Die SPORT1-Reporter treffen auf ihrer Reise mit dem DFB-Team einen 100-Jährigen. Er erinnert sich an die erste Brasilien-WM.

[kaltura id="0_yk9eli7t" class="full_size" title=""]

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Auf dem Weg von der Fähre Santo Andre fahren alle an ihm vorbei.

Sie müssen ganz langsam fahren, denn wo er wohnt, ist der übelste "Hubbel" des Dorfes. Viele Autos setzen mit dem Unterboden auf.

"Cuidado! Idoso de 100 anos na pista!" - "Achtung! Hundertjähriger an der Straße", steht dort.

Doch kaum einer kennt die Geschichte, die sich hinter dem kleinen gelben Schild am Straßenrand verbirgt.

[image id="fc3cd808-63a7-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Keine zehn Meter weiter lebt Enoque in einem kleinen bescheidenen Häuschen. Er wartet auf den Kollegen von der "tz" und auf uns.

Enoque Borges Santana ist 100 Jahre alt. Am 23. Oktober wird er 101.

Er ist fast so alt wie Matthias Ginter, Julian Draxler, Mario Götze und Shkodran Mustafi zusammen.

Doch die deutschen Nationalspieler, die nur wenige Hundert Meter entfernt im luxuriösen Campo Bahia wohnen, kennt er nicht.

Enoque hat sein ganzes Leben in Santo Andre verbracht.

"Dort oben im Wald bin ich geboren", sagt er und zeigt in den Regenwald, der direkt auf der anderen Seite der Straße beginnt. "Irgendwann bin ich dann runter gezogen."

Jetzt lebt er mit seiner Familie zusammen. Neun Kinder, 44 Enkel und 20 Ur-Enkel hat er. Einer von ihnen schaut neugierig zu, wie wir unsere Kameras aufbauen.

Er ist 98 Jahre jünger als sein Ur-Opa.

"Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da hatten die Kinder noch Respekt vor ihren Eltern", sagt Enoque.

An die erste WM in Brasilien vor 64 Jahren erinnert er sich, doch von den Spielen hat er damals nichts mitbekommen.

"Ich habe immer körperlich hart gearbeitet, nie geraucht und nie getrunken", erklärt er das Geheimnis seines langen Lebens.

Zwei, drei Jahre könne es doch bitte noch weitergehen, wünscht er sich.

Als Geschenk bekommt er ein Trikot der deutschen Mannschaft, das er sich sofort überstreift. (SHOP: Jetzt Fanartikel des DFB-Teams kaufen)

Zum Abschied spielt er uns noch ein Lied auf seinem Cavaquinho vor.

Jedes Mal, wenn wir jetzt an seinem Haus vorbei fahren, haben wir die Klänge der kleinen brasilianischen Gitarre im Kopf und denken an Enoque.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel