Eine Nacht im Bett von Hummels oder Götze? Was sonst nur deren Freundinnen vorbehalten ist, erlebt SPORT1-Reporter Thorsten Mesch.

Es war die schöne Pointe einer Geschichte, die wie ein Horrortrip begonnen hatte.

Seit zwei Tagen hat es in Recife durchgeregnet. In der Nacht vor dem Spiel Deutschland gegen die USA regnet es nicht mehr. Nein, es schüttet aus Kübeln. Und es hört nicht mehr auf.

Recife nennt sich wegen seiner vielen Brücken und der Lage auf zwei Inseln gern das Venedig Brasiliens. Eigentlich eine Übertreibung des Tourismus-Büros. Doch am Donnerstag wird sie wahr.

Aus Straßen werden Bäche, Pfützen werden zu Seen, Bürgersteige zu Uferpromenaden. Auch viele Anfahrtswege zum Stadion sind betroffen, also fahren wir schon dreieinhalb Stunden vor dem Anpfiff los.

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Im Pressezentrum regnet es durch die Decke, Gerüchte über eine mögliche Absage oder Verschiebung machen die Runde. Doch es wird gespielt. Deutschland gewinnt, bis dahin ist alles gut (SHOP: Jetzt Fanartikel des DFB-Teams kaufen).

Doch dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. In drei Bussen sollen die deutschen Journalisten zum Flughafen gefahren werden - Ex-Nationalspieler Arne Friedrich ist übrigens auch dabei. Abfahrt am Stadion: 17 Uhr, Abflug zurück nach Porto Seguro: 19 Uhr.

Aber daraus wird nichts. Überflutete Straßen, lange Staus, Busfahrer, die den schnellsten Weg nicht kennen. Um es vorweg zu nehmen: Von den drei Bussen kommt nur einer rechtzeitig an. Während die Kollegen Stutzky und Höhner schon über den Wolken schweben, geht unsere Odyssee weiter.

Nach fast vier Stunden Fahrt kommen wir an. Natürlich geht kein Flug mehr. Was sollen wir tun? Am Flughafen übernachten? Eine Lösung ist schnell gefunden. Das Teamhotel der deutschen Mannschaft ist noch für die Nacht geblockt. Also wieder alle in die Busse.

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Bei der Ankunft bekommt jeder sein Zimmer zugewiesen. Nicht immer ist dieses auch tatsächlich leer, aber das ist eine andere Geschichte. Um auf den Zimmern ins Internet zu kommen, benötigt jeder den Namen der Person, die zuvor darin übernachtet hat. Mit dem Login "Bierhoff" bin ich im Netz.

Wer bist du? Ich bin Götze! Ich bin Hummels! Beim Abendessen ist die Aufregung groß.

Während Mario und Mats längst wieder im Campo Bahia sind, legen sich müde Journalisten in ihre Zimmer.

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Die Nacht ist kurz, denn schon um 7.30 Uhr sollen alle bereit sein für die Abfahrt zum Flughafen. Doch daraus wird nichts. Erst um 20 Uhr startet der erste Flug, der zweite sogar erst am Samstagmorgen.

Unsere Zimmer müssen wir verlassen, denn am Nachmittag kommt Griechenlands Nationalmannschaft, die in Recife ihr Achtelfinale gegen Costa Rica spielt.

Ein ganzer Tag in Recife ohne frische Klamotten? Die Händler in den kleinen Geschäften neben dem Hotel haben Hochkonjunktur. Plötzlich laufen deutsche Journalisten wie Touristen in neu gekauften Shorts, Flip-Flops und Brasilien-Trikots herum.

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Die Sonne hat die Regenwolken vertrieben, der Strand ist nicht weit, also nichts wie hin! Ein kurzes Bad im Meer (trotz Hai-Warnung), eine Caipirinha und ein frischer Hummer entschädigen für den Horror-Trip am Tag zuvor.

Im 30-Mann-Charterjet geht es am Abend zurück nach Porto Seguro. Um Mitternacht sind wir zurück im Hotel. Zeit zum Durchatmen bleibt kaum. Schon am Nachmittag geht der Flieger zum Achtelfinale in Porto Alegre. Hoffentlich kennt mein Busfahrer dort den Weg.

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