Per Mertesacker nennt die Stärken von Deutschlands zweitem WM-Gegner. Den Erfolg der DFB-Elf verbindet er mit Jürgen Klinsmann.

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Von Christoph Lother und Thorsten Mesch

München/Campo Bahia - Das glanzvolle 4:0 zum WM-Auftakt gegen Portugal ist abgehakt, der Fokus längst auf das zweite Gruppenspiel gegen Ghana (Sa., ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) gerichtet.

Voller Optimismus, aber keineswegs überheblich geht die deutsche Nationalmannschaft in die Partie gegen die "Black Stars" in der Arena Castelao in Fortaleza.

Am Tag des Abflugs in den Spielort stellten sich Abwehrchef Per Mertesacker und Ersatztorhüter Roman Weidenfeller noch einmal den Fragen der Journalisten - und schlugen mitunter mahnende Töne an.

SPORT fasst die wichtigsten Aussagen von der Pressekonferenz zusammen:

Mertesacker glaubt an Hummels

Mertesacker glaubt an den Einsatz seines angeschlagenen Nebenmanns Mats Hummels.

"Ich gehe davon aus, dass Mats spielen kann", sagte Mertesacker.

Hummels war gegen Portugal wegen einer Oberschenkel-Prellung mit Einblutung in die Muskulatur ausgewechselt worden.

Trainieren konnte der Dortmunder Innenverteidiger noch nicht wieder mit der Mannschaft, strampelte stattdessen auf dem Ergometer.

"Ghana körperlich stärker als Portugal"

"Ghana hat sehr gute Einzelspieler, die in jedem Duell brillieren wollen. Wir müssen kompakt stehen und unsere Nadelstiche setzen", sagte Innenverteidiger Mertesacker vor dem Duell mit den Afrikanern.

Gegen Ghana, das zum Auftakt unglücklich mit 1:2 gegen die USA verloren hatte, erwartet der 29-Jährige ein anderes Spiel als gegen die technisch versierten Portugiesen.

"Die afrikanischen Mannschaften sind körperlich stärker als Portugal", so Mertesacker.

Boateng für deutsche Spieler kein Thema

Mit Ghanas Mittelfeldstar Kevin-Prince Boateng, der Michael Ballack 2010 mit einem rüden Foul um die Teilnahme an der WM in Südafrika gebracht und den deutschen Spielern zuletzt mehrfach die nötigen Führungsqualitäten abgesprochen hatte, beschäftigt man sich im DFB-Team angeblich nicht.

"Das spielt alles keine Rolle mehr. Herr Boateng ist kein Thema für uns", sagte Mertesacker vor dem Duell mit dem Schalker, der im ersten Spiel gegen die USA nur eingewechselt worden war.

Torhüter Weidenfeller, der beim BVB einst mit Boateng zusammen gespielt hatte, meinte: "Ich kenne ihn noch aus Dortmund. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und möchte polarisieren. Doch er kann uns nicht provozieren. Wir ruhen in uns. Er hat ja im ersten Spiel auch nicht von Beginn an gespielt. Das sollte man nicht überbewerten."

"Haben außergewöhnlichen Teamgeist"

Stattdessen wolle man nur auf sich selbst schauen, so Weidenfeller weiter.

Der 33-Jährige lobte den "außergewöhnlichen Teamgeist" in der deutschen Auswahl und erklärte: "Alle haben im ersten Spiel an der Seitenlinie mitgefiebert. Bei so einem harten Turnier sind die Bank und der Zusammenhalt wichtig."

Verteidiger Mertesacker fügte hinzu: "Grabenkämpfe können sehr schnell entstehen, aber bei uns stellt sich jeder vorbildlich in den Dienst der Mannschaft. Wir wollen nicht groß darüber sprechen, sondern es leben."

Sonderlob für Ex-Coach Klinsmann

Großen Anteil am guten Klima innerhalb der DFB-Elf und deren jüngsten Erfolgen hat nach Meinung von Mertesacker der ehemalige Bundestrainer und heutige Nationalcoach der USA, Jürgen Klinsmann.

"Er hat einer Generation das Vertrauen geschenkt, die jetzt immer noch dabei ist. Er hat unsere Entwicklung begonnen. Er war ein sehr motivierender, aufbauender Trainer. Wir zehren von dieser Zeit", so der Vizekapitän des FC Arsenal.

Auch deshalb werde das abschließende Gruppenspiel gegen die US-Boys "ein ganz besonderes", so Mertesacker.

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Mertesacker vor 100. Länderspiel

Eine besondere Partie erwartet den früheren Bremer allerdings auch schon zuvor gegen Ghana.

Sollte Mertesacker am Samstag gegen die "Black Stars" wie erwartet in der Innenverteidigung auflaufen, wäre er der insgesamt 13. Spieler, der die Marke von 100 Einsätzen fürs deutsche Nationalteam knackt (PEPSI START 11: Hier die Nationalelf selbst aufstellen).

"Darauf bin ich sehr stolz. Das hätte ich nicht erwartet. Es macht riesigen Spaß, dabei zu sein. Ich möchte mich voll einbringen und noch weitere Spiele machen - auch wenn ich schon langsam in die Jahre komme", sagte der 1,98-Meter-Hüne.

Respekt vor Spanien-Bezwinger Chile

Auch zum vorzeitigen WM-Aus von Titelverteidiger Spanien äußerten sich die beiden deutschen Spieler auf dem Podium.

"Ich bin schon überrascht, dass Spanien raus ist", sagte Keeper Weidenfeller.

Mertesacker fügte mit Blick auf die 0:2-Niederlage der Iberer gegen Geheimfavorit Chile hinzu: "Die Chilenen spielen unangenehm und unorthodox. Wir haben das in dem Testspiel gesehen. Sie haben die Spanier beherrscht. Die südamerikanischen Mannschaft hier haben unglaubliche Qualität."

Alle weiteren Aussagen finden Sie im LIVE-TICKER zum Nachlesen.

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