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THOMAS MÜLLER (7 Spiele, 682 Minuten, 5 Tore): Der Bayern-Stürmer legt gegen Portugal mit drei Toren los wie die Feuerwehr. Verpasst am Ende mit fünf Turniertreffern seine zweite WM-Torjägerkrone in Folge nur um ein Tor - SPORT1-Note: 2,00
Thomas Müller wurde bei der WM 2010 in Südafrika Torschützenkönig. ZUM DURCHKLICKEN: Das DFB-Team hautnah © imago

Thomas Müller verzichtet für den WM-Titel gern auf den goldenen Schuh. Oliver Bierhoff adelt Jürgen Klinsmann. Aussagen der DFB-PK.

Von Patrick Mayer und Thorsten Mesch

München/Santo Andre - Thomas Müller ist immer für einen guten Spruch gut.

Im Umfeld der Nationalmannschaft werde immer viel diskutiert (BERICHT: Experten fordern: Schweinsteiger muss spielen), sagt er auf der abschließenden Pressekonferenz vor der Abreise nach Recife (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Das Team beschäftigten Diskussionen zum Beispiel über Kapitän Philipp Lahm und seine Position nicht (BERICHT: Flick: Lahm bleibt im Mittelfeld), meinte der Star des FC Bayern München.

Viel wichtiger sei es, die richtigen Schlüsse aus dem Spiel gegen Ghana (BERICHT: Joker Klose rettet Remis) zu ziehen und mit ins Gruppen-Finale gegen die USA (Do., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) zu nehmen.

Auch über US-Coach Jürgen Klinsmann und dessen deutschen Assistenten sprachen Müller und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.

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SPORT1 fasst die fünf wichtigsten Aussagen von Bierhoff und Müller zusammen:

Bierhoff über das Erbe von Jürgen Klinsmann:

"Wie es Jürgen gesagt hat: It's business. Jeder ist bei der Arbeit mit seiner Mannschaft in einem Tunnel. Wenn man ihn nur als Motivator bezeichnen würde, würde man ihm nicht gerecht werden. Wenn man schaut, welche Strukturen er verändert und welche Initialzündungen er gegeben hat. Ich kann mich noch dran erinnern, wie wir angeschrien wurden, wir würden mit den ganzen Fitnesstrainern und so weiter den deutschen Fußball kaputt machen. Er ist sehr konfliktbereit, hat immer wieder den Mut Dinge umzusetzen oder einzufordern, von denen er überzeugt ist. Damals hat er sehr von der Unterstützung von Jogi Löw gelebt. Er ist aber noch mehr Trainer geworden, weniger Motivator. Er schafft es dennoch immer wieder durch klare Forderungen, Mitarbeiter, aber auch Spieler zu motivieren. Das werden wir auch gegen Amerika sehen."

Bierhoff über Klinsmanns' Assistenten Berti Vogts:

"Mit Berti Vogts verbindet mich eine besondere Beziehung. Er hat mich in die U 18 und die U 21 geholt, dann in die A-Nationalmannschaft und mich dort zum Kapitän gemacht. Ich habe Jürgen gratuliert, als er ihn dazu geholt hat. Ich bin davon überzeugt, dass er Jürgen mit seiner Erfahrung, wie man solch ein Turnier gestaltet, weiterhelfen kann. Er wird uns akribisch studiert haben und Jürgen viele Empfehlungen mitgeben. Aber: Man hat den Eindruck, es geht nur gegen Jürgen Klinsmann. Aber wir spielen gegen Amerika und nicht gegen die Trainer Klinsmann oder Vogts."

Thomas Müller kann schon wieder lachen:

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Müller über Taktik und seine Position:

"Ich schätze unser Spiel so ein, dass wir mehr Ballbesitz haben wollen. Wir wollen das Tempo nicht verschleppen, wenn das nicht nötig ist. Wir werden nicht mit langen Bällen agieren. Das ist unsere Art von Fußball. Wir müssen das Fußballtaktische versuchen zu korrigieren. Ich sehe uns auf einem guten Weg. Jede Mannschaft, die auf uns trifft, wird erstmal schlucken. Das war unser Ziel: Wir wollen ein unangenehmer Gegner sein. Ich fühle mich auf der Position nicht unwohl. Ich habe während meiner ganzen Karriere keine feste Position gehabt. Manche Trainer schicken dir einen Wachhund dahin. Das hat aber nichts mit der Position zu tun (PEPSI START 11: Hier die Nationalelf selbst aufstellen)."

Müller über den Cut über seinem rechten Auge:

"Schmerzfrei ist ein großes Wort. Ich muss zwar keine Schmerzmittel nehmen. Die Nerven werden aber nicht ausgeheilt sein, so dass ich schon noch was spüren werde. Respekt vor Clint Dempsey (Gebrochene Nase, Anmerk. d. Red.). Er hat sogar noch ein Tor geschossen. Bei mir hat der Schiedsrichter ja gleich abgepfiffen. Ich weiß nicht, wie sich ein Boxer fühlt. Es ist eher eine optische Geschichte. Es hat zwar ein wenig krass ausgesehen, weil das Blut schnell kam und relativ viel. Aber ich habe keine Beschwerden. Wer mich anschaut nach dem Ghana-Spiel, der weiß, dass ein Unentschieden für uns kein Thema ist."

Müller über Vergleiche mit Neymar und den goldenen Schuh:

"Er ist ein exzellenter Fußballer. Sehr dynamisch, technisch stark, beweglich und vor dem Tor komplett. Er hat gestern seine ganze Klasse gezeigt. Egal, ob im Dribbling wie beim zweiten Tor oder beim ersten im Stile eines Torjägers. Ich habe mir sagen lassen, dass ich schwer vergleichbar sei. Es ist nicht mein Ziel, Torschützenkönig zu werden, sondern Weltmeister. Natürlich sieht man's gerne, wenn man da vorne mit dabei ist. Aber da bleibe ich ganz entspannt. Den goldenen Schuh habe ich schon vor vier Jahren gewonnen. Ich wüsste nicht, was ich mit einem zweiten sollte. Es gibt einen anderen Titel, der ist viel mehr wert."

Alle weiteren Aussagen finden Sie im LIVE-TICKER zum Nachlesen.

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