Der Bundestrainer hat gegen Portugal die richtigen Entscheidungen getroffen. Zwei Stars könnten nun dauerhaft zu Reservisten werden.

Ein 4:0-Auftaktsieg bei der WM gegen den Vierten der Weltrangliste - wenn eine Mannschaft so ins Turnier startet, liegt man nicht ganz falsch mit der Behauptung: Der Trainer hat alles richtig gemacht.

Joachim Löw hatte die richtige Taktik, die richtigen Spieler, den richtigen Plan. Das Spiel gegen Portugal erinnerte an die starken Auftritte vor vier Jahren in Südafrika. Nicht nur wegen der Gala von Thomas Müller.

Der Bundestrainer hat erkannt, dass Müller für die Position im Angriff die beste Wahl ist. Der WM-Torschützenkönig von 2010 zahlte dem Coach das Vertrauen mit drei Treffern zurück.

Löws Entscheidung, Mario Götze im offensiven Mittelfeld zusammen mit Mesut Özil und Toni Kroos aufzubieten, hat sich ebenfalls als goldrichtig entpuppt. Gegen das variable deutsche Mittelfeld hatten die Portugiesen kein Rezept. (SHOP: Jetzt Fanartikel des DFB-Teams kaufen)

Löws Entscheidung, Bastian Schweinsteiger auf der Bank zu lassen, war für die Mannschaft keine Schwächung. Hinter dem Vizekapitän steht weiter ein Fragezeichen. Er und Miroslav Klose, zwei der Stars von 2010, werden es schwer haben, ins Team zu kommen.

Legt man allein die Einsatzzeit zugrunde, könnten sie die Verlierer der kommenden Spiele werden.

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Das Fragezeichen hinter Manuel Neuer ist derweil verschwunden. Der Welttorhüter hat seine Schulterverletzung auskuriert und wirkte souverän.

Die Abwehr stand, bis auf leichte Probleme in der Anfangsphase, sicher. Vier gelernte Innenverteidiger aufzubieten, war ein guter Schachzug. Portugals Superstar Cristiano Ronaldo war abgemeldet.

Löw hat die Fragezeichen nach der teils holprigen Vorbereitung vorerst beseitigt. Er hat die richtigen Entscheidungen getroffen. Doch er bleibt gefordert. Es war nur der Auftakt. Will man den Titel, bleiben sechs Hürden.

Die kleinste Schwäche des Bundestrainers kann das Team ins Straucheln bringen. Die Erinnerung an das EM-Halbfinale vor zwei Jahren gegen Italien ist noch wach. Der Druck bleibt.

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