Trümpfe der Portugiesen.

In der Abwehr stehen erfahrene Leute wie Pepe, Bruno Alves und Fabio Coentrao, doch sie sind immer wieder für einen Patzer gut.

"Sie haben in der Offensive ihre Stärken", stellt Friedrich fest, "in der Defensive aber auch kleinere Schwächen. Da müssen die Deutschen zustechen."

Mit Videoanalysen und Einzelgesprächen bereitet Löw die deutsche Mannschaft auf das Spiel am Montag vor. Mit Respekt, aber ohne Angst geht das Team in das Duell mit Ronaldo und Co.

Durm ohne Angst

"Wenn man vor einem Fußballer Angst hat, dann ist man fehl am Platz", sagt Erik Durm.

Ronaldo sei zwar "eine Tormaschine", meint der Dortmunder Linksverteidiger, der wohl Benedikt Höwedes den Platz in der Startelf überlassen muss:

"Umso wichtiger ist es, dass man trotzdem keine Furcht vor ihm hat. Wir haben in unserer Nationalmannschaft genau solche Weltklassespieler. Wir gehen mit breiter Brust in das Spiel."

[kaltura id="0_x5l2b07v" class="full_size" title="Durm Sind bereit in jeder Sekunde "]

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel