Im Viertelfinale, aber: Viele Experten in Deutschland sind sich einig und kritisieren Bundestrainer Joachim Löw aufs Schärfste.

[kaltura id="0_isxowh6b" class="full_size" title="K pke Lahm auch super auf der rechten Seite "]

München - WM-Viertelfinale - eigentlich ein Erfolg. Doch nach dem knappen 2:1 n.V. über Algerien (Bericht) nimmt die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw und dessen Aufstellung zu.

"Jogi Löw hat in der Vorbereitung ein System erarbeitet, dass die Mannschaft jetzt umsetzen soll. Aber man muss die Frage stellen, ob das alles so richtig ist", sagte SPORT1-Experte Thomas Strunz.

"Wenn man jetzt ein Fazit zieht und sieht wie die Spiele gelaufen sind, muss man sagen, ja es ist schön, dass wir im Viertelfinale sind, aber insgesamt ist es nicht zufriedenstellend wie die Mannschaft aufgetreten ist."

Strunz, Brehme, Veh, Magath gegen Löw

Und Strunz ist bei weitem nicht der einzige Experte, der Löw trotz des Viertelfinaleinzugs infrage stellt.

Andy Brehme tut es, Armin Veh auch und Felix Magath sowieso. Angriffspunkte sind vor allem Löws Startaufstellung und das angeblich mangelnde Selbstbewusstsein der DFB-Elf.

Brehme, Schütze des "goldenen Tors" beim letzten WM-Finalsieg von 1990, kritisierte bei "web.de" Löws Anfangsformation. "Schweinsteiger und Sami Khedira kann man sehr wohl nebeneinander spielen lassen. Wenn beide fit sind, sind sie eine Bereicherung für die deutsche Mannschaft", schrieb der frühere Profi.

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"Wir hatten dickere Eier"

Gegenüber dem Wettanbieter "betsafe" wurde Brehme noch deutlicher. "Sami Khedira hat völlig Recht mit seiner Forderung, schneller zu spielen", meinte der 53-Jährige, der dennoch den WM-Triumph noch nicht abschreibt. (914688DIASHOW: Einzelkritik Deutschland - Algerien)

"Auch wenn ich ganz klar sagen muss, dass wir damals 1990 deutlich selbstbewusster aufgetreten sind. Oder um es mit Oliver Kahn zu sagen - wir hatten dickere Eier."

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Magath sieht Lahm auf links lieber

Auch Trainer Felix Magath hält Löws Startformation für falsch. "Für mich ist Höwedes kein Linksverteidiger. Er hat nicht die Fähigkeiten, auf dieser Position das Spiel positiv zu beeinflussen", sagte der Teammanager des FC Fulham im "ZDF".

Stattdessen forderte er die Rückkehr von Philipp Lahm in den Abwehrverbund - auch gegen dessen Willen. "Es ist die eine Sache, was ein Spieler will. Doch entscheidender ist der Erfolg der Mannschaft - und dieses Team braucht Lahm auf der linken Seite dringender als im Mittelfeld."

Auch Veh kritisiert Höwedes

Magaths Trainer-Kollege Veh haderte nach dem Achtelfinale ebenfalls mit der Viererkette. "Dieses Spiel hat wieder gezeigt, dass Philipp Lahm Außenverteidiger spielen sollte. Einfach, weil er da der Beste ist, den wir haben", schrieb Veh in der "Frankfurter Neuen Presse".

Lahm sollte aber laut Veh linker Verteidiger spielen, da wäre er am wertvollsten für die Mannschaft. "Ich kann keinen Sinn darin erkennen, dass Höwedes in der Nationalmannschaft links spielt, wenn er auf Schalke rechts spielt. Lahm dagegen kann beides - und zwar gut."

Effenberg macht sich für Schürrle stark

Heftige Kritik übte Veh vor dem Viertelfinale gegen die Franzosen (Fr., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) auch am Flügelspiel. Das müsse "grundsätzlich besser werden, nur so können wir Druck aufbauen", sagte der VfB-Coach und forderte den Einsatz von Andre Schürrle.

Für mehr Geschwindigkeit auf den Außenbahnen sprach sich auch Stefan Effenberg im Rahmen des WM-Talk bei "Bild" aus. "Das trifft bei Mesut Özil und Mario Götze nicht zu", sagte Effenberg und machte sich für Schürrle und Müller auf den Außenpositionen stark.

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"Wir sind keine Einheit"

Ähnlich sah das auch Ex-Nationalkeeper Toni Schumacher. "Schürrle ist gesetzt", sagte der langjährige Schlussmann des 1. FC Köln. Auch Müller sollte außen spielen. Und vorn in der Mitte? "Da bleibt ja nur noch Klose", meinte Schumacher, dem generell zu viel gehadert wird.

"Wir haben schon Probleme. Es wird viel gefragt, ob Schweinsteiger fit ist, was ist mit Khedira oder Lahm. Wir sind keine Einheit", bemängelte der zweimalige Vize-Weltmeister.

Littbarski kritisiert Defensive

Auch Schumachers früherer Teamkollege Pierre Littbarski gefiel die Abwehrleistung bislang nicht. Er sei gespannt, wie Löw am Freitag aufstellt.

"Sollte Mats Hummels zurückkehren, wäre Jerome Boateng als rechter Verteidiger die nächstliegende Wahl. Allerdings ist gegen Algerien deutlich geworden, wie wertvoll Philipp Lahm auf dieser Position ist", schrieb Littbarski in der "tz".

Löw hatte zuletzt mehrfach betont, Lahm weiter im Mittelfeld aufstellen zu wollen, sich dabei allerdings ein kleines Hintertürchen offen gehalten. (SERVICE: Der WM-Spielplan)

Basler sarkastisch

Mario Basler brachte einen ganz neuen Impuls in die Debatte.

In seiner nicht ganz so ernst gemeinten Videobotschaft äußerte "Super-Mario" drei große Wünsche: Den Weltfrieden, die Teilnahme des 1. FC Kaiserslautern an der Champions League und Kevin Großkreutz auf der Position des rechten Verteidigers.

Basler selbst gab die Antwort, welcher Wunsch am ehesten in Erfüllung gehen könnte: "Dass Kaiserslautern in die Champions League kommt."

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