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Bayern-Star Bastian Schweinsteiger (l.) bestritt bisher 103 Länderspiele. ZUM DURCHKLICKEN: Das DFB-Team hautnah © getty

Wie ist die Ausgangslage gegen die USA? Wird Bastian Schweinsteiger starten? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Recife - Das Spiel zwischen Deutschland und den USA (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) ist kein normales Spiel.

Es ist das Treffen alter Bekannter - und es könnte ein Schicksalsspiel sein (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Das Spiel entscheidet, wer Gruppensieger wird. Es entscheidet darüber, wer ins Achtelfinale kommt. Und es könnte darüber entscheiden, wer nach Hause fliegen muss (SERVICE: Der WM-Rechner). Könnte. Denn ein Unentschieden würde den Teams der beiden ehemaligen Weggefährten Joachim Löw und Jürgen Klinsmann zum Weiterkommen reichen.

Aufstellung im Fokus

"Eine Absprache unter alten Freunden wird es nicht geben", meinte der Bundestrainer, der von 2004 bis 2006 Klinsmanns Co-Trainer war. "Wir wollen beide das Spiel gewinnen und werden es professionell angehen. Es gibt keinen Nichtangriffspakt."

Die Schande von Gijon, als bei der WM 1982 Deutschland beim Stand von 1:0 gegen Österreich die Angriffsbemühungen einstellte, scheint noch in den Köpfen zu sein.

SPORT1-Experte Olaf Thon warnt die DFB-Elf ebenfalls davor, auf Remis zu spielen.

"Wer an so etwas nur denkt, bezweckt nichts Gutes", sagte der Weltmeister von 1990. "Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass der Versuch bei entscheidenden Spielen auf ein Ergebnis zu spielen eine Eigendynamik annehmen kann."

Zugleich fügte er an: "Das glaube ich jedoch nicht. Die heutigen Spieler sind sich ihrer Aufgabe so bewusst, dass es zu so etwas nicht kommen wird."

[kaltura id="0_nlq9csxm" class="full_size" title="Löw und Klinsmann in der Grauzone von Gijon?"]

Aus deutscher Sicht steht besonders die Aufstellung im Fokus. Viele Änderungen zu den ersten beiden Spielen sind nicht zu erwarten. Bastian Schweinsteiger könnte in die Startelf rücken, Philipp Lahm wird wohl wieder im Mittelfeld auflaufen (INTERVIEW MIT JEROME BOATENG: "Lahm ist der weltbeste Rechtsverteidiger").

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Wie ist die Konstellation in Gruppe G? Wen wird Löw aufstellen und welche Rolle wird das Wetter in Recife spielen?

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SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Gruppenfinale:

Wie ist die Ausgangslage?

Die deutsche Mannschaft hat ihr Schicksal selbst in der Hand. Mit einem Sieg oder einem Unentschieden würde sich das DFB-Team als Gruppensieger für das Viertelfinale qualifizieren. Auch eine Niederlage könnte zum Weiterkommen reichen. Für das Team der USA ist die Ausgangslage exakt dieselbe. Ein Remis würde also beiden helfen.

Deutschland erreicht das Achtelfinale ...

... bei einem Sieg oder einem Remis.

... bei einer Niederlage, wenn Portugal und Ghana unentschieden spielen.

... bei einer Niederlage und einem Sieg von Ghana oder Portugal, wenn danach die Tordifferenz der DFB-Auswahl besser ist.

Die USA erreichen das Achtelfinale ...

... bei einem Sieg oder einem Remis.

... bei einer Niederlage, wenn Portugal und Ghana unentschieden spielen.

... bei einer Niederlage und einem Sieg von Ghana oder Portugal, wenn danach die Tordifferenz besser ist.

Wen stellt Löw auf?

Der Bundestrainer hat seine Entscheidung bereits getroffen, erklärte er am Mittwoch auf der Pressekonferenz in Recife. Verraten wollte er sie aber noch nicht (PEPSI START 11: Hier die Nationalelf selbst aufstellen).

"Entscheidend ist die Einstellung, nicht die Aufstellung", meinte Löw. "Wir haben unterschiedliche Spielertypen und Möglichkeiten, in einem Spiel zu reagieren. Wir brauchen 14 Spieler, die Impulse setzen können", erklärte er.

SPORT1-Experte Thon empfiehlt Löw auf Bastian Schweinsteiger zu setzen.

"Ich würde Lahm als Kopf in der Zentrale belassen und Schweinsteiger reinbringen", sagte der Ex-Nationalspieler. Khedira, der zuletzt einen nicht ganz fitten Eindruck machte, würde Thon eine Pause gönnen.

"Sonst würde ich nichts verändern. Ich würde auch an den vier Manndeckern nichts ändern. Diese Aufstellung hat sich bewährt. Diese stabile Abwehr könnte unser Trumph sein, dass Gruppenfinale zu bestehen."

Alle Spieler sind einsatzfähig, auch Khedira, Thomas Müller und Jerome Boateng, die sich gegen Ghana verletzt hatten. Bei den USA fehlt Stürmer Jozy Altidore.

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Hofft die USA auf ein Remis?

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte US-Coach Klinsmann. "Wir wollen jetzt einen draufsetzen und das deutsche Team möglichst schlagen." (BERICHT: So viel Klinsmann steckt noch im DFB-Team)

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Wie stark ist das Team der USA?

Last-Minute-Sieg gegen Ghana, Last-Second-Remis gegen Portugal. Die Ergebnisse sprechen für Klinsmanns Truppe. Körperlich und mental stark und mit großer Leidenschaft ausgestattet, ist das US-Team ein unangenehmer Gegner (BERICHT: DFB droht der Bumerang-Effekt).

"Wir müssen körperlich in der Lage sein, richtig dagegen zu halten. Amerika lebt in starkem Maße von seiner Aggressivität", sagte Löw warnend.

"Sie spielen sehr kompakt, lauern auf Konter und hatten gegen Portugal viele Torchancen. Wir dürfen sie nicht unterschätzen", sagte Mesut Özil.

Wer pfeift die Partie?

Der Usbeke Rawschan Irmatow leitet das Match USA - Deutschland. Es ist sein dritter Einsatz beim Turnier am Zuckerhut.

Das Team von Bundestrainer Löw hat durchaus gute Erinnerungen an den 1,83 Meter großen Unparteiischen, der als bislang einziger Usbeke als WM-Referee fungieren durfte und darf. Irmatow leitete vor fast genau vier Jahren auch das WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Argentinien (4:0) in Kapstadt. Das tat er äußerst souverän und mühelos.

Welche Rolle spielt das Wetter?

In Recife ist es seit Tagen regnerisch, die Luft ist feucht, aber nicht zu heiß: zwischen 25 und 30 Grad, aber nur, wenn die Sonne durch die Wolken kommt. Eine Hitzeschlacht ist eher nicht zu befürchten.

Beim Abschlusstraining der Amerikaner schien die Sonne, bei den Deutschen regnete es.

Ein schlechtes Omen, könnte man meinen. Man könnte aber auch sagen: Super! Fritz-Walter-Wetter!

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Neuer, Boateng, Mertesacker, Hummels, Höwedes, Lahm, Schweinsteiger (Khedira), Özil, Kroos, Götze (Podolski), Müller.

[kaltura id="0_kn0f0dr9" class="full_size" title="Vor USA-Spiel: Müller und Bierhoff loben Klinsmann"]

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