Lukas Podolski und Benedikt Höwedes fiebern dem Portugal-Spiel entgegen. Mesut Özil nehmen sie in Schutz. Die Aussagen der PK.

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Von Christoph Lother, Thorsten Mesch und Jochen Stutzky

München/Campo Bahia - Mit dem Knaller gegen Portugal beginnt am Montagabend (17.30 Uhr im LIVE-TICKER) endlich auch für die deutsche Nationalelf die WM.

Und Lukas Podolski kann den Startschuss offensichtlich kaum erwarten.

Bestens gelaunt erfüllte der Spaßvogel der DFB-Delegation am Tag der Abreise nach Salvador die Wünsche der Autogrammjäger und posierte sogar mit einer Fahne seines Herzensklubs 1. FC Köln.

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Zuvor hatte er sich mit Abwehrspieler Benedikt Höwedes im deutschen Camp noch einmal den Fragen der Journalisten gestellt.

SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz zusammen:

Höwedes: Umstellung auf links kein Problem

"Die Vorfreude ist enorm groß", betonte Schalke-Kapitän Höwedes mit Blick auf das erste Gruppenspiel und fügte hinzu: "Wir haben eine lange Vorbereitung gehabt und freuen uns, dass es endlich losgeht."

Während Podolski nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Dortmunders Marco Reus mit dem Posten im linken offensiven Mittelfeld liebäugelt, dürfte Höwedes gegen die Portugiesen als linker Verteidiger auflaufen (PEPSI START 11: Hier die Nationalelf selbst aufstellen).

"Eine große Umschulung gab es nicht. Ich bin relativ flexibel einsetzbar, was der Trainer zu schätzen weiß", sagte der gelernte Innenverteidiger zu seiner Rolle und fügte hinzu:

"Hauptsächlich geht es für mich darum, meine defensiven Qualitäten zum Einsatz zu bringen. Es wird nicht meine Aufgabe sein, mit meinem starken linken Huf sensationelle Flanken zu schlagen."

Nicht nur auf Ronaldo aufpassen

Der Ausnahmequalitäten von Portugals Weltfußballer Cristiano Ronaldo sei man sich im deutschen Team durchaus bewusst, sagte Podolski. Er stellte aber klar: "Wir bereiten uns auf Portugal vor, nicht auf einzelne Spieler."

"Dass Ronaldo ein Spiel entscheiden kann, ist klar", so Podolski: "Aber wenn wir unsere Leistung bringen und umsetzen, was wir können, werden wir als Sieger vom Platz gehen. Wenn nicht, müssen wir hoffen, dass Ronaldo ausgeschaltet wird oder keinen guten Tag erwischt."

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Äußere Bedingungen spielen keine Rolle

Die erwartete Hitze und die schlechten Platzverhältnisse in der Arena Fonte Nova in Salvador wolle man nicht als Ausrede gelten lassen, sagte Podolski.

"Wir sind viel zu verwöhnt vom Rasen in Deutschland oder England. Es darf keine Ausrede sein, ob der Rasen höher oder tiefer ist oder Unebenheiten hat", befand der 29-Jährige:

"Es sind extreme Bedingungen. Aber es darf keine Rolle spielen, ob da jetzt 50, 55 oder 70 Grad herrschen. Ich gehe in das Spiel rein und will gewinnen."

Schiri-Diskussion lässt Podolski kalt

Auch die durch zahlreiche Fehlentscheidungen in den ersten Partien dieser WM entflammte Schiedsrichter-Diskussion schob Podolski beiseite.

"Man geht in ein Spiel rein, ohne sich vorher Gedanken zu machen. Schiedsrichter sind Menschen, die Fehler machen. Das passiert. Ich will mich an solchen Diskussionen nicht beteiligen", sagte der 114-malige Nationalspieler:

"Dass es bei einer WM so hochkocht, ist klar. Aber ich gehe in das Spiel, ohne Gedanken über den Schiedsrichter zu haben."

Gepfiffen wird das erste Spiel der deutschen Mannschaft in Brasilien von dem 41 Jahre alten Serben Milorad Mazic.

Teamkollegen nehmen Özil in Schutz

Im Fokus dürfte beim Duell mit den Portugiesen aber auch Deutschlands Spielmacher Mesut Özil stehen.

Nach durchwachsener Rückrunde in der Premier League und ebenso wenig überzeugender WM-Vorbereitung mit der DFB-Elf hatte der 25-Jährige teils heftige Kritik einstecken müssen.

Podolski nahm seinen Vereinskollegen vom FC Arsenal nun aber demonstrativ in Schutz.

"Er ist ein wichtiger Spieler und ein guter Freund. Er wird die Leistungen in den nächsten Monaten und Jahren bringen. Wir werden sehr viel Freude an ihm haben", sagte "Poldi" und forderte:

"Man sollte ihn so akzeptieren, wie er ist. Lasst den Jungen doch einfach Fußball spielen! Er ist ein Weltklasse-Spieler und hat absolute Qualitäten, um ein gutes Turnier zu spielen."

Auch Defensivmann Höwedes versicherte: "Mesut ist erfahren genug. Er hat genügend Titel eingefahren und genügend große Spiele gemacht. Vergangene Spiele werfen ihn nicht aus der Bahn."

DFB-Kicker glauben an den Titel

Unabhängig von Özils Formschwankungen machen sich sowohl Podolski, als auch Höwedes große Hoffnungen auf den vierten WM-Titel für Deutschland.

"Man sieht die Entwicklung. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir ernsthaft vom Titel sprechen können. Das war vorher nicht immer der Fall", sagte Podolski.

Und Höwedes ergänzte: "Wir haben immer eine gute Ordnung im Spiel, sorgen aber auch für attraktiven Fußball. Das begeistert die Leute. Wir sind auf einem tollen Weg, und den sollten wir weiter gehen. Es wäre toll, wenn wir uns für diesen Fußball belohnen und einen Titel mit nach Hause nehmen könnten."

Botschaft an Schumacher

Mit dem Titelgewinn würde das DFB-Team auch einem ganz besonderen Fan eine Freude machen. Podolski schickte aus Brasilien eine emotionale Botschaft an den verunglückten Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher.

"Ich will Michael herzlich grüßen. Er kann leider nicht dabei sein. Ihm geht es nicht so gut. Die Mannschaft und der DFB wünschen ihm und seiner Familie viel Kraft. Wir hoffen, dass er schnell wieder auf die Beine kommt", sagte Podolski.

Alle würden hoffen, "dass Michael eventuell noch das eine oder andere Spiel sehen kann. Wenn wir den Titel holen, dann können wir auch ihm ein Stück weit eine Freude machen", ergänzte der Ex-Kölner Podolski, der mit Schumacher persönlich befreundet ist.

Schumacher, der bei einem Skiunfall am 29. Dezember 2013 im französischen Meribel ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, gilt als großer Fußball-Fan. Er hatte die DFB-Auswahl vor Turnieren auch schon einige Male besucht.

Alle weiteren Aussagen von der PK finden Sie im LIVE-TICKER zum Nachlesen.

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