Der dreifache Torschütze ragt beim 4:0 gegen Portugal heraus. Fotos mit der Kanzlerin sind der Hit. Hummels muss zur Kernspin.

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Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Salvador - Es klickte überall. Die Handy-Kameras waren in der Kabine der deutschen Nationalmannschaft fast noch mehr gefordert als die Spieler in den 90 Minuten zuvor.

Matchwinner Thomas Müller und Co. gaben überglückliche Motive ab und umrahmten Angela Merkel, die beseelt lächelnd in der Mitte des Mannschaftskreises stand. Lukas Podolski löste sein Selfie-Versprechen ein und legte sogar den Arm um die Bundeskanzlerin, die eine kleine Ansprache hielt.

Die Bilder spiegelten die Stimmung nach dem 4:0 (3:0) gegen Portugal (Bericht) perfekt wider.

Es war mehr als der erhoffte Erfolg im ersten Spiel. Es war der perfekte Start in die WM, gefeiert von knapp 10.000 deutschen Fans im Stadion. Erinnerungen an Südafrika wurden wach.

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Strunz schwärmt von Müller

Bei der WM vor vier Jahren war der Stern von Müller aufgegangen. Torschützenkönig, Fan-Liebling, Hoffnungsträger. Inzwischen ist der Münchner aus der DFB-Elf nicht mehr wegzudenken - und trotzdem immer noch unbeschwert.

Nach seinem Dreierpack gegen Portugal machte er in der Kabine Faxen mit Bastian Schweinsteiger. "Wir sind hier, um Weltmeister zu werden", ließ Müller noch wissen, nachdem er sich schon jetzt wieder an die Spitze der Torjägerliste gesetzt hatte.

Für SPORT1-Experte Thomas Strunz war die Gala des 24-Jährigen keine Überraschung. "Er hat sich ein hohes Ziel gesetzt, er will die Torjäger-Kanone verteidigen. Er hat schon einen guten Anfang gemacht", sagte der Ex-Nationalspieler:

"Thomas Müller ist ein Phänomen. Man kann ihn auf jeder Postion besetzen. Er war da, wo er sein muss und hat die Dinge gemacht, die notwendig sind. Viermal aufs Tor geschossen und drei Tore gemacht. Was will man mehr?"

Bundestrainer Joachim Löw hatte Müller in seinem äußerst variablen Offensivsystem als vordersten Angreifer aufgeboten.

Seit "zwei, drei Tagen" von Rolle gewusst

Der 24-Jährige traf zunächst per Elfmeter (12.) nach einem Foul an Mario Götze, sorgte nach dem zweiten deutschen Treffer von Mats Hummels (32.) noch vor der Halbzeit für das 3:0 (45.+1) stellte in der 78. Minute mit einem Abstauber nach einem Torwartfehler den Endstand her.

"Es ist immer schön, mit einem Sieg in ein Turnier zu starten", sagte Müller: "Dann hast du gleich ein gutes Gefühl."

Welche Rolle er spielen sollte, habe er "seit zwei, drei Tagen gewusst", verriet der Münchner.

Extralob von Löw

"Thomas hat es sehr gut vorne gemacht. Er hat immer wieder Lücken gerissen", lobte Joachim Löw, der mit allen seinen Personalentscheidungen den richtigen Riecher bewiesen hatte.

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"Es hatte ein bisschen etwas von 2010, wenn wir schnell nach vorne gespielt haben und versucht haben, durch den Gegenangriff zum Abschluss zu kommen", sagte Torwart Manuel Neuer im Gespräch mit SPORT1.

Damals hatte das DFB-Team mit schnellem Offensivfußball für Furore gesorgt und sich auch in die Herzen vieler ausländischer Fans gespielt.

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Auch das Mittelfeld überzeugt

Am Montagabend war dies nicht anders.

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Löw setzte hinter Müller auf Götze und Mesut Özil. Dann folgte ein Dreiergespann im zentralen Mittelfeld. Der starke Toni Kroos ließ sich zurückfallen, wenn Sami Khedira mit nach vorn ging. Philipp Lahm gab nach leichten Startproblemen der ohnehin starken Defensive zusätzliche Sicherheit. Bastian Schweinsteiger saß auf der Bank.

"Die Mannschaft war unheimlich kompakt, und wir haben kaum Konterchancen zugelassen. Wir haben schnell nach vorne gespielt", analysierte der Bundestrainer. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Özil ausgewechselt

Lediglich Özil fiel etwas ab und konnte auf der rechten Seite nichts Entscheidendes beitragen. Löw wechselte ihn nach 63. Minuten aus und brachte Andre Schürrle, der dann auch das 4:0 vorbereitete.

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Ob Sturm, Mittelfeld oder Abwehr - Löw hatte die richtigen Entscheidungen getroffen. Die Viererkette mit vier gelernten Innenverteidigern ließ Portugals Superstar Cristiano Ronaldo fast unsichtbar erscheinen.

Und Hummels fand bei seinem Tor sogar Gelegenheit, Offensiv für Akzente zu sorgen.

"Ich habe vorher mit ein paar Leuten darüber geredet, was passiert, wenn ich ein WM-Tor schieße. Es war immer ganz weit weg. Aber in der Sekunde habe ich gedacht. Das ist mit das Größte, wovon du als Kind geträumt hast", erzählte Hummels von seinem großen Moment.

Hummels am Dienstag zur Kernspin

Nach der Erfüllung seines Traumes drohte dem 25-Jährigen jedoch das Trauma: In der zweiten Hälfte blieb er nach einem Kopfballduell verletzt am Boden liegen. Anschließend wurde er humpelnd vom Platz geführt.

Im Laufe des Dienstags soll eine Kernspintomografie Klarheit über das Ausmaß der Blessur bringen.

"Die Verletzung fühlt sich nicht so an, als wäre es etwas, was die WM beenden würde, sondern was vielleicht ein Spiel kostet, vielleicht auch keins", sagte Hummels zu SPORT1 zu seiner Oberschenkelverletzung und ergänzte: "Es war wichtiger, dass wir als Mannschaft einen guten Start hatten."

Götze lobt den Teamgeist

Daran hatte auch Götze seinen Anteil. Dass der 22-Jährige in der Anfangsformation stand, war für viele etwas überraschend. Der Münchner holte den Elfmeter heraus, vergab aber zwei, drei gute Chancen. Doch das störte ihn nach dem Sieg nicht mehr.

"Man hat gesehen, dass wir eine gute Mannschaft sind und zusammenhalten. Der Sieg hat uns gutgetan", sagte Götze zu SPORT1. Auch Andre Schürrle und Lukas Podolski fügten sich als Joker nahtlos ein.

Es war ein perfekter Start in das Turnier. Vier Tore, ein Dreierpack - dazu ein nettes Mannschaftsbild mit der Kanzlerin.

Das nächste Mal würde Angela Merkel übrigens beim Finale im Stadion zusehen. Und auch die DFB-Kabine besuchen.

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