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Lukas Podolski bestritt unter Joachim Löw 25 Spiele in der Nationalmannschaft © getty

Der Bundestrainer gibt Nationalstürmer Lukas Podolski eine letzte Chance: Ein weiterer Fehler hätte weitreichende Konsequenzen.

Von Rainer Nachtwey

München - Es war der Aufreger beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Wales:

Nicht der 2:0-Sieg (Spielbericht), sondern die Ohrfeige von Lukas Podolski an Mannschaftskapitän Michael Ballack stand im Mittelpunkt des Geschehens.

Zwar hatte Bundestrainer Joachim Löw bereits einen Tag nach der Entgleisung Podolskis einen Verzicht auf Maßnahmen angekündigt (Löw stutzt "hauenden Lukas" zurecht), aber ein erneuter Ausraster des Bayern-Stürmers würde "weitreichende Konsequenzen" haben.

Neue Chance verdient

"Bei uns ist sein Kredit aufgebraucht", verriet der Bundestrainer in der "Badischen Zeitung".

Warum Podolski handgreiflich reagiert hat, konnte sich Löw ebenso wenig wie Podolski erklären. "Normalerweise ist er ausgeglichen und ruhig", beschrieb er seinen Nationalstürmer, der sich "bei uns bisher immer tadellos verhalten hat".

Deshalb habe Podolski "eine neue Chance verdient", auch wenn er Grenzen überschritten habe, meinte Löw.

Thema beim nächsten Treffen

"Ich habe mit der Mannschaft gesprochen, dann mit Lukas und Michael alleine. Es war klar, dass das so nicht zu akzeptieren ist", sagte der 49-Jährige.

Zwar hofft er, dass sich die Turbulenzen um Lukas Podolski legen, dennoch wird der Bundestrainer die Ohrfeige beim nächsten Zusammentreffen der Nationalmannschaft noch einmal ansprechen.

Damit sei es aber vorerst genug. "Für mich ist Einsicht grundsätzlich wichtiger als Strafe", sagte Löw.

Ballack hat Entschuldigung akzeptiert

"Lukas hat sich in aller Form entschuldigt. Er hat selbst gespürt, was sein Handeln ausgelöst hat und war sehr, sehr niedergeschlagen", führte der Bundestrainer aus. (Podolski: "Ich habe Mist gebaut")

Watsch?n-Opfer Ballack (87934Zu den Bildern) habe mit dem Thema abgeschlossen, meinte Löw: "Michael war zu Recht angefressen, aber er hat die Entschuldigung akzeptiert."

Laut Löw lag der Auslöser des Streits bei Ballacks Aufforderung an Podolski, er solle engagierter in die Zweikämpfe gehen und die richtigen Laufwege nehmen.

Podolskis Status hat gelitten

Löw geht davon aus, dass Podolskis Status nicht nur bei ihm selbst, sondern auch bei den Fans gelitten hat.

"Er weiß, dass er sehr viele Sympathien verloren hat und künftig ständig unter starker Beobachtung der Fans steht", schloss der Bundestrainer.

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