Joachim Löw lässt sich von der Kritik an seinen Aufstellungen nicht beeinflussen. Er wil seinen Weg konsequent weiter gehen.

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München - Joachim Löw bleibt unnachgiebig.

Die Diskussion über seine Mannschaftsaufstellungen bei der WM in Brasilien ist mittlerweile in vollem Gange. Der Bundestrainer aber wirkt davon unbeeindruckt.

"Ich habe meine Entscheidungen getroffen - auch was die Rolle von Philipp Lahm betrifft. Und dazu stehe ich bis zum Schluss", stellte der 54-Jährige in der Wochenzeitung "Die Zeit" klar.

Der DFB relativiert

Was diese Aussagen wert sind, bleibt allerdings unklar: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wies am Mittwoch darauf hin, das betreffende Gespräch mit Löw habe vor dem Achtelfinale gegen Algerien (2:1) am vergangenen Montag (Bericht) stattgefunden.

Durch die Verletzung von Shkodran Mustafi, der wegen eines Muskelbündelrisses für den weiteren Turnierverlauf ausfällt, hätte sich im Spiel gegen Algerien eine neue Situation ergeben. (914688DIASHOW: Einzelkritik Deutschland - Algerien)

Lahm war nach der Auswechslung von Mustafi in der 70. Minute wieder auf die rechte Seite der Viererkette gewechselt. Noch steht angeblich nicht fest, auf welcher Position der Kapitän im Viertelfinale gegen Frankreich am Freitag (Fr., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) spielt.

"Nur im Notfall" wieder Rechtsverteidiger

Da Mats Hummels wieder genesen ist und deshalb Jerome Boateng wieder auf die rechte Seite rücken könnte, scheint ein erneuter Einsatz von Lahm im Mittelfeld wahrscheinlich.

Ein Einsatz von Lahm als Rechtsverteidiger ist grundsätzlich wohl nicht mehr vorgesehen. Dies, sagte Löw in der Zeit, könne "eigentlich nur aus einem Spiel heraus passieren", es sei ein Szenario für "den Notfall". Und dieser, ließ der DFB wissen, sei gegen Algerien eingetreten.

Die Umstellung tat dem deutschen Spiel sichtlich gut, doch Löw sieht keinen Anlass, darauf zu reagieren.

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Der 30-Jährige vom FC Bayern werde nur dann die Position wechseln, "falls wir auf der rechten Seite ein akutes Problem im Spiel bekommen sollten und ich sage: Okay, jetzt ist Philipp Lahm gefordert, der viel Druck nach vorne entfalten kann".

Kritik an Özil "unverständlich"

Lahm hat bislang in seiner Rolle nicht überzeugt, und das gilt auch für Mesut Özil.

Löw hat aber überhaupt kein Verständnis für den Umgang mit dem Offensivspieler.

(SERVICE: Der WM-Spielplan)

"Diese Art der öffentlichen Kritik ist für mich genauso unverständlich wie jene an Philipp Lahm. Mesut Özil war 2010 und 2012 der überragende Spieler des Turniers. Das kann ich doch nicht einfach vergessen", so Löw.

Es werde "einiges eilig publiziert", es fehle "manchmal am richtigen Maß".

"Er ist extrem wichtig für uns"

Löw hält weiter am Regisseur des FC Arsenal fest - und verspricht sich davon einiges.

"Ich bleibe dabei, Mesut Özil ist extrem wichtig für uns", so Löw:

"Wenn wir es schaffen, ihn in den nächsten Tagen in Topform zu bringen, dann ist er für die Mannschaft unersetzlich. Weil ich weiß, dass er Spiele mit einer einzigen Aktion entscheiden und beeinflussen kann."

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Ähnlich wie Özils Klubkollege Per Mertesacker, der in einem TV-Interview angefressen auf kritische Fragen zur Leistung gegen Algerien reagiert hatte, will sich auch Löw den Erfolg nicht kleinreden lassen.

"Soll ich enttäuscht sein, dass wir weitergekommen sind?", antwortete der Bundestrainer auf die Frage, ob er mit der Vorstellung unzufrieden gewesen sei.

Abschluss muss besser werden

Beschönigen wollte Löw aber nichts: "Wir haben einfache Fehler gemacht, den Ball zu häufig verloren. Wir waren anfällig bei langen Bällen."

Bei einer WM könne eine Mannschaft aber "nicht immer fantastisch spielen. Man muss als Sieger vom Platz gehen - das ist uns gelungen".

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Verbesserungspotenzial sieht Löw dennoch. Vor allem in Sachen Abschluss.

"Wir sind in der Auswertung der Chancen nicht mehr so effizient, wie wir es schon einmal waren", sagte Löw und formulierte eine klare Forderung an seine Spieler:

"Wir müssen in der Offensive noch mehr investieren, uns mehr konzentrieren, um zum Erfolg zu kommen."

Defensive Ausrichtung bleibt bestehen

An der defensiven Ausrichtung möchte der Bundestrainer vorerst nichts ändern:

"Bis jetzt lagen wir auch mit der Einschätzung richtig, dass wir keine Abwehrspieler brauchen, die ständig nach vorne laufen."

Ausschließen will Löw den Einsatz offensiverer Verteidiger, etwa wegen Verletzungen, aber nicht.

Im Falle eines Misserfolgs will auch Löw die Verantwortung übernehmen.

"Ganz allgemein gilt: Wir Trainer machen auch Fehler, wir sind nicht vollkommen."

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