Das 2:2 gegen Ghana legt die Schwächen des DFB-Teams offen. Schweinsteiger und eine neue Position für Lahm wären die Lösung.

Jose Mourinho gilt gemeinhin als "The Special One".

Der portugiesische Startrainer des FC Chelsea hat das gewisse Etwas. Man kann das mögen oder auch nicht.

Vor dem 2:2 der Nationalmannschaft gegen Ghana bewies der Coach aber mal wieder eine Mischung aus geschultem Expertenauge und seherischen Fähigkeiten.

Er liebe Philipp Lahm, hatte Mourinho gesagt und dann noch schnell hinterher geschoben: Als Außenverteidiger.

Man möchte ihm nun seufzend zustimmen.

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Philipp Lahm war gegen die Afrikaner indisponiert. Ein Schatten seiner selbst. Ein Unsicherheitsfaktor. Der Wegbereiter für Ghanas Führungstreffer zum 2:1. Auch sonst blass.

Kurz: Philipp Lahm war nicht wirklich Lahm - wie schon beim WM-Auftakt fünf Tage zuvor gegen Portugal.

Das ist für das DFB-Team ein ziemliches Problem.

Bundestrainer Joachim Löw hat entschieden, Lahm dort spielen zu lassen, wo das Herz schlägt. In der Mitte, auf der Sechs. Als Abräumer und Ankurbler.

Lahm kann das. Eigentlich. Doch was beim FC Bayern klappt, will in Brasilien einfach nicht gelingen. Ein Problem: Er hat keinen echten Gehilfen an seiner Seite. Keine zweite Sechs. Eher zwei Achter vor der Nase.

Und einer dieser Beiden ist ebenfalls ein Schatten seiner selbst. Ein Unsicherheitsfaktor.

Kurz: Sami Khedira ist ein gutes halbes Jahr nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wirklich wieder Sami Khedira.

Auch das ist für das DFB-Team ein ziemliches Problem.

Bei der Gala gegen Portugal wurden diese Defizite noch vom Spielverlauf mit frühem Elfmetertor und früher Überzahl kaschiert. Gegen Ghana war das anders.

Erst durch die Hereinnahme von Bastian Schweinsteiger wurde die deutsche Zentrale stabiler und initiativer.

Löw hatte die Hochkaräter auf seiner Ersatzbank zuletzt als "Spezialkräfte" bezeichnet. Wenn man so will, war Schweinsteiger gegen Ghana also einer dieser "Special Ones".

Das sollte er auch bleiben. In der Startformation. Als Stütze für Khedira. Lahm könnte auf seine ursprüngliche Position als Rechtsverteidiger rücken.

Dann kann Mourinho Lahm wieder lieben. Und nicht nur er.

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