Vor dem Spiel gegen Algerien kämpfen Schweinsteiger und Khedira um einen Platz in der Startelf. Als Duo wird es sie nicht mehr geben.

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Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Recife/Santo Andre - Vor vier Jahren in Südafrika waren sie ein eingespieltes Gespann und eigentlich auch die Wunschformation für Brasilien.

Doch die Zeiten haben sich für Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira geändert.

Im Mittelfeld sind Philipp Lahm und Toni Kroos bei Joachim Löw im Moment gesetzt.

Im System des Bundestrainers gibt es nur noch einen freien Platz in der Anfangsformation. Und um diesen Platz kämpfen zwei Spieler, die man beide in der Startelf erwartet hätte.

Es heißt nicht mehr Schweinsteiger und Khedira. Vor dem Achtelfinale gegen Algerien (Mo., ab 21.30 Uhr im LIVE-TICKER) heißt es: Schweinsteiger oder Khedira.

Löw schwärmt von beiden

"Schweinsteiger und Sami Khedira können selbstverständlich zusammenspielen. Das haben sie auch 2010 getan", betonte Joachim Löw zwar am Samstag auf der Pressekonferenz in Santo Andre.

Doch wahrscheinlich wird man sie bei der WM erst einmal nicht mehr zusammen auf dem Spielfeld sehen.

"Beide sind extrem wichtig für die Mannschaft und für mich", sagte der Bundestrainer. Wer am Montag von Anfang an spielen wird, das ließ er sich aber nicht entlocken (PEPSI START 11: Hier die Nationalelf selbst aufstellen).

"Taktisch gesehen können beide die Aufgabe erfüllen. Ich denke, dass es ganz gut passt mit der Abwechslung", meinte Löw. Womit er klar durchblicken ließ, dass es Schweinsteiger und Khedira im Doppel weiterhin nicht geben wird.

[kaltura id="0_4rmozijv" class="full_size" title="Joachim L w Die WM ist ein Marathon "]

Geht Löw ins Risiko?

Man könnte Löws Worte sogar so interpretieren, dass er zur Startelf der ersten beiden Spiele zurückkehrt. Mit Khedira, ohne Schweinsteiger.

Den in der Schlussphase gegen Ghana und in der Startelf gegen die USA überzeugenden Schweinsteiger aus dem Team zu nehmen, wäre mutig und zugleich riskant.

Khedira scheint rund ein halbes Jahr nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder in der Form vergangener Tage. Schweinsteiger, in der letzten Saison ebenfalls immer wieder von Verletzungen geplagt, schon einen Schritt weiter.

Aber Löw traut offenbar beiden noch nicht zu, über ein gesamtes Spiel Höchstleistung zu bringen. Und er hat in Lahm und Kroos zwei Spieler, von denen er voll überzeugt ist.

Kollegen loben Schweinsteiger

Er sei nicht sicher, ob Schweinsteiger und Khedira in allen möglichen sieben Spielen des Turniers in der Lage wären, "die absolute Top-Leistung abzurufen", meinte der Bundestrainer (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

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Während Schweinsteiger nach dem Spiel gegen die USA wieder einmal wortlos an den Journalisten vorbei ging, waren seine Kollegen voll des Lobes über den Vizekapitän.

"Basti ist der Dreh- und Angelpunkt. Er gibt den Rhythmus vor", sagte Manuel Neuer: "Er kontrolliert das Spiel, kann mal das Tempo anziehen oder das Spiel beruhigen."

Die Balance, die gegen Ghana noch über weite Strecken gefehlt hatte, kehrte mit Schweinsteiger zurück.

"Unser Mittelfeld war insgesamt sehr stark, hat das Spiel beherrscht und gut Druck gemacht?", hob der Bundestrainer die Fortschritte hervor.

Scholl kritisiert Khedira

Auch Khedira sprach nach dem Sieg gegen die USA.

"Mit der Art und Weise können wir noch nicht zufrieden sein. Gegen Ghana waren wir nicht aggressiv genug. Jetzt haben wir zu langsam gespielt. Wir müssen uns steigern", meinte der Profi von Real Madrid.

Manch ein Beobachter legt ihm dies als Kritik an seinen Teamkollegen aus. "ARD"-Experte Mehmet Scholl nannte die Aussage "sehr seltsam". Zumal Khedira gegen die Amerikaner nicht gespielt habe.

Wahrscheinlich waren die Worte aber eher eine Warnung im Sinne der Mannschaft. Khedira ist kein Stinkstiefel. Er ist ein Anführer. Auch wenn es für ihn schwierig werden dürfte, in die Startelf zurückzukehren.

Denn: Löw müsste für ihn den Bayern-Block im Mittelfeld sprengen.

Souveränität durch Bayern-Block

Kroos, Lahm und Schweinsteiger agierten gegen die USA souverän, ballsicher und nahezu fehlerlos.

"Wir haben es in dieser Saison bei Bayern sehr oft so gespielt. Man sieht auch, dass wir eingespielt sind. Wir haben gut harmoniert", sagte Kroos zu SPORT1.

Dennoch habe sich für ihn durch den Wechsel von Khedira auf Schweinsteiger nichts verändert. "Basti ist natürlich ein wichtiger Spieler, aber ich habe auf der gleichen Position mit den gleichen Aufgaben gespielt", erklärte Kroos.

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"Können zusammenspielen"

Für ihn Khedira wäre auch die Kombination mit Schweinsteiger vorstellbar.

"Ich habe immer wieder betont, dass ich mit Basti gut zusammenspielen kann. Basti hat schon die letzten Tage einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Er wird fitter", sagte der U-21-Europameister von 2009.

Doch es ist wahrscheinlicher, dass sich beide weiter abwechseln. "Wir müssen für jedes Spiel die perfekte Aufstellung finden", sagte Khedira. "Der Bundestrainer hat seinen Plan. Er muss entscheiden, was für ihn und die Mannschaft das Beste ist."

Entscheiden wird sich Löw aber wohl nicht für Schweinsteiger und Khedira, sondern zwischen den beiden Stars von 2010.

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