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Horst Hrubesch (l.) verlor bei der WM 1982 mit Deutschland gegen Algerien © imago

Horst Hrubesch unterlag 1982 Algerien. Bei SPORT1 nennt er vor dem Achtelfinale Parallelen, vertraut aber seinen EM-Helden.

Von Denis de Haas

München - Mit gesenktem Kopf schlich Horst Hrubesch vom Rasen.

In seinen Händen hielt der DFB-Torjäger ein algerisches Trikot, ansonsten konnte er keine Beute in Gijon machen.

Es war der 17. Juni 1982, als Deutschland eine der größten Blamagen in seiner WM-Geschichte erlebte.

Das Team reiste als Europameister zum Turnier nach Spanien und unterlag dem klaren Außenseiter im Auftaktspiel 1:2.

Das Medienecho war nach der Vorrundenpleite gegen Algerien vernichtend. Die "Hamburger Morgenpost" bezeichnete die Deutschen als "Weltmeister im Sprücheklopfen".

Der "Spiegel" schrieb: "Keiner platzt vor Energie, aber fast jeder vor Selbstgefälligkeit."

Am Ende wurden Jupp Derwalls Schützlinge noch Vizeweltmeister, doch der Makel aus der ersten Partie blieb haften.

Erster Sieg im dritten Duell?

32 Jahre später will Hrubesch nicht noch mal solche Schlagzeilen lesen.

Der 63-Jährige hofft, dass den Deutschen heute im insgesamt dritten Duell mit Algerien (ab 21.30 im LIVE-TICKER) der erste Sieg gelingt.

Neben der Niederlage in Gijon steht noch ein 0:2 in einem Testspiel aus dem Jahr 1964 in der Bilanz.

Allerdings birgt die Konstellation für Hrubesch auch Gefahren. Deutschland gilt erneut als klarer Favorit - der Einzug ins WM-Viertelfinale ist für die Fans nur eine Formsache (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Das ist aber wieder ein ganz unangenehmer Gegner. Von der Mentalität her gibt es zwischen den Mannschaften von damals und heute große Parallelen. Die Algerier werden wieder bis zum Umfallen laufen", sagt Hrubesch im Gespräch mit SPORT1.

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"Noch in hundert Jahren im TV"

Beim Coup von Gijon überzeugten die Algerier um Rabah Madjer und Lakhdar Belloumi durch ihren außergewöhnlichen Kampfgeist.

Den hat Hrubesch auch im aktuellen Team der Nordafrikaner erkannt. "Gewinnen sie dieses Spiel, werden die Bilder vom Sieg noch in hundert Jahren im TV laufen", sagt der deutsche U-21-Nationaltrainer.

Trotz seiner lobenden Worte für Algerien sieht Hrubesch das DFB-Team aber im Vorteil.

"Die Mannschaft hat das Potenzial, Weltmeister zu werden", sagt der ehemalige Torjäger des Hamburger SV.

Er kann das gut beurteilen, schließlich holte Hrubesch mit sechs Spielern aus dem aktuellen Kader schon einen Titel.

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2009 gewann Deutschland die U-21-Europameisterschaft. Beim 4:0-Finalsieg gegen England standen Manuel Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Mesut Özil und Sami Khedira in der Startformation.

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Sechs Europameister in der Startelf

Dieses Sextett spielt nun auch unter Bundestrainer Joachim Löw eine wichtige Rolle. Gegen Portugal und Ghana standen sie allesamt in der Startformation.

Gegen die USA (912416DIASHOW: Die Bilder des Spiels) waren es immerhin noch fünf EM-Helden - nur Khedira saß auf der Bank.

Für Hrubesch ist die Kontinuität im Nationalteam auch ein großer Pluspunkt. "Diese Jungs sind absolut zusammengewachsen und harmonieren nicht nur im sportlichen Bereich sehr gut miteinander", sagt der frühere Nationalspieler.

Zudem sieht Hrubesch im aktuellen Kader auch die nötigen Führungsspieler für den Coup.

"Man muss sich zum Beispiel nur mal Manuel Neuer angucken. Der ist ein Jahrhunderttorwart, aber auch ein absoluter Typ. Das sind aber Mats Hummels und Sami Khedira auch", betont der DFB-Coach.

Özil als Führungsfigur

Selbst den zuletzt nicht unumstrittenen Mesut Özil zählt Hrubesch zu den Führungsfiguren im Team.

"Er hat sich in diesem Turnier ständig gesteigert und ich hoffe, dass es so weiter geht", sagt er über seinen ehemaligen Schützling. (PEPSI START 11: Hier die Nationalelf selbst aufstellen)

Hrubesch sieht generell noch Steigerungspotenzial.

Deshalb setzt er darauf, dass sich Geschichte nicht wiederholt - und der Algerien-Fluch heute endet.

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