Die deutsche Mannschaft macht einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum großen Ziel. Bisher gibt der Erfolg dem Bundestrainer recht.

Die deutsche Nationalmannschaft hat den ersten Schritt gemacht und das Achtelfinale erreicht. Das 1:0 gegen die USA war keine fußballerische Offenbarung, doch der Zweck heiligt die Mittel.

Die drei Vorrundenspiele haben gezeigt, dass es noch viel zu verbessern gibt.

Das klare Ergebnis beim Auftaktsieg gegen Portugal darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die DFB-Auswahl in der Anfangsphase einige Probleme hatte.

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Nicht umsonst hob Dreifach-Torschütze Thomas Müller schon damals mahnend den Zeigefinger anstatt in einen Jubeltaumel auszubrechen. Der Spielverlauf war günstig, die Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt und der Gegner zeigte wenig Gegenwehr.

Mit Ghanas robuster Gangart hatte das DFB-Team wesentlich größere Probleme. Was zuvor noch mit derselben Elf funktioniert hatte, klappte nicht mehr. Der Bundestrainer reagierte spät, die eingewechselten Klose und Schweinsteiger retteten das Remis.

Gegen die USA stellte Löw um, Schweinsteiger und Podolski rückten in die Startelf, die Mannschaft begann vielversprechend. Doch sie nutzte ihre Torchancen nicht und verlor ihren Faden.

Müllers Siegtor war der Lichtblick in einem insgesamt enttäuschenden Spiel.

Einen solchen "Dreckssieg" kann man aber auch positiv bewerten. Hinten ließ das DFB-Team fast nichts zu, die Null stand wie gegen Portugal. Gegen Ghana bewies die Mannschaft Moral.

Um im Turnier weit zu kommen, muss die deutsche Mannschaft dennoch mehr zeigen. Sie muss konsequenter spielen, ihre Chancen besser nutzen.

Gegen Algerien hat man als Favorit viel zu verlieren. Wenn es am Ende wieder ein Dreckssieg werden sollte, auch gut.

Es bleibt abzuwarten, ob das DFB-Team gegen größere Kaliber ihr enormes Potenzial abrufen kann.

Was den Bundestrainer betrifft: Er steht unter Beobachtung. Viele Spieler werden von ihm nicht auf ihren Stammpositionen eingesetzt, an einigen hält er immer wieder fest, obwohl andere offensichtlich in besserer Verfassung sind.

Bisher hatte er mit seiner taktischen Marschroute und seinen nicht immer für alle nachvollziehbaren Personalentscheidungen Erfolg. Bleibt dieser aus, wird er die Verantwortung übernehmen müssen.

Wenn es im Achtelfinale gegen Algerien im möglichen Viertelfinale gegen Frankreich oder im Halbfinale gegen Brasilien, Chile, Kolumbien oder Uruguay am Ende wieder 1:0 heißen sollte, könnte man damit leben.

Schließlich geht es nicht um einen Schönheitspreis, sondern um den WM-Titel.

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